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Dirlewang

25.12.2018

Dirlewang: Eine Krippe, bei der sich was bewegt

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3 Bilder
Die Engelsschar wird bei der Geburt Jesu zu sehen sein. Die Wachsköpfe wurden aus unterschiedlichen Formen gegossen, die Figuren sind weit über 100 Jahre alt.
Bild: Adelwarth

In der Kapelle in Dirlewang ist pünktlich zu Heiligabend nach zehnjähriger Pause wieder die Kreuzerkrippe zu sehen. Sie wartet mit einigen Besonderheiten auf.

Pünktlich zu Weihnachten gibt es in Dirlewang eine besondere Bescherung: Nach genau zehnjähriger Pause wird dann in der Kapelle wieder die Kreuzerkrippe zu sehen sein, eine echte Rarität von beachtlicher Größe. Auf sechs mal zwei Metern zeigt sie nicht nur die Geburt Jesu und die drei Weisen aus dem Morgenland, sondern im Laufe der kommenden Wochen auch die Beschneidung Jesu, Jesu als Zwölfjährigen und schließlich die Hochzeit zu Kana in Galiläa.

Mit vielen Helfern gelang das Projekt

Hans Aschenbrenner, Michael Rothfelder und Martin Achatz haben sich des Projekts angenommen, die Krippe wie früher erstrahlen zu lassen. Dabei helfen ihnen alte Fotos von Josef Kößler, aber auch Alfred Walter, der das Schmuckstück von 1982 bis 2008 alle zwei Jahre aufgebaut hat. Auch er war kein Einzelkämpfer: Zu den vielen Bürgern, die ihn im Laufe der Jahre tatkräftig unterstützten, zählten Ludwig Höß, Theo Asemann, Christian Gielink und Andreas Degle. „Alleine hätte ich bei der Größe keine Chance gehabt und nur mit der Hilfe von vielen Helfern konnte das Projekt gelingen“, betont Walter noch heute.

200 Figuren angefertigt

Besonders sind jedoch nicht nur die Maße der Krippe, sondern auch ihre mehr als 200 Figuren, die Josef Kreuzer im 19. Jahrhundert angefertigt hat und die heute seiner Enkelin Antonie Schorer gehören. Sie tragen teils aufwendige Spitzenkleider, die Köpfe wurden aus Wachs gegossen. „Es gab dazu unterschiedliche Kopfformen, die wir vor einigen Jahren im Dachboden gefunden haben“, erzählt Siglinde Aschenbrenner, die Urenkelin von Josef Kreuzer. Alles wurde von Hand gefertigt und geschnitzt. Die älteste Figur ist ein Schäflein, auf dessen Unterseite die Jahreszahl 1876 vermerkt ist.

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Ein sprudelndes Gebirgsbächlein

Daneben hat die Krippe noch viele weitere Details zu bieten: Zwei rotierende, spiralförmige Glasstäbe simulieren verblüffend echt ein sprudelndes Gebirgsbächlein, die Hirten stehen um ein flackerndes Lagerfeuer und auch leise Musik aus der Spieluhr darf nicht fehlen. Es gibt ein ganzes Soldatenheer und allerhand Tiere, die aus heutiger Sicht teils tatsächlich ein wenig exotisch aussehen. Da kann es schon sein, dass die Hälse der Kamele ein wenig lang geraten sind und die Ohren der Elefanten vergleichsweise klein. „Man muss bedenken, dass die Menschen früher keine Vorstellung hatten, wie ein solches Tier aus dem Orient wirklich aussah. Die Tiere sind deshalb aus der Fantasie heraus entstanden“, erklärt Alfred Walter.

Bis er die Kreuzerkrippe 1982 zum ersten Mal in der Kapelle aufstellte, war dort eine andere Krippe zu sehen. Johann Gebler aus Helchenried, der damalige Kirchenpfleger, hatte sich dieser Aufgabe angenommen. Als sich nach Jahren dann Alfred Walter der Sache annahm, war zunächst keine Krippe in der passenden Größe greifbar. Doch dann sei ihm die zündende Idee gekommen, dass bei Antonie Schorer noch eine große Krippe von ihrem Großvater da sein musste. „Als ich damals bei ihr nachfragte, war sie sofort bereit, mir die Krippenkostbarkeiten von Josef Kreuzer anzuvertrauen“, berichtet er. Sie hat sogar extra winzig kleine Kuchen angefertigt, die dann für die Hochzeit von Kana auf die Tische kamen – eine Aufgabe, die nun Siglinde Aschenbrenner übernommen hat.

„Ich freue mich sehr, dass die Bevölkerung ab diesem Jahr wieder in den Genuss kommen darf, die Schönheit der Kreuzerkrippe zu bewundern“, sagt Alfred Walter. Im Laufe der verschiedenen Krippenstationen schlüpfen etwa die Hirten, die vom Engel über die Geburt Jesu informiert werden, in die Rolle der Diener bei der Hochzeit von Kana – in den passenden Kleidern, versteht sich. Weil sich die Krippe dadurch immer wieder verändert, lohnt sich auch ein mehrmaliger Besuch.

Öffnungszeiten Die Krippe kann an folgenden Öffnungszeiten (bis Mitte Februar) bestaunt werden: Heiligabend, 24. Dezember, sowie Dienstag, 25., Mittwoch, 26. Dezember, jeweils und von 10 bis 19 Uhr, ab Donnerstag, 27. Dezember unter der Woche täglich von 15 bis 19 Uhr und an den Wochenenden von 10 bis 19 Uhr.

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