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Gruseldinner

01.04.2015

Dr. Hydy ist wunderbar verrückt

Vielseitig talentiert: Merle Lisek, hier in der Rolle von Dr.Hydy, kümmert sich um Inspektor Abberline (Alexander Baab).
Bild: Julian Leitenstorfer

Ein Theaterspaß um den legendären Jack the Ripper

 Ein Gruseldinner in fünf Akten? Zuerst war ich ja skeptisch, denn gruselige Dinner hat man im Laufe des Lebens meist mehrere erlebt, allerdings waren sie wenig erheiternd. Doch beim Gruseldinner „Jack the Ripper“ soll ja nicht das Essen gruselig sein, sondern das Theaterstück rund um den bekannten Serienmörder. Gespielt wird im Saal des Gasthof Drexl in Schondorf – und der ganze Saal wird einschließlich des Publikums zu Theaterbühne und Statisten, denn einige der Zuschauer müssen mitspielen und haben wie der junge Mann, der den Part des Gerichtsdieners Charles Brown übernimm, sichtlich Spaß dabei. Man befindet sich im Gerichtssaal von Richter Theodore Appetither Moonthmouth (gespielt von Fred Lobin), dessen wertvollste Beiträge zur Aufklärung des Falls, die Essenspausen waren. Lobin ist auch noch als Magier Houdinus unterwegs. Inspektor Abberline (Alexander Baab) will den Fall zwar aufklären, und gerät aber schnell selbst in Mordverdacht, denn die geheimnisvolle Alexandrina Kent (Laura J.C. Schmidt) bezichtigt ihn des Mordes und will das in einer lückenlosen Beweiskette dem Publikum und dem Richter vorlegen. Dabei führt sie das Publikum durch die Show des Magiers, ins Irrenhaus des Dr. Hydy und zu den Leichendieben auf dem Friedhof, immer verfolgt statt auf der Spur von Jack the Ripper. Eine rasante Handlung, witzige Dialoge und eine sehr wandelbare Schauspielerin namens Merle Lisek, die in mehreren Rollen ihr Talent beweist, machen diesen Abend zu einem riesigen Spaß. Hier ist Lachen statt Gruseln angesagt. Lisek lispelt als Showgirl Wanda Wonderful ganz entzückend, ist witzig-schräg als Dr. Hydy, und als Leichendiebin Annie oder Molly Mordered spielt sie gerne mit dem Publikum. Doch ihr ganzer Einsatz (und der ist wirklich sehenswert!) ist umsonst, am Ende ist sie immer wieder die Leiche.

Aber, wie könnte es in einem Krimi auch anders sein.

Für den Service im Saal (fast 100 Gäste) sorgt das Team vom Gasthóf Drexl – und servierte ein laut Karte gar „schauriges“ Vier-Gänge-Menü, das den Abend noch ein wenig angenehmer macht.

Eine Karotten-Ingwer-Suppe nach Londoner Art, ein Salat mit grausam geräucherten Forellenfilets und Involtinis von der gemeuchelten Schweinelende mit blutjungem Gemüse. Wer danach noch nicht satt ist, kann noch Mary Janes Bayerische Creme genießen – denn der Fall ist gelöst und Richter Moonthmouth kann gut gesättigt nach Hause gehen.

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