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Epfach

28.02.2017

Doping, Gülle, Großprojekte

Zum Wahlkampfauftakt rollte das Angiemobil samt Bürgermeister Kießling vorbei.
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Zum Wahlkampfauftakt rollte das Angiemobil samt Bürgermeister Kießling vorbei.
Bild: Julian Leitenstorfer

Besonders kommunale Themen werden beim Gaudiwurm in Epfach veräppelt. Aber auch die große Weltpolitik interessiert am südlichen Lechrain.

Faschingsumzug in Epfach: Da geht es weniger um fantasievolle Verkleidungen oder südländisch-leichte, gedankenlose Fröhlichkeit. Die etwa 20 Wagen und Fußgruppen, die am Faschingsdienstag durch den Ort im südlichen Lechrain ziehen und damit jede Menge Zuschauer an den Straßenrand locken, haben vielmehr stets ein Motto. Die Ausführenden stellen aktuelle Themen von regional bis international, aus Sport und Politik, plastisch und verständlich dar.

Große weltumspannende Themen heuer waren mehrfach Doping im Sport – „steht die Karriere vor dem Ruin, hilft dir dein Freund Amphetamin!“ – und die Vogelgrippe, wobei Letztere bei der Landjugend Rott ausgeräuchert wurde. Doping zwischen Gut und Böse, Freude und Leid: Während sich die Verantwortlichen im russischen Sotschi darüber ärgern, dass die Bob-Weltmeisterschaften wegen des Verdachts auf Staatsdoping abgezogen wurden, freuen sich Athleten und Zuschauer über die an den Königssee verlegte Sportveranstaltung und lassen vor lauter Begeisterung sowie zum Vergnügen der Zuschauer einen fast echten Bob über eine Rampe auf die Straße hoppeln. „Hu – Hu“, dem Schlachtruf der isländischen Fußballfans bei der EM war ein Wagen gewidmet und auf dem „Eicher Angie Mobil“ gingen Angela Merkel und Denklingens Bürgermeister Michael Kießling gemeinsam auf Wählerfang. Landsberg hat bald 30000 Einwohner? Dann macht euch gefasst, meinte eine Gruppe, das Rotlichtmilieu aus der Augschburger Hasengasse ist auf dem Sprung. Besonders heftig wurden kommunale Themen aufs Korn genommen und mit Reimen unterlegt: „Die Gemeinde hat’s im Eichet verbockt und lauter Zuag’roaste angelockt.“ Will aber die eigene Jugend in Epfach bauen, „dann lässt sie die Gemeinde ins Ofenrohr schauen“. Sind die gemeindlichen Finanzen wegen geplanter Großprojekte angespannt, dann „tut ma 1,12 Euro vom Faschingsclub kassiera“. Warum Gülle es in den Umzug schaffte? „Oaner odelt d’Stroaß, andere d’Hausmauer.“

Ein ganzer Wagen voller Nachwuchs – den Faschingsclub Hohenfurch müssen keine Zukunftsängste plagen. Die Schongauer Lech-Au präsentierte vor einem schrägen Kirchturm ihr Prinzenpaar, die Hütte Birkland träumte sich „Back to the Eighties“. Das Faschingsmotto schlechthin trug, frei nach Donald Trump, die Landjugend Reichling durch Epfach: „Make Carnival great again“. Was den Epfachern nicht extra gesagt werden muss...

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