1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Die meisten Storchenküken im Raum Landsberg sind tot

Landkreis Landsberg

03.06.2019

Die meisten Storchenküken im Raum Landsberg sind tot

Auch auf dem Kamin der Justizvollzugsanstalt in Landsberg haben sich Störche niedergelassen.
Bild: Thorsten Jordan

Nur einzelne Jungen überleben den nasskalten Mai. Das LT sprach mit einem Storchenexperten.

Es ist keine gute Nachricht, wenngleich sie zu erwarten war: Viele Jungstörche haben die Regenfälle und das schlechte Wetter mit niedrigen Temperaturen nicht überlebt. Chancen, kalte Wetterperioden zu überstehen, hat die Storchenjugend nur, wenn es sich noch um Eier oder sehr kleine Küken handelt, die von den Eltern gewärmt werden können, wie Wolfgang Bechtel, Storchenbeobachter vom Landesbund für Vogelschutz für die Region, erläutert. Rund 70 Prozent der Jungtiere seien in den vergangenen Tagen hauptsächlich wegen Unterkühlung, aber auch an den mit der Feuchtigkeit und Kälte verbundenen Krankheiten eingegangen.

Von vier Jungen lebt kein einziges mehr

Große Trauer herrscht dabei vor allem auch in Dießen in der Herrenstraße, wo in diesem Jahr extra ein neuer Horst mit viel Aufwand auf einem Haus gebaut worden war. Der Erfolg stellte sich dann auch prompt ein. Das Storchenpaar, das im Vorjahr in dem Storchenhorst von Franz Sanktjohanser in der Fischerei gebrütet hat, bevorzugte in diesem Jahr das neue Heim. Vier Junge waren alsbald in dem Gelege zu beobachten.

Wolfgang Bechtel: „Von dem Quartett hat leider keines überlebt“ – ebenso wenig wie 30 Jungtiere in den Horsten in Raisting. Und in Wielenbach gingen drei Junge ein. In Fischen überlebten dagegen zwei. Ungewöhnlich ist aber auch die hohe Zahl der Störche in Raisting, die nicht brüten: 30 Vögel hat Bechtel gezählt. Laut Aufzeichnungen des Vogelkundlers handelt es sich dabei um ein- bis zweijährige Störche.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Die Apfeldorfer Störche waren später dran

Besser schaut es laut Bechtel bei dem Storchenpaar aus, das auf einem Strommast in Apfeldorf ein Nest gebaut hat. „Die Störche dort haben recht spät zu brüten begonnen“, berichtet der Storchenbeobachter. Einer der beiden sei 2015 in Vorarlberg beringt worden und habe heuer zuerst in Altenstadt, dann in Wielenbach und in Denklingen versucht heimisch zu werden. Erst dann erfolgte der Umzug nach Apfeldorf.

Wie es um den Bruterfolg der Störche aussieht, die sich auf einem stillgelegten Kamin der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Landsberg ein Nest gebaut haben, kann Bechtel nicht sagen. Der Kamin sei sehr hoch und so der Horst schwer einsehbar. Wenn eines der Tiere im Horst sitze, sei dies ein gutes Zeichen.

Wie es bei den Störchen im Vergleich zu heuer vor einem Jahr aussah, lesen Sie hier: Die Brut der Störche überlebt das Wetter nicht

Auch die Leiterin der JVA, Monika Groß, weiß nicht, was sich genau in dem Horst tut, sie kann nur sagen, dass zumindest ein Storch noch da ist. Außerdem bekam das Gefängnis vor Kurzem auch noch andere ungeladene tierische Gäste: Ein sehr großer Bienenschwarm ließ sich zwischen der Torwache und dem Verwaltungsgebäude auf einem Nadelbaum nieder. Ein Imker fing die Bienen ein.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren