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Holzhausen

15.06.2019

Die Verwaltungsschule platzt aus allen Nähten

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Weil auf dem Tennisplatz des Bildungszentrums Holzhausen ein Gästehaus errichtet werden soll, muss der Parkplatz vor dem Haus Panorama vergrößert werden.
Bild: Frauke Vangierdegom

Nach 70 Jahren ist die Einrichtung im Uttinger Ortsteil Holzhausen zu klein. Die Teilnehmerzahlen steigen aber immer weiter. Warum nicht jeder von der geplanten Erweiterung begeistert ist.

Vor 70 Jahren wurde die Bayerische Verwaltungsschule (BVS) in Holzhausen bei Utting angesiedelt. Heuer stehen jedoch nicht nur Feierlichkeiten an, es sind auch Neubauten geplant. Auf dem derzeitigen Tennisplatz soll ein weiteres Seminar- und Übernachtungshaus entstehen – mit drei Geschossen, einer Höhe von knapp zehn Metern und Platz für 30 Gästezimmer mit je zwei Betten.

Für die zusätzlichen Gäste muss auch Parkraum geschaffen werden. Deshalb sollen vor dem Haus Panorama 15 Stellplätze angesiedelt und der Parkplatz mit einem Parkdeck überbaut werden (LT berichtete). Noch ist das Vorhaben als Projektstudie deklariert. Neben einer Bauvoranfrage bei der Gemeinde laufen Gespräche mit den Anwohnern, denen inzwischen bei zwei Terminen die Pläne vorgestellt wurden, wie Thorsten Riedle von der BVS Holzhausen und Thomas Brandl, Leiter der Geschäftsstelle Bildungszentrum, beim Vororttermin berichten. Hauptdiskussionspunkt sei dabei das Parken.

Unverrückbarer Fakt sei: Es müssen zusätzliche Parkflächen auf dem Gelände geschaffen werden. Brandl zählt einige Möglichkeiten dazu auf. Die mit Abstand teuerste ist eine Tiefgarage. „Grob geschätzt wird sie das Dreifache der anderen Lösungen kosten.“ Der Boden wurde noch nicht untersucht, man wisse aber, dass das Grundwasser teilweise hoch stehe. Zweite und von den Planern favorisierte Variante ist ein Parkdeck. Dabei wird zuerst abgegraben, um ein Fundament anzulegen. Rund ein Viertel des auch von der Holzhausener Jugend gern genutzten Bolzplatzes würde dabei verloren gehen, wenn die Parkfläche oberirdisch ausgeweitet werden muss.

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Nächstes Jahr steht ein Jubiläum an

Derzeit liegen die Pläne für Stellungnahmen bei der Schlösser- und Seenverwaltung sowie beim Landratsamt Landsberg. Intern finden beim BVS-Bildungszentrum Wirtschaftlichkeitsprüfungen statt. „Wir sind eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und müssen uns selber tragen“, erklärt Brandl.

Die BVS als Gesamteinrichtung wird im kommenden Jahr 100 Jahre alt. Die Planungen für die Jubiläumsfeier laufen bereits. Ende 2020 wird es einen Empfang auf dem Nockherberg geben, verrät Brandl –mehr aber auch nicht. Die BVS hat den gesetzlichen Auftrag, Aus- und Fortbildung für den öffentlichen Dienst anzubieten. Zumeist sind es Mitarbeiter von Gemeindeverwaltungen oder Landratsämtern, die sich auf dem idyllischen Gelände direkt am Ammersee Wissen aneignen.

Dabei steigen die Teilnehmerzahlen in allen Bereichen. Brandl nennt zwei Gründe: Zum einen gehen in den nächsten zehn Jahren zwischen 20 und 30 Prozent der Arbeitnehmer in Rente. Um die Lücken zu füllen, müssen die Verwaltungen Personal aufstocken und qualifizieren. Zum anderen hat die öffentliche Hand immer mehr Aufgaben zu erfüllen. Fünf Bildungszentren unterhält die BVS, neben Holzhausen in München, Lauingen, Nürnberg und Neustadt an der Aisch.

Die Einrichtungen müssen Hotelzimmer dazubuchen

Drei davon haben einen Hotelbetrieb, jedoch reichen die Kapazitäten überall nicht mehr aus, es müssen Hotelzimmer dazu gebucht werden. So sind in Holzhausen die Übernachtungstage von 29.000 im Jahr 2006 auf 39000 in 2018 gestiegen. Die sogenannten externen Übernachtungen sind in allen fünf Einrichtungen von 15.000 (2006) auf 65.000 (2018) gestiegen. „Der wirtschaftliche Aufwand ist groß, deshalb wird geprüft, ob Bauen günstiger ist“, so Brandl. Sanierungen stehen in Holzhausen aber auf jeden Fall an, denn im Zentralgebäude sind Küche und Gebäudetechnik bereits 35 Jahre alt.

23 Personen sind bei der BVS in Holzhausen beschäftigt. Dozenten sind dabei nicht eingerechnet, denn diese wechseln zwischen den Schulen hin und her. Knapp 20 hauptamtliche Dozenten sind bei der BVS angestellt, der weit größere Teil – nämlich 1100 – sind nebenamtliche Dozenten, erfahrene Mitarbeiter aus Verwaltungen, wie zum Beispiel Kämmerer.

Das Lernangebot reicht von Ausbildung – die größte Gruppe stellen dabei Verwaltungsfachangestellte, eine dreijährige Berufsausbildung – bis Fortbildung, zum Beispiel zu den Themen Bauen und öffentliche Sicherheit. „Im Bereich Fortbildung ist unser Programm so dick wie ein Telefonbuch“, schmunzelt Brandl.

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