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Landsberg

22.01.2020

Doch kein Hotel an der Weilheimer Straße in Landsberg

Das im Osten von Landsberg geplante Hotel hat sich erledigt. Demnächst soll eine alternative Planung für eine Wiese an der Weilheimer Straße vorgelegt werden.
Foto: Julian Leitenstorfer

Plus Die Projektentwickler blasen das seit 2016 geplante Vorhaben im Landsberger Osten ab. Trotzdem ist man mit der Stadt in Verhandlungen, wie es auf dem Grundstück direkt neben dem Lebensmittelmarkt weitergehen könnte.

Das Hotelprojekt auf einem Grundstück neben dem Lebensmittelmarkt in der Weilheimer Straße in Landsberg hat sich zerschlagen. Vonseiten des Unternehmens, das das Projekt entwickeln wollte, hieß es: Aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen werde die Hotelplanung nicht mehr weiterbetrieben. Eine Wiese dürfte das 5300 Quadratmeter große Grundstück auf Dauer jedoch nicht bleiben. Dem Vernehmen nach werden bauliche Alternativen entwickelt.

Bei dem an der Weilheimer Straße tätigen Unternehmen handelt es sich um die KRE Group aus Bamberg. Dort ist Christian Döring mit dem Landsberger Vorhaben befasst. „Das Hotel wird es nicht mehr geben“, bestätigte er eine entsprechende Entscheidung des Unternehmens, die im Dezember gefallen sei. Zwei Gründe hätten dabei eine wesentliche Rolle gespielt. Die Stadt und der Gestaltungsbeirat hätten auf einer Tiefgarage bestanden. Doch eine solche Tiefgarage sei als nicht wirtschaftlich betrachtet worden. Daneben habe man auch im Blick gehabt, dass auf dem Papierbach-Gelände durch ehret+klein ja ebenfalls ein Hotel vorgesehen sei. Am westlichen Lechufer soll, so war im November bekannt geworden, ein niederländisches Familienunternehmen bis Ende 2022 ein Vier-Sterne-Hotel der Marke Mesura mit rund 130 Betten eröffnen.

Demnächst wird mit der Stadt gesprochen

Die KRE Group wolle jedoch weiterhin auf dem Grundstück an der Weilheimer Straße tätig werden, betont Döring. „Wir glauben an den Standort Landsberg und an das Grundstück, deshalb haben wir es ja auch gekauft.“ Man arbeite an einer Alternative. Was sie beinhaltet, wollte Döring zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Übernächste Woche werde man sich mit der Stadt darüber abstimmen, kündigt der Projektverantwortliche an: „Wir sind optimistisch, dass es zu einem guten Ergebnis kommen wird.“

Bei der KRE Group handle es sich um ein mittelständisches, inhabergeführtes Unternehmen mit rund 40 Mitarbeitern, so Döring weiter. Unter anderem ist die KRE Group laut ihrer Internetseite aktuell in Bamberg, Lohr, Bad Mergentheim und Worms tätig. Sie realisiert dort Wohn-, Gewerbe-, Einzelhandels- und Hotelprojekte.

2016 kamen die Pläne auf den Tisch

Ein mögliches Hotel am östlichen Stadtrand beschäftigte den Stadtrat mehrere Jahre. Pläne dafür waren erstmals 2016 im Gestaltungsbeirat und im Bauausschuss vorgestellt worden. Die Bamberger Projektentwickler kamen erst im weiteren Verlauf ins Spiel. „Wir haben die Planung übernommen und optimiert“, erläutert Christian Döring. 2017 wurde es dann konkreter: Der Stadtrat zeigte sich mit der vorliegenden Planung einverstanden. Daraufhin sollte ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden.

Geplant war damals ein Hotel mit 120 bis 140 Zimmern, wobei knapp die Hälfte davon als „Boarding House“ genutzt werden sollten. Das sind Zimmer, die für einen längeren Aufenthalt geeignet sind, beispielsweise für Firmen, die Mitarbeiter für längere Zeiträume für bestimmte Projekte in andere Städte entsenden. Außerdem waren ein Tagungsbereich, ein Restaurant und Räume für Physiotherapie vorgesehen. Das südlichste Gebäude hätte sechs Stockwerke hoch werden sollen, was im Stadtrat nicht unumstritten war: Der UBV war das zu viel.

Seit einem Ortstermin im Mai war die Neubebauung des Kratzerkeller-Grundstücks an der Katharinenstraße in den Stadtratsgremien dem Vernehmen nach kein Thema mehr.
Foto: Julian Leitenstorfer

Ebenfalls schon seit mehreren Jahren wird über eine Neubebauung des Kratzerkeller-Grundstücks auf der anderen Seite der Stadt, an der Katharinenstraße, gesprochen. In den vergangenen Monaten hatte es dazu offenbar keine neuen Nachrichten gegeben. Zum bislang letzten Mal war der Kratzerkeller im Mai 2019 Thema im Landsberger Bauausschuss. Damals traf sich das Gremium dort zu einem Ortstermin, der weit in den Untergrund führte: Dabei ging es vor allem um Fragen des Denkmalschutzes. Dieser Schutz bezieht sich lediglich auf die eigentlichen Keller, die in der Zeit von 1825 bis 1937 errichtet worden sind, jedoch nicht auf die oberirdischen Bauten.

Der Kratzerkeller war im Stadtrat seit Mai kein Thema mehr

Bei dem Ortstermin präsentierte der Investor seinerzeit vier Bebauungsvarianten. Neben dem ursprünglichen Konzept – einem Mix aus Gastronomie, Biergarten und Wohnungen – legte der Unternehmer auch eine Variante mit reinem Wohnungsbau vor, die er bereits in einer Stadtratssitzung im Februar 2019 ins Spiel gebracht hatte. Dazu kamen zwei weitere Entwürfe. Seither, so hat das LT aus den Reihen des Stadtrats erfahren, sei die Neubebauung des Kratzerkeller-Grundstücks jedoch nicht mehr Thema gewesen. Auch vom Investor waren am Dienstag keine Informationen zum aktuellen Sachstand zu bekommen.

LT-Redakteur Gerald Modlinger kommentiert den Vorgang: Bauprojekte: Die Qualität muss stimmen

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