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Landkreis Landsberg

15.02.2019

Die alte Bürgermeistergarde im Landkreis Landsberg tritt ab

In 13 Monaten sind Kommunalwahlen in Bayern. Dann werden auch die Bürgermeister gewählt.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Wenn im Frühjahr 2020 neue Rathauschefs gewählt werden, wird es viele neue Gesichter geben. Das LT liefert den großen Überblick, wer im Amt bleiben möchte und wer aufhört.

Am 15. März 2020 werden neue Bürgermeister und Gemeinderäte gewählt. Schon jetzt ist klar: Danach wird es viele Abschiede geben. Zehn Bürgermeister aus dem Landkreis Landsberg haben in den vergangenen Wochen öffentlich mitgeteilt, dass sie nicht mehr antreten. Darunter so erfahrene Kommunalpolitiker wie Herbert Kirsch aus Dießen, Quirin Krötz aus Rott oder Peter Ditsch aus Prittriching. Wer folgt ihnen nach? Die nächsten Monate werden es zeigen. Und so manche Gemeinde wird sich demnächst entscheiden müssen, ob sie einen ehrenamtlichen oder einen hauptamtlichen Bürgermeister haben möchte.

In Igling ist die Entscheidung bereits gefallen. Dort bleibt alles beim Alten. Auch der Bürgermeister? Denn der amtierende Rathauschef hätte als hauptamtlicher Bürgermeister nicht mehr antreten können, weil er zu Beginn der Amtsperiode die Altersgrenze für hauptamtliche Bürgermeister (67 Jahre) überschreiten würde. Er würde gerne weitermachen, hatte Günter Först gesagt. Nach der Entscheidung des Gemeinderats kann er das.

Lesen Sie dazu auch: Günter Först kann 2020 noch einmal als Bürgermeister kandidieren

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Die meisten Gemeindechefs arbeiten ehrenamtlich

Ehrenamtlich oder Hauptamtlich? In dieser Frage ist der Landkreis Landsberg derzeit geteilt. 16 Bürgermeister sind ehrenamtlich tätig, 15 hauptamtlich. Die wesentlichen Unterschiede kennt Andreas Graf von der Rechtsaufsicht im Landratsamt. Er ist auch in vielen Fragen Ansprechpartner der Rathauschefs. In seiner langen Karriere hat er viele von ihnen begleitet. „Der Trend geht Richtung hauptamtlicher Bürgermeister“, sagt er. Im Vergleich zu früheren Jahren seien die Anforderungen an das Amt gestiegen – auch in kleineren Gemeinden. Ehrenamtliche Bürgermeister, die noch einem anderen Beruf nachgehen, würden dabei immer häufiger an ihre Grenzen stoßen.

Doch wann muss eine Gemeinde einen hauptamtlichen Bürgermeister stellen? Das hängt von der Einwohnerzahl ab. Ab 10.000 Einwohnern gibt es keine Wahl mehr. Beispiel: In Dießen, Kaufering und Landsberg sind die Bürgermeister hauptamtlich tätig. Ab 5000 Einwohnern kann der Gemeinderat über eine Satzung einen ehrenamtlichen Bürgermeister festlegen. Unter 5000 Einwohnern ist ein ehrenamtlicher Rathauschef vorgesehen. Wird eine entsprechende Satzung erlassen, kann er auch hauptamtlich tätig sein, wie etwa in Denklingen, Fuchstal, Penzing, Reichling, Schondorf, Utting oder Weil.

Was verdient ein Bürgermeister eigentlich?

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Modellen sind die Finanzen. Andreas Graf erläutert das am Fall der Gemeinde Igling. Sie hat rund 2600 Einwohner. An dieser Zahl orientiert sich die Besoldung. Der Rahmen für Gemeinden zwischen 1001 und 3000 Einwohnern liegt zwischen 2924 und 4386 Euro. Die genaue Summe legt der Gemeinderat fest. Und was würde ein hauptamtlicher Bürgermeister in Igling erhalten? Laut Graf rund 5600 Euro brutto, plus Familienzuschlag und Dienstaufwandsentschädigung. Unterschiede gebe es auch bei der Art der Sozialversicherung. So habe ein hauptamtlicher Bürgermeister nach zehn Jahren oder zwei Amtsperioden einen Versorgungsanspruch, für den ehrenamtlichen gebe es einen Ehrensold.

Wer hauptamtlich tätig ist, geht auch ein gewisses Risiko ein, wenn er nach sechs Jahren nicht mehr gewählt wird. Dann steht er erst mal ohne Job da. Ein ehrenamtlicher Bürgermeister, der gleichzeitig einen zweiten Beruf hat, könne in diesem häufig wieder voll einsteigen. Öffentliche Bedienstete hätten sogar einen Anspruch darauf.

In zwei Gemeinden gibt es keine Bürgermeisterwahl

Zwei hauptamtliche Bürgermeister müssen sich diesbezüglich im Frühjahr 2020 keine Sorgen machen. Bärbel Wagener-Bühler aus Kaufering und Andreas Braunegger aus Denklingen stehen nicht zur Wahl, weil ihre Vorgänger aus unterschiedlichen Gründen vor Ablauf der aktuellen Amtsperiode ausgeschieden sind. Für zehn ihrer Kollegen heißt es dagegen definitiv Abschied nehmen, weil sie nicht mehr antreten werden. Und dann gibt es noch jene Bürgermeister, die sich noch nicht entschieden haben, ob sie erneut antreten. Die langjährigen Rathauschefs Siegfried Luge (Eching), Josef Loy (Eresing) und Wilhelm Böhm (Hurlach) zum Beispiel. Im Amt bleiben wollen definitiv 14 Bürgermeister. Ob sie auch wieder gewählt werden?

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