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Landkreis Landsberg

13.02.2018

Die genussvolle Fastenzeit

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Mato Piechotta empfiehlt Matjes, angerichtet rechts als Salat oder Skrei, Winterkabeljau.
Bild: Stephanie Millonig

Die Restaurants im Landkreis Landsberg bieten eine große Auswahl für den Aschermittwoch. So fällt einem der Verzicht auf Fleisch nicht sehr schwer. Es gibt einige einfache Gerichte für zu Hause und was so alles in den Gastwirtschaften angerichtet wird

Fischessen am Aschermittwoch? Woher das eigentlich kommt? Nun, der Aschermittwoch hat eine kirchliche Bedeutung. An diesem Tag beginnt die Fastenzeit. Das Aschenkreuz auf der Stirn der Gläubigen versinnbildlicht den Anbruch der Bußzeit und des Fastens. An solchen Fasttagen soll man kein Fleisch essen. Also geht man zu Fisch über. Sehr früh schon hat sich die Tradition des Fischessens am Aschermittwoch eingebürgert. Mit Verzicht auf Fleisch endet die heitere Zeit des Faschings und man läutet markant die Fastenzeit ein.

Keinen Fastenprediger, aber viel Fisch

In Bayern entwickelte sich daraus die Tradition des Fastenprediger. Dazu gehört neben Starkbier auf jeden Fall ein wohl schmeckendes Fischgericht, serviert in den Gaststätten und Restaurants in Landsberg und Umgebung. Auf einen Fastenprediger müssen wir in Landsberg heuer wohl verzichten, allerdings nicht auf die Fischgerichte, die überall serviert werden. Und die Fastenzeit sehr erleichtern.

Der Favorit ist Matjes

Einige Beispiele. In Herrsching kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: Matjeshering ist Matos Favorit für Aschermittwoch: „Ich bin totaler Matjesfan.“ Markus Thomas Piechota, der „Matos Fischladen“, an der Strandpromenade in Herrsching betreibt, stammt zwar nicht direkt von der See, sondern aus Hagen in Nordrhein-Westfalen. Dank Vorfahren aus Kiel zählten Meer, Fisch und Fischgerichte aber schon in seiner Kindheit zur Tradition. „Pellkartoffeln mit Matjes“, kennt der 44-Jährige so auch als Aschermittwochsessen, eigentlich ein „Arme-Leute-Essen“. Matjesfilet bietet er als Sahnehering oder auch als Salat mit Roten Beten und Apfel an.

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Braten oder in Senfsoße

Wer statt des bodenständigen Herings eine Delikatesse verspeisen will, dem rät Piechota zu Skrei, dem Winterkabeljau, „gefangen vor Island.“ Besonders schön bei diesem Fisch: Die gemusterte Haut, die Mato an der Hautseite mehlieren, also eingestäubt mit Mehl, braten oder auch in Senfsoße in der Backreine im Ofen zubereiten würde. Und als Beilage gibt’s natürlich immer Kartoffeln. Wer am Aschermittwoch bis 18 Uhr in Matos Fischladen vorbeischaut, bekommt dort Backfisch mit Kartoffelsalat serviert. Die Küche sei nicht groß, erzählt Piechota. Deshalb sei das warme Angebot begrenzt. Aber natürlich gibt es Heringssalat, und wer beim Fasten oder als Vegetarier selbst auf Fisch verzichten will, kann sich an vegetarischen Salaten satt essen. Und mit der Meeresalge Queller kann er sogar etwas goutieren, was mit seinem salzigen Geschmack an Meeresgetier erinnert.

Die beliebte Mandelkruste

Inmitten der Weldener Weiherlandschaft liegt das Gasthaus Seerose. Ab 11.30 Uhr findet hier das Fisch- und Kässpatzenessen am Aschermittwoch statt. Das Restaurant wurde im Jahr 1953 erbaut und befindet sich seit 20 Jahren im Besitz von Maria Magdalena und Johann Filser. Die Inhaber bieten ganzjährig frischen Fisch aus der Weldener Fischzucht von Veronika Janetzki an. Die Spezialitäten des Hauses sind die Forelle vom Grill mit Salzkartoffeln und zerlassener Butter sowie der Weldener Fischteller. Dieser besteht aus paniertem Forellenfilet und Saiblingsfilet in Mandelkruste an Marktgemüse und Butterkartoffeln.

Der Fischerwirt macht auch Fisch

Und in Landsberg? In fast jedem Restaurant gibt es am Mittwoch eine kleine Fischkarte. Auch beim Fischerwirt, der den Fisch im Namen trägt. Kurz nach 1569 wurde direkt am Mühlbach, im sogenannten Mühlbachquartier, das Gebäude des heutigen Fischerwirts errichtet und diente bis 1848 als Haus für den Stadtprobst, den Verwalter der städtischen Liegenschaften. Das Mühlbachquartier, dessen Endpunkt der Fischerwirt bildet, war im 16. Jahrhundert eine Art Industriegebiet der Stadt. Der Mühlbach sorgte für den Antrieb der Mühlen. Was Sebastian Weiss am Mittwoch auf der Karte hat: Unter anderem eine Fischsuppe aus Lachs, Kabeljau und Rotbarsch, sann Lachs mit Gemüse und natürlich eine gebratene Forelle.

Und bei Medardus Wallner (Vinothek, Delikatessen, Events) kann man nicht nur vorher an der Fischtheke selbst fürs Fischessen einkaufen, sondern hat den ganzen Tag schlemmen. So gibt es mittags zwei verschiedene Fischgerichte und am Abend ein Drei-Gänge-Menü. Chef Christian Becker: „Wir haben immer eine große Auswahl an frischem Fisch und am Mittwoch natürlich was Besonderes.“ Becker setzt damit auch die Tradition des verstorbenen früheren Ladeninhabers Medardus Wallner fort. Bei ihm hatte es am Aschermittwoch immer eine köstliche Bouillabaisse gegeben, die er stets selbst servierte. Das Drei-Gang-Menü bei Becker: Krustentiere auf Mango-Glasnudelsalat, Tagesfischfilet auf Wurzelgemüsepüree und Wintergemüse und einen Kaiserschmarrn mit winterlichen Zwetschgen. Das klingt alles köstlich und so übersteht man die Fastenzeit sicher sehr gut.

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