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Dießen

18.01.2020

Dießen: 50 Werke abstrakter Kunst in einer Ausstellung

Knackpunkt jeder Ausstellung im Fritz-Winter-Atelier: die Seiten- und Stirnwand im mehr als vier Meter hohen Hauptraum.
Foto: Minka Ruile

Plus Noch haben nicht alle Arbeiten im Fritz-Winter-Atelier in Dießen ihren Platz gefunden. Am Sonntag ist Eröffnung.

Auf dem Boden ausgebreitet der Inhalt einer Künstlermappe: Zu sehen sind zartkolorierte Papierarbeiten von Hubert Berke aus dessen Werkzyklus „Sylt“. Noch ist nicht entschieden, welches dieser, eine Meerlandschaft nur andeutenden Aquarelle, mit ihren horizontalen Farbverläufen und behutsam darüber gelegten Liniengespinsten gerahmt und in der Ausstellung „ZEN 49“ gezeigt wird. Ihren Platz wird die ausgewählte Arbeit bis spätestens Sonntag an einer der Stellwände quer zur Fensterfront des Fritz-Winter-Ateliers in Dießen finden.

Denn dort sind bis zur Vernissage noch einige Lücken zu schließen. Gesetzt sind hier bislang nur drei kleine, in einer Blickachse liegende, kalligrafisch anmutende Schwarz-Weiß-Arbeiten der Künstler Fritz Winter, Gerhard Fietz und K.R.H. Sonderborg. „Man ist beim Denken nie allein“, erläutert Galerist Michael Gausling seine Idee, in dieser Gruppierung der Exponate nicht nur die Unterschiede, sondern auch die Gemeinsamkeiten der 17 von ihm präsentierten ZEN-Künstler und ersten Abstrakten der deutschen Nachkriegszeit aufzuzeigen.

Eine freie Anordnung der Exponate

Den drei Werken „ein und derselben Sprache“ ist auch eine kleine Arbeit des Künstlers K.O. Götz an der Stirnseite des mehr als vier Meter hohen, ehemaligen Ateliers seines Großonkels und ZEN-Mitbegründers Fritz Winter hinzuzurechnen. Sie befindet sich dort im Verbund einer sogenannten Petersburger Hängung, die sich auch über die lange Seitenwand des Raumes zieht. Aus der freien Anordnung der Exponate ergibt sich die Möglichkeit, sie neu und in ungewohnter Weise in Beziehung zu setzten – oder auch, sie daraus zu lösen. Aus diesem Grund wird Michael Gausling ihnen auch nur Nummern zuordnen und freut sich auf das Rätseln der Besucher, mit welchem Künstler, Westpfahl oder Winter, Sonderborg oder Fietz, sie es gerade zu tun haben.

Galerist Michael Gausling überprüft die Hängung der Bilder mit der Wasserwaage.
Foto: Minka Ruile

Antwort darauf erhalten sie in separat ausgelegten Ausstellungslisten und werden „die eine oder andere Überraschung erleben.“ So unterschiedlich die Formulierungen der Abstrakten für einen künstlerischen Neuaufbruch sind, so prägend ist andererseits ihre gemeinsame Erfahrung als Mitglieder der sogenannten „verlorenen Generation“ – emotional aufgeladener Schmu war ihnen suspekt.

Es sind auch Raritäten zu sehen

Über Monate hinweg, berichtet der Galerist, habe er Exponate bei Leihgebern in ganz Deutschland zusammengetragen. Und hat nun die Qual der Wahl: Sammeln, sichten, selektieren, „servieren“, so sei der Job des Kurators, sagt Michael Gausling. Etwa 50 Werke abstrakter Kunst wird er in die Jubiläumsausstellung 70 Jahre „ZEN 49“ aufnehmen können. Raritäten wie eine von Rupprecht Geiger bearbeitete Schieferscherbe, ein Scherenschnitt von Hilla von Rebay sowie ein Linoldruck des Bildhauers Karl Hartung und, zentral an der Stirnwand präsentiert, ein Gobelin der Bildweberin Woty Werner finden sich darunter, ebenso wie klassische Ölmalerei auf Papier, Leinwand und Hartfaser, verschiedene Drucktechniken und von Fred Thieler und Gerhard Fietz einige Collagen.

Die beiden Ausstellungen ergänzen sich

„Den eigentlich verspäteten Termin im Fritz-Winter-Atelier“, erläutert Gausling, habe er gewählt, um eine größtmögliche Parallelität mit der noch bis Anfang März im Museum Penzberg gezeigten Ausstellung „ZEN, ZERO & CO“ zu erzielen, die er mit einer „49er Arbeit von Winter“ als Leihgeber unterstützt. Den Besuch beider sich ergänzender Ausstellungen legt er allen Kunstinteressierten ausdrücklich ans Herz: „Viel Information auf vergleichsweise kleinem Raum in schöner Umgebung, mehr geht eigentlich gar nicht.“

Die Künstlermappe Hubert Berkes birgt Modezeichnungen und die Werkserie „Sylt“.
Foto: Minka Ruile

Die Jubiläumsausstellung 70 Jahre „ZEN 49“ wird am Sonntag, 19. Januar, um 15 Uhr in der Galerie im Fritz-Winter-Atelier in Dießen, Forstanger 15a eröffnet. Die Einführungsrede hält Dr. Friedhelm Hering. Öffnungszeiten Fritz-Winter-Atelier bis Sonntag, 29. März: Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonntag, 11 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. Museum Penzberg „Zen, Zero & Co“ bis Sonntag, 1. März, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr.

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