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Denklingen

28.11.2019

Dramatischer Einbruch bei der Gewerbesteuer

Die Gemeinde Denklingen wird heuer deutlich weniger Gewerbesteuer einnehmen als geplant. Das teilte Bürgermeister Andreas Braunegger bei der Bürgerversammlung mit. Größter Gewerbesteuerzahler ist der Automobilzulieferer Hirschvogel (Foto unten links). Großprojekte wie die Neugestaltung des Rathausplatzes (oben) und der Neubau des Bürger- und Vereinszentrums sollen dennoch umgesetzt werden.

Bürgerversammlung Denklingens Bürgermeister Andreas Braunegger informiert die Bürger über die neusten Zahlen. Warum die Gemeinde trotzdem an den Großprojekten mit einem Gesamtvolumen von 33 Millionen Euro festhält.

In den vergangenen Jahren sprudelte die Gewerbesteuer in Denklingen jeweils kräftig. Die Gemeinde konnte sowohl 2017 als auch 2018 über drei Millionen Euro zurücklegen. Das wird heuer nicht möglich sein, sagte Bürgermeister Andreas Braunegger bei der Bürgerversammlung im Rathaus den 80 Besuchern. Die Einnahmen fallen dramatisch geringer aus als erwartet, weil Denklingen vorausbezahlte Steuern erstatten müsse.

Mit drei Millionen Euro an Einnahmen aus der Gewerbesteuer rechnet die Gemeinde für 2019 noch, sagte Braunegger. Vergangenes Jahr waren es 6,3 Millionen Euro und im Jahr zuvor 5,9 Millionen Euro. Auch heuer kalkulierte Denklingen zunächst mit Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Höhe von 6,5 Millionen Euro. Bereits bei der Verabschiedung des Haushalts Ende März wurde die Prognose auf fünf Millionen Euro herabgesetzt.

„Wir beobachten die wirtschaftliche Entwicklung natürlich und berücksichtigen dies in unseren Planungen“, sagte Braunegger damals gegenüber dem LT und wiederholte diese Aussage nun in der Bürgerversammlung. Die schwierige Situation in der Automobilbranche machen sich im Haushalt der Gemeinde bemerkbar. Der Automobilzulieferer Hirschvogel beschäftigt in Denklingen mehr als 2000 Arbeitnehmer.

Dramatischer Einbruch bei der Gewerbesteuer

Für die Lechrain-Gemeinde ist der Zeitpunkt, an dem die Konjunktur einbricht, besonders bitter, weil jüngst viele Großprojekte angeschoben wurden. Die Trinkwasserversorgung wird für rund zehn Millionen Euro erneuert, es soll eine neue Kindertagesstätte gebaut werden, die laut Planungen 6,2 Millionen Euro kosten wird, und der Platz vor dem neuen Rathaus soll für 2,2 Millionen Euro gestaltet und das Rathaus barrierefrei zugänglich gemacht werden. Zudem steht der Umbau des alten Rathauses zu einer Arztpraxis an. Der Kostenanteil der Gemeinde beläuft sich hier auf 1,25 Millionen Euro. Das teuerste Projekt ist der Bau des Bürger- und Vereinszentrums. Laut Kostenschätzung werden dafür 13,4 Millionen Euro fällig.

Bürgermeister Andreas Braunegger sagt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die Finanzierung der Projekte dennoch nicht gefährdet sei, selbst wenn die Gewerbesteuer in den kommenden Jahren auf dem heutigen Niveau bleibe. „Unser Geschäftsstellenleiter Johann Hartmann hat alles im Griff. Ich vertraue ihm.“ Braunegger verwies in der Versammlung zudem darauf, dass Denklingen über beachtliche Rücklagen verfüge. So seien derzeit 14 Millionen Euro bei Banken angelegt. Und die Erneuerung der Trinkwasserversorgung werde über eine Umlage auf die Wassergebühren finanziert. Der Preis je Kubikmeter werde steigen, kündigte er an, das gelte auch für die Hundesteuer ab 1. Januar kommenden Jahres.

Eines der Großprojekte zurückzustellen, sei kein Thema so Braunegger. „Wir haben die Prozesse in die Wege geleitet. Wenn wir diese jetzt stoppen würden, würde das auch viel Geld kosten.“ Er sagte in der Bürgerversammlung zudem, dass er sich in anderen Orten über die Erfahrungen bei vergleichbaren Großprojekten informiert habe und die Schwierigkeiten, die es dort möglicherweise gegeben habe. „Ich tue alles, um Fehler und leichtfertiges Handeln zu vermeiden“, betonte er in der Bürgerversammlung.

Braunegger hatte aber auch gute Nachrichten für die Bürger, was die Finanzen angeht. So seien bei der Ausschreibung für die Erneuerung der Trinkwasserversorgung deutlich bessere Angebote eingegangen als kalkuliert. Wie berichtet, liegt die Ersparnis hier bei 1,8 Millionen Euro. Und auch beim Rathausplatz habe die Gemeinde nachgebessert und durch ein kleineres Baufeld erreicht, dass nur noch 2,2 statt 3,4 Millionen Euro anfallen. Die Ausschreibungsergebnisse seien erst vor Kurzem bei der Gemeinde eingegangen.

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