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Landsberg

16.01.2019

Direkt nach der Festmesse geht es in Landsberg zur Sebastiansprozession

Der Heilige Sebastian ist der Stadtpatron von Landsberg. Ein Deckenfresko in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt stellt ihn dar. Am Sonntag wird der Heilige in der Sebastiansprozession geehrt.
Bild: Thorsten Jordan

Heuer ziehen die Gläubigen schon am Vormittag durch die Stadt. Warum die jahrelange Tradition geändert wird, erklärt Stadtpfarrer Michael Zeitler.

Seit Jahrhunderten wird der Heilige Sebastian in Landsberg verehrt. Die ältesten Urkunden im Stadtarchiv, die auf diese Tradition verweisen, stammen aus dem Jahr 1402. Heuer wird die Feierlichkeit zu Ehren des Stadtpatrons am Sonntag, 20. Januar, mit einer kleinen Neuerung begangen: Statt am Nachmittag findet sie schon am Vormittag statt. Der Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche beginnt um 10 Uhr, anschließend startet gegen 11.15 Uhr die Prozession.

Man habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass der Festgottesdienst weniger gut besucht ist, erläutert Stadtpfarrer Michael Zeitler. Viele Menschen gingen an diesem Tag nicht zwei Mal zur Kirche.

Auch den Kindern wird der Landsberger Stadtpatron nahe gebracht

Die Feier der Heiligen Messe solle jedoch der Höhepunkt des Festes sein, sagt der Geistliche. So entschieden sich die beiden Landsberger Stadtpfarreien „Zu den heiligen Engeln“ und „Mariä Himmelfahrt“ dazu, auf die nachmittägliche Andacht zu verzichten und die Prozession direkt nach dem Festgottesdienst abzuhalten. Außerdem besteht laut Zeitler so auch die Möglichkeit, den Kindern in der Kinderkirche im Pfarrsaal parallel zum Festgottesdienst den Stadtpatron nahezubringen.

Wer war nun dieser Sebastian, der den Katholiken als Sinnbild der Standhaftigkeit gilt? Der Legende nach war er unter Kaiser Diokletian Hauptmann der Pätorianergarde am kaiserlichen Hof. Als der Kaiser von Sebastians christlichem Glauben erfuhr, ließ er ihn an einen Baum binden und ließ numidische Bogenschützen auf ihn anlegen.

Der von Pfeilen durchbohrte Sebastian überlebte jedoch und wurde gesund gepflegt. Als er wieder genesen war, trat er vor den Kaiser, um ihm laut ökumenischem Heiligenlexikon die grausame Sinnlosigkeit der Verfolgung deutlich zu machen. Der Kaiser ließ ihn erschlagen und in den großen Abwasserkanal, Cloaca maxima, werfen. Eine Christin barg seine Leiche und bestattete ihn in den Katakomben. Sebastian, der zu den bekanntesten christlichen Märtyrern zählt, gilt unter anderem als Schutzheiliger gegen die Pest, die nach dem Eindruck der Menschen wie ein Pfeil angeflogen kam – und Sebastian hatte die Pfeile überlebt.

Der von Pfeilen durchbohrte Heilige wird oft dargestellt

Die Darstellung des nackten Heiligen, durchbohrt von Pfeilen, zählt zu den beliebten Themen in der Kunst der Renaissance, worauf das ökumenische Heiligenlexikon in seinem Internetauftritt hinweist.

Sebastian ist laut Wikipedia auch der Schutzpatron der Sterbenden, Eisenhändler, Töpfer, Gärtner, Gerber, Bürstenbinder, der Polizisten in Deutschland und Italien, der Soldaten und Schützenbruderschaften, Kriegsinvaliden, Büchsenmacher, Eisen- und Zinngießer, Steinmetze, Jäger, Leichenträger und Waldarbeiter. Außerdem werde der Heilige Sebastian gegen die Feinde der Kirche angerufen.

In Landsberger geht die Sebastiansverehrung bis ins späte Mittelalter zurück. Der älteste Hinweis findet sich in Urkunden des Stadtarchivs von 1402, schreibt der ehemalige Stadtheimatpfleger Anton Lichtenstern. Ab dem 15. Jahrhundert gab es Sebastiansprozessionen in Landsberg. Eine Sebastiansbruderschaft wurde 1613 gegründet, sie bestand bis 1954.

Ein Deckenfresko in der Stadtpfarrkirche zeigt den Heiligen, wie er Landsberg schützt

Im Schiff der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt zeigt ein Deckenfresko den Heiligen, wie er mit einem Schild die Bürger der Stadt vor Blitzen des göttlichen Zorns schützt. Neben dem Heiligen trägt ein Engel neben das Wappen der Stadt Landsberg.

Die Sebastiansprozession führt auch heuer wieder von der Ludwigstraße über Vorderanger, Hinteranger, Schlossergasse, Herzog-Ernst-Straße, Hauptplatz, Herkomer-Straße bis zur Karolinenbrücke und zurück zum Hauptplatz über die Ludwigstraße zur Kirche. Nach der Prozession wird im Pfarrsaal zu einem Suppenessen eingeladen.

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