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Pürgen

13.04.2016

Durch Wald und Feld statt durchs Dorf

Im Osten von Lengenfeld tut sich was: Gerade wird das neue Wohngebiet auf dem Hagenheimer Feld erschlossen (da, wo die Erdhaufen zu sehen sind) und ab dem nächsten Jahr will die Gemeinde Pürgen mit dem Bau einer Umgehungsstraße beginnen.
Bild: Thorsten Jordan

In Lengenfeld wird der Plan für die Umfahrung vorgestellt, die ab 2017 gebaut werden soll. Für den Ausbau maroder Gemeindestraßen müssen die Anlieger künftig möglicherweise zahlen

Neue Perspektiven tun sich wahrscheinlich in zwei bis drei Jahren für alle auf, die zwischen Landsberg und Weilheim unterwegs sind. Statt durch Lengenfeld werden sie dann durch Wald und Wiesen fahren. Bei der Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle in Lengenfeld präsentierte Pürgens Bürgermeister Klaus Flüß am Dienstag die Planung für die Umfahrung. Anmerkungen gab es dazu aus dem Publikum nicht. Die Wortmeldungen bezogen sich auf andere Verkehrswege und -probleme.

Mit einer mehr als drei Kilometer langen Neubaustrecke soll der zweitgrößte Pürgener Ortsteil vom Verkehr entlastet werden. Das Baurecht hierfür hofft die Gemeinde noch heuer in Form eines Planfeststellungsbeschlusses der Regierung von Oberbayern zu bekommen. Dann könnte ausgeschrieben und ab dem nächsten Jahr gebaut werden. Mehr als acht Millionen Euro sind für diese neue Straße veranschlagt, die durch das Hagenheimer Feld und das Feuchtnerholz im Osten und Süden der Lengenfelder Flur führen soll. Wo die genaue Trasse sein wird, zeigte Flüß anhand eines Plans: Demnach wird die neue Straße auf Höhe der Einmündung ins Gewerbegebiet beginnen, wo ein Kreisverkehr vorgesehen ist. Von dort geht es teilweise auf und teilweise neben der bisherigen Straße nach Hagenheim nach Osten bis zur Einmündung der Ammerseestraße. Der Anschluss der Verbindung Lengenfeld–Hagenheim wird hier dann über zwei Einmündungen hergestellt, für Fußgänger und Radfahrer ist laut Flüß nun eine Unterführung geplant und keine Überführung mehr. Durch Wiesen und Wald soll die neue Straße südlich des Streicherhofs wieder in die Weilheimer Straße einschwenken. Im weiteren Verlauf will das Staatliche Bauamt die Staatsstraße verbreitern und die Doppelkurve bei einem Anwesen weiter südlich entschärfen.

Die Umfahrung verlaufe auf einer Trasse, die laut schalltechnischer Untersuchung so weit von den nächsten Wohnhäusern entfernt sein wird, dass keine Schutzmaßnahmen nötig seien. Das Staatliche Bauamt sei jedenfalls aufgrund der Berechnungen nicht bereit, solche Vorkehrungen zu treffen. Falls dies gewünscht werde, müsse dies die Gemeinde bezahlen, erklärte Flüß.

Durch Wald und Feld statt durchs Dorf

Gebaut werden soll die neue Straße in Form einer Sonderbaulast durch die Gemeinde. Ihr finanzieller Anteil wird sich auf maximal 25 Prozent belaufen. Aufgrund der unterdurchschnittlichen Finanzkraft der Kommune sei jedoch davon auszugehen, dass es auch nur 20 oder noch weniger Prozent sein werden. So oder so wird die Umfahrung ein nicht unerheblicher Kostenfaktor für die Gemeinde sein: 1,7 bis 1,8 Millionen Euro könnten es werden, deutete das Gemeindeoberhaupt an.

Von der Umfahrung werden 42 land- und forstwirtschaftliche Grundstücke berührt, erklärte Flüß weiter. Mit den meisten Eigentümern sei man sich einig geworden, mit fünfen verhandle er noch.

Weiter berichtete Flüß über den Stand des neuen Wohngebiets im Hagenheimer Feld: 21 Bauplätze – davon 14, die die Gemeinde an Einheimische verkaufen kann – werden dort nördlich an die Josef-Holzheu-Straße anschließend erschlossen.

Mit Blick auf die Zukunft berichtete der Bürgermeister von Überlegungen, im nächsten Jahr den Kindergarten anzubauen, der bislang zwei Klassenzimmer nutzt, die dann für die Schule benötigt werden.

Überlegt werde auch, eine Straßenausbaubeitragssitzung zu erlassen, mit der Ausbaukosten teilweise auf die Anlieger umgelegt werden können. Anlass dafür sei weniger, dass demnächst viele Ausbauvorhaben anstehen, als vielmehr, dass das Landratsamt Gemeinden nur noch dann erlaube, Kredite aufzunehmen, wenn diese ihre Einnahmemöglichkeiten ausgeschöpft haben.

Im weiteren Verlauf der Versammlung berichtete Dieter Friedrichsdorf über die Aktivitäten im Helferkreis Asyl, der momentan 47 Asylbewerber betreut, die in der Tankstelle und im ehemaligen Gasthof zum Hasen untergebracht sind.

Bei der anschließenden Aussprache gab es nur wenige Wortmeldungen. Anwohner der Pürgener Straße in Ummendorf riefen nach Geschwindigkeitskontrollen. Bürgermeister Flüß will deswegen beim Landkreis vorstellig werden, denn es handle sich um eine Kreisstraße. Auch ein Anwohner der Landsberger Straße in Lengenfeld forderte Radarmessungen, die gebe es auch in Ludenhausen und Rott, ja sogar auf der Zufahrt zum Abfallwirtschaftszentrum in Hofstetten.

Kritik entzündete sich an einem mit gequetschten Kies hergerichteten Feldweg in Stoffen: Dieser sei für Fahrräder ungeeignet, schimpfte ein Bürger, der forderte, den Weg noch einmal zu walzen.

Als Letztes wurde noch gewünscht, einen Radweg von Ummendorf nach Landsberg zu bauen. Er sei bereits mit der Stadt in Kontakt, erklärte der Bürgermeister.

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