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Schondorf

07.08.2018

Doris Pospischil und die Welt der Klassik

Doris Pospischil und ihr Mann Hans-Joachim Scholz aus Schondorf sind die Initiatoren der „Ammerseerenade“. Die fünfte Auflage des Festivals startet am 15. September.
Bild: Julian Leitenstorfer

Weltstars, Künstler und Stars von morgen: Was dieses Jahr auf die Besucher der „Ammerseerenade“ wartet. Es gibt außergewöhnliche Veranstaltungsorte.

Wenn Doris Pospischil über ihr Lieblingsthema, die klassische Musik, spricht, dann leuchten ihre Augen. Ihr Mann  Hans-Jürgen Scholz sitzt in sich ruhend neben ihr. Als ehemaliger Banker ist er der Mann der Zahlen. Gemeinsam mit ihrem Verein Kultur am Ammersee sind die beiden Initiatoren der mittlerweile fünften Auflage des Festivals „Ammerseerenade“ (15. bis 23. September).

Dabei ist die Schondorferin Doris Pospischil eine ebenso erfahrene wie einfallsreiche Verkäuferin ihres Festivals. „No Trump. No Putin. Ammersee first!“ titelt sie in Anlehnung an die aktuelle weltpolitische Lage und dabei gelingt ihr spielend der Kunstkniff: Die „Ammerseerenade“ bringt die Welt der Klassik in die Region, und das ist tatsächlich ebenso international wie regional gemeint. Allen voran überzeugte sie den Weltstar der klassischen Musik, Anne-Sophie Mutter, zusammen mit dem Orchester Buchmann-Mehta School of Music Tel Aviv, nach St. Ottilien zu kommen. Dort wurde das 1945 von Holocaust-Überlebenden gespielte „Liberation Concert“, also das Befreiungskonzert, noch einmal am Originalschauplatz aufgeführt.

Welche Rolle das Festival für Besucher aus der Region spielt

Das Ehepaar Pospischil/Scholz, das in vielen Opernhäusern der Welt ein- und ausgeht, freut eins ganz besonders: „90 Prozent der bereits georderten Karten gehen an Besucher aus dem Landkreis und der umliegenden Region bis nach Augsburg“, weiß Armin Wolf zu berichten.

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Damit ist ein Anspruch der Initiatoren erfüllt, wenn nicht gar übererfüllt. Doris Pospischil hat den unbedingten Anspruch an Qualität. Nicht nur für sich: „Das ist gleichzeitig auch ein Zeichen der Wertschätzung der Künstler“, ist sie überzeugt und sie will die Jugend für die Klassik begeistern. So startet das junge Klassikfestival am 15. September mit zwei „Supernovas“ der Musikwelt im Florian-Stadl von Kloster Andechs: Geigenstar Kirill Troussov trifft auf die „Milli-Vanilli“-Stimme John Davis. Dabei bewies Doris Pospischil durchaus Mut: Von „Milli Vanilli“ hatte sie zuvor noch nichts gehört, sich aber von Liebhabern der Pop-Szene im Verein überzeugen lassen. Gemeinsam mit der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg öffnen so die beiden, Troussov und Davis, neue Dimensionen mit Musik, die offensichtlich keine Grenzen kennt.

Der umgebaute Kuhstall wird zum Konzertsaal

Wer noch nicht genug hat von so internationalem Erlebnissen, der bekommt gleich am nächsten Tag (16. September) im Kloster St. Ottilien ein in der Region nicht unbekanntes Gesicht präsentiert: Classic for Family mit „Teufelsgeiger“ Alessandro Quarta. Mit seiner vierköpfigen Band reist der Künstler aus Italien an und präsentiert bekannte Filmtitel vor eindrucksvoller Kinokulisse.

Quarta steht aber auch dafür, dass Kammermusik eben nicht ins stille Kämmerlein, sondern auf die große Bühne gehört, wo sie ihre Vielseitigkeit richtig entfaltet. Wie ungewöhnlich die Spielstätte sein kann, zeigt die Ammerseerenade wieder vom 15. bis 23. September. Das Klassik- und Artfestival der Region Starnberg-Ammersee bietet acht First-Class-Konzerte – in der Konzertscheune, zum ersten Mal an Bord eines Motorschiffs, der neuen „Utting“ oder in einem umgebauten Kuhstall.

Musik trifft auf Kunst bei der „Ammerseerenade“

Noch einmal zurück zur Jugend. Zu den jungen, internationalen Ausnahme-Künstlern, die rund um den idyllisch gelegenen Ammersee spielen werden, zählt auch das aus Anne-Sophie-Mutter-Meisterschülern bestehende Streicher-Solisten-Ensemble mit Geigentalent Ye-Eun Choi aus Südkorea. Am 18. September wird das Trio die Goldberg-Variationen von Bach erklingen lassen.

Die sechs Happy Classic Hours, die den jungen Zuhörern die spritzige Seite der Kammermusik aufzeigen sollen, sind (fast) alle gratis. Dann begeistern junge Talente aus der Region und dem europäischen Ausland gemeinsam mit den Stars von morgen in der Steinway-Lounge. Der in der Region bekannte Maler Jan Davidoff zeigt bei der Festivalausstellung „Art & Music“ seine Werke. Experten stellen sich der Talkreihe „Musik im Dialog“ - und das alles in dem bereits erwähnten umgebauten Kuhstall, dem Braunviehstall von Gut Achselschwang.

Tickets für die „Ammerseerenade“ gibt es hier.

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