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Kommunalwahl

23.11.2019

„Die extreme Mitte“ will in den Kreistag

Alles Satire: Dafür nimmt der Spitzenkandidat der „Partei“, Christoph Raab, auch mal stilistische Anleihen aus der NS-Zeit.
Bild: Die Partei

„Die Partei“ präsentiert ihre Kandidaten für den 15. März

Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative, kurz „Die Partei“, positioniert sich in Dießen, Landsberg und dem Landkreis. Vor Kurzem wurde die Kandidatenliste für den Landkreis und die Gemeinderatsliste für Dießen aufgestellt. Die Stadtratsliste in Landsberg folgt in Kürze, teilt die Partei mit.

Der Musiker Michael Lutzeier ist Spitzenkandidat für die Gemeinderatswahl in Dießen. Unterstützt wird er hierbei von Nani Weixler und Oliver Böhm. Als Wahlziel in Dießen wird ausgegeben, die Marktgemeinde „zu entkirschen“.

Auf Listenplatz eins für den Kreistag wurde der Kinsauer Gemeinderat Christoph Raab nominiert. Auf einem von der „Partei“ verbreiteten Foto ist er mit braunem Hemd, Armbinde mit Breze, Hitlerbart und -frisur zu sehen. Alles Satire und Provokation, betont Raab. Mit dem Foto habe er dafür geworben, zur Europawahl zu gehen. Was er von den Rechten halte, sei am Gürtel zu erkennen: „Gradler“ steht dort, und der vermeintliche graue Hitlerbart sei die hängen gebliebene Sprühsahne, die den Schaum im Bierkrug imitierte.

„Die extreme Mitte“ will in den Kreistag

Zusammen mit 14 anderen Mitgliedern der „Partei“ will der 43-jährige Brillenmacher für frischen Wind sorgen. Oft sei der „Partei“ vorgeworfen worden, sie sei eine reine Satire-Partei, doch die Kampagne zur Kommunalwahl beweise – bei allem Humor – ein deutlich realpolitisches Programm, verlautbart „Die Partei“. Unter der Präambel „Wir sind die extreme Mitte“ wünsche man unter anderem Tempo 30 für alle Ortschaften, ein Shuttleboat nach „Drieben, also zur Ostseite des Sees“ und die Einkehr ins „Gasthaus des Miteinanders“, um der derzeitigen Tendenz zum Totalitarismus zu begegnen. Konkret seien auch weitere Verkehrsthemen besprochen wie Zugtaktung, „Verflixt-Bus“ und die „Zone der Freundlichkeit“, in der das Gebot der Rücksichtnahme für alle Teilnehmer gelten und „Zuwiderhandlungen unerbittlich hingenommen“ werden sollen. Ebenso habe sich die Versammlung zum Klimaschutz positioniert: Er fange beim Stammtisch sowie beim diskursiven Gespräch mit gegenseitiger Anteilnahme an, ende jedoch bei Aussagen wie „Alle-Müssen-Jetzt-Unbedingt“.

Damit die „Partei“ für den Kreistag und in Dießen und Landsberg antreten kann, muss sie erst noch Unterstützungsunterschriften nachweisen: In Dießen sind 180 Unterstützer erforderlich, in Landsberg 190 und für den Kreistag 385, ist im Wahlgesetz geregelt. Unterschrieben werden kann, sobald die Wahlvorschläge eingereicht sind, frühestens jedoch ab 19. Dezember. (lt)

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