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Dießen

03.05.2020

Dießener Wirte und Hoteliers protestieren gegen Schließung

Mit einer Protest-Aktion haben Wirte und Hoteliers aus Dießen auf ihre schwierige Lage aufmerksam gemacht. Sie stellten Tische, Stühle und Betten auf, als Symbol für ihre leeren Gastronomiebetriebe.
Bild: Beate Bentele

Plus Gasthäuser, Lokale und Pensionen dürfen weiterhin nicht öffnen. Doch in Dießen sind viele auf Tourismus angewiesen. Wie sie auf ihre Situation aufmerksam machen.

Seit sieben Wochen herrscht aufgrund der Corona-Auflagen Stille in den Gasthäusern, Lokalen und Pensionen der Dießener Fischerei. Am Sonntag allerdings nicht. Die meisten der Gastwirte von St. Alban bis hinauf zur Schatzberg Alm stellten leere Stühle auf, als Symbol für ihre leeren Gastronomiebetriebe. „Wir wollen auf unsere Situation aufmerksam machen und ein Notsignal senden, dass wir die Corona-Auflagen nicht mehr lange überleben. Jeder Tag nagt ein Stück mehr an unserer Existenz.“

Die Zukunft der Gastwirte, Hoteliers, der Zimmervermieter und Imbiss-Verkäufer ist den Passanten offenbar nicht egal. Sie bewegen sich zwischen den Stühlen – alle im derzeit verlangten Abstand von 1,5 Metern – und lesen die darauf angebrachten Botschaften, die vermitteln sollen, wo das Gastgewerbe der Schuh drückt. 16 Gastronomiebetriebe haben zum stillen Protest aufgerufen gegen die immer noch andauernde Schließung ihrer Betriebe.

Ein Dankeschön für die Gäste

Weil noch keine Perspektive in Sicht ist, haben sie vor dem Bahngleis, durch die Fischerei, über die Mühlstraße bis hinauf zum Maibaum ihr Mobiliar auf die Straße gestellt, um über die wie Perlenschnüre aufgereihten Stühle, Liegestühle, Korbsessel, leeren Tische und Fremdenbetten Botschaften zu vermitteln sowie ihrem Unmut und ihren Zukunftssorgen – vor allem auch für die Mitarbeiter – Luft zu machen. Dazwischen gab es auch immer wieder ein Dankeschön an die Gäste, die die Sorgen teilen und die auch die „To go“-Angebote in Anspruch nehmen.

Fischerei auf und Fischerei ab wurde rege diskutiert. Einig sind sich viele, dass sich die Corona-Hysterie längst wieder dem Alltag, der Schulbildung, der Kultur und den Vereinen, vor allem aber auch der wirtschaftlichen und beruflichen Sicherung öffnen müsste. Dießen sei ein Fremdenverkehrsort, der nahezu ausschließlich vom Tourismus und dem Wassersport lebe. Den Lokalen und Beherbergungsbetrieben würden ihre Mitarbeiter in die Nachbarländer abwandern, sagt ein Hotelier und weist auf die Einnahmen durch Trinkgelder hin, von denen die Branche auch lebt. „Und wenn es in Tirol oder anderen angrenzenden Regionen mit den Ferienbetrieben früher weitergeht als bei uns am Ammersee, dann laufen uns die guten Mitarbeiter weg.“

Leere Stühle und Tische wurden auch am Untermüllerplatz in Dießen aufgestellt.
Bild: Beate Bentele

Das Fazit der Gastwirte: Wenn jetzt der Rubel nicht rollt, fehlen im Winter die Arbeitsplätze. Und sie fordern: „Zuerst geschlossen, zuletzt geöffnet. Jetzt braucht die Gastronomie Perspektiven!“ Dazu gehöre auch die Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent. Ein anderer Punkt sei die Esskultur. Feine Speisen und bairische Gerichte schmecken besser am gemütlichen Tisch als aus der Pappschachtel in den Seeanlagen. Ein Thema waren auch frühere Belastungen wie der Straßenumbau und die Mücken-Plage. Ob es am nächsten Sonntag eine Fortsetzung gibt, wird noch diskutiert. Weil sich die Wahrnehmung der Bevölkerung dadurch schärft, könnten sie sich den stillen Protest Nummer zwei vorstellen, sagen die beteiligten Wirte.

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