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Denklingen

22.09.2018

Diese junge Musikerin wird mit einem Violoncello belohnt

Der 15-jährigen Esther Steinmeier aus Denklingen wurde in Hamburg von der Deutschen Stiftung Musikleben ein kostbares Violoncello aus Paris verliehen.
Bild: Walter Remy

Die 15-jährige Esther Steinmeier aus Denklingen stammt aus einer Musikerfamilie und gilt als großes Talent. Jetzt durfte sie sich in Hamburg ein kostbares Instrument aussuchen.

Als Esther Steinmeier den Anruf aus Hamburg erhielt, schlug ihr Herz höher. Am anderen Ende war ein Vertreter der Deutschen Stiftung Musikleben. Er sagte der 15-Jährigen aus Denklingen, dass sie neben 23 anderen jungen Musikern ein Streichinstrument aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds erhalten wird. Und so reiste die Gymnasiastin vor wenigen Tagen mit dem Zug nach Hamburg und kehrte mit einem kostbaren Violoncello zurück.

Esther Steinmeier hat sieben Geschwister. Mit Anna (Violine) und Carmen (Harfe) trat sie vor gut drei Jahren bei der Verleihung des Kulturförderpreises im Stadttheater auf. Der Anlass war ein freudiger, schließlich wurde Carmen ausgezeichnet. Auch Esther hat mittlerweile etliche Preise erhalten. Im Alter von sieben Jahren begann sie, an der Musikschule Landsberg Geige zu spielen und wechselte nach zwei Jahren in die dortige Cello-Klasse. Seit September 2017 erhält sie Unterricht beim Münchner Rundfunkorchester. Seit 2014 nimmt Esther Steinmeier regelmäßig am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil. 2015 erspielte sie sich in der Kategorie „Besondere Ensembles“ gemeinsam mit ihren Schwestern Anna (Violine) und Carmen (Harfe) einen zweiten Bundespreis, verbunden mit einem Sonderpreis für das beste Familienensemble.

Auch zwei ihrer Schwestern spielen Instrumente - und das erfolgreich

Beim Bundeswettbewerb 2017 gewann sie gleich zwei Bundespreise: Mit ihrem Streichquartett erhielt sie einen ersten Preis und mit ihrem Celloquartett einen zweiten Preis. Als Bundespreisträger „Jugend musiziert“ hat sie sich für die Instrumentenvergabe qualifiziert. Der Anruf aus Hamburg sei dann aber doch etwas überraschend gewesen. Vor wenigen Tagen setzte sie sich in den ICE nach Hamburg. Sie übernachtete bei Bekannten, um sich am nächsten Tag mit den anderen Musikern im Alter von zwölf bis 21 Jahren eines der begehrten Leihinstrumente aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds auszuwählen.

Diese junge Musikerin wird mit einem Violoncello belohnt

Ab früh morgens hatten die jungen Musiker in den Räumen des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg die Gelegenheit, die Instrumente anzuspielen. Zur Vergabe standen besonders klangschöne Streichinstrumente. Darunter über 300 Jahre alte historische Raritäten und seltene Instrumente mit verringerter Korpusgröße, an denen junge Virtuosen noch wachsen können und die für den Nachwuchs in den allermeisten Fällen unerschwinglich sind, wie die Deutsche Stiftung Musikleben in einer Pressemeldung mitteilt.

So kommt die Stiftung an die Instrumente

Wie kommt die Stiftung zu den Instrumenten? „Zum Glück gibt es Menschen, die solche Instrumente besitzen, jedoch nicht selbst spielen“, heißt es in der Pressemeldung. Das Instrument habe vielleicht dem Vater, der nicht mehr lebt, der Tochter, die doch nicht Profimusikerin geworden sei, gehört oder wurde als Liebhaberobjekt und Wertanlage angeschafft. Ähnlich wie bei Kunstwerken würden die Preise kostbarer Streichinstrumente seit Jahren steigen. Über den 1993 gegründeten Deutschen Musikinstrumentenfonds bringe die gemeinnützige Deutsche Stiftung Musikleben Instrumentenbesitzer und vielversprechende junge Musiker zusammen, damit die Instrumente weiter klingen können und so manchem jungen Talent eine Zukunft weisen.

Esther Steinmeier wählte sich ein kostbares Violoncello mit Zettel „Aldrie, Luthier...Paris“ aus. Das Instrument stammt aus Hohenschäftlarner Familienbesitz und wird ihr als Leihgabe für ein Jahr mit der Option auf Verlängerung bis zum 30. Lebensjahr überlassen. Wie die 15-Jährige erzählt, hatte sie auch deutsches Violoncello aus dem Jahr 2004 zur Auswahl. Doch das Instrument aus Paris habe ihr von Anfang an besser gefallen. „Es war viel schöner im Klang, runder und stimmiger.“ Gleich nach der Ankunft in Denklingen habe sie ihrer Mutter darauf vorgespielt. „Es war die richtige Entscheidung“, sagt sie.

Bis zu drei Stunden am Tag wird am Violoncello geübt

Die Neuntklässlerin, die das Landsberger Ignaz-Kögler-Gymnasium besucht, ist eine begeisterte Orchestermusikerin. Sie ist Stimmführerin der Celli beim Jugendsinfonieorchester der Bayerischen Staatsoper, Mitglied des vbw Festivalorchesters und des Puchheimer Jugendkammerorchesters. Zwei bis drei Stunden übt sie am Tag, wöchentlich fährt sie zum Unterricht bei Uladzimir Sinkevich nach München. Nach dem Gymnasium möchte sie studieren. Die Hauptrichtung der Ausbildung: Violoncello. Und was macht sie, wenn sie nicht musiziert? „Dann lese ich und höre Musik“, sagt Esther Steinmeier. Allerdings nichts Modernes, denn am liebsten hört sie Abba.

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