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Unterdießen

03.07.2018

Die neuen Bewohner dürfen sich nicht über die Glocken beschweren

Noch ist die Fläche nördlich von Kirche und Friedhof in Unterdießen eine Wiese. Die Gemeinde beabsichtigt, auf dem Grundstück fünf Einfamilienhäuser und ein Doppelhaus zuzulassen. Zudem soll die Zufahrt zum Friedhof ausgebaut und Parkplätze erstellt werden.
Bild: Thorsten Jordan

In Unterdießen soll ein neues Baugebiet an der Kirche entstehen. Was sonst noch im Bebauungsplan geregelt werden soll.

Bei zwei Tagesordnungspunkten benötigten die Unterdießener Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung die Hilfe einer Planerin. Einmal ging es um den Flächennutzungsplan im Bereich des Sportplatzes, beim zweiten Punkt um das Baugebiet nördlich der Kirche. Dort sollen fünf Einfamilienhäuser und ein Doppelhaus errichtet werden, zudem wird die Zufahrt zum Friedhof behindertengerecht ausgebaut und Parkplätze erstellt.

Eine Straße mit Grünstreifen

Der Bebauungsplan „nördlich der Kirche“ erstreckt sich über den Bereich nördlich der Kirche bis zur bestehenden Bebauung zwischen der Straße „Kirchweg“ und einer Waldfläche im Westen. Ein Baugrundstück, das sich an den Friedhof anschließen sollte und an einer Engstelle liegt, wird aus der Planung genommen, wie Christine Kneucker vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München in der Sitzung sagte. Dafür rücken zwei andere Grundstücke nach Süden und werden geringfügig größer. Die neuzubauende Straße zum Friedhof erhält einen Grünstreifen, der allerdings weder befahren noch betreten werden soll. Dafür sieht der Plan niedrig wachsende Büsche beziehungsweise Grün vor, das nicht aufwendig gepflegt werden muss.

Auch Einwände gab es in der Sitzung

In der jüngsten Sitzung wurden die Einwände der Träger öffentlicher Belange behandelt. So liegt das Gebiet im Biotopverbund Lechterrassen. Für Planerin Christine Kneucker spielt das keine Rolle, weil das Gebiet bereits bebaut ist und nur noch ein Lückenschluss erfolgt. Mit zehn Metern unter der Geländeoberkante liegt das Grundwasser auch in einem Bereich, der von dem Vorhaben nicht betroffen ist. Man müsse auch beachten, dass es bei den Vorhaben um die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum gehe und man keine weiteren Grundstücke zur Verfügung habe. Deshalb genieße die Schaffung von Wohnraum auch eine gewisse Priorität, etwa gegenüber einem „Rodelberg“.

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Auch die Kirchenglocken müssen in den Bebauungsplan

Eine Diskussion ergab sich im Gemeinderat hinsichtlich der Firstrichtungen einzelner Gebäude. Denn zwei Gebäude seien mit dem First um etwa 45 Grand aus der Richtung gedreht. Das könnte zu Problemen führen, etwa, wenn man Fotovoltaikanlagen auf das Dach setzen möchte. In so einem Fall könnten aber Befreiungen getroffen werden, war die Meinung im Gemeinderat. Zusätzlich ist im Bebauungsplan laut Kneucker festgeschrieben, dass die künftigen Bauherren neben der Kirche bauen und entsprechend das Geläute hinzunehmen hätten. Ebenso das Schießen der Kanone beim Veteranenjahrtag oder bei der Beerdigung der Veteranen. Die Pläne werden nun erneut ausgelegt und die Träger öffentlicher Belange wie die Bürger können erneut Stellung nehmen.

Bereits die neunte Änderung

Bei der neunten Änderung des Flächennutzungsplanes geht es um den neu errichteten Lagerstadel des Maibaumvereins am Sportplatz. Auch diese Planungen waren öffentlich ausgelegt worden. Während seitens der Bürger keine Stellungnahme abgegeben wurde, hatten sich einige Ämter gemeldet. Dabei ging es unter anderem um eine Feuerstelle, die gar nicht Bestandteil der Bauleitplanung ist. Einwände gab es auch, weil das Vorhaben im Biotopverbund Lechterrassen angesiedelt ist. Alle Einwände entkräftete Christine Kneucker dahingehend, dass es sich nur um einen Stadel in einem bestehenden Gebiet handelt, der weder sanitäre Anlagen vorweisen muss noch aufgrund seiner Größe eine Barriere für wandernde Tiere darstellen könnte. So beließ man es bei redaktionellen Ergänzungen und konnte im Anschluss über den Feststellungsbeschluss zur Bauleitplanung abstimmen. Alle Räte sprachen sich für diese Bauleitplanung aus. Der Plan wird nun erneut öffentlich ausgelegt.

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