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Greifenberg

09.11.2017

Duswinkelbrücke: Die Anlieger sollen zehn Prozent zahlen

Die Sanierung der Duswinkelbrücke wird bald in Angriff genommen. In der jüngsten Sanierung diskutierten die Räte darüber inwieweit die Anlieger mitzahlen müssen.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Die Kosten für die Brückensanierung liegen bei 600.000 Euro. Die Fußgängerunterführung in Neugreifenberg wird nicht barrierefrei.

Es ist meist angenehm, wenn ein Ort an einer Bahnlinie liegt und einen Bahnhof verfügt. Wenn diese Linie einen Ort und seine Flur teil und Gleisquerungen notwendig sind und der Bahnhof bereits geschlossen ist, dann kann dies allerdings auch zu Problemen führen und damit ist die Gemeinde Greifenberg gerade befasst.

Von der Bahnhofstraße in Neugreifenberg führt ein nicht barrierefreier Fußweg unter den Gleisen in Richtung Altort und in die Windachauen mit dem Flurnamen Duswinkel im Süden der Gemeinde. Sue sind nur über eine marode Brücke zu erreichen.

So viel Prozent bleiben bei den Anliegern hängen

Wird bei solchen Bauten etwas verbessert, dann hat stets auch die Bahn ein Wort mitzureden und das kann bedeuten, dass es teurer werden kann. Dass die Duswinkelbrücke erneuert werden soll, hat der Gemeinderat Greifenberg vor längerer Zeit bereits beschlossen. In der jüngsten Sitzung ging es nun darum, ob die von dem „Bauwerk profitierenden Anlieger“ an den Kosten beteiligt werden. Kämmerer Andreas Hanel berichtete zunächst, dass laut Gesetz etwas auf die Anlieger umzulegen sei. „Die Beteiligung muss angemessen stattfinden und sollte zwischen null und 70 Prozent betragen“, sagte Hanel. Zudem habe die Brücke für die Kommune keine so große Bedeutung, weil es ja noch die Zufahrt vom Sportplatz aus gebe.

Die Straße und damit die Brücke werde aber auch von Spaziergängern und Radfahrern genutzt, führte Bürgermeister Johann Albrecht aus. „Wir haben uns überlegt“, so der Bürgermeister, „dass wir zehn Prozent der Kosten von den anliegenden Eigentümern fordern. Bei geschätzten Gesamtkosten von 600.000 Euro wären das 60.000 Euro.“ Bei 25,7 Hektar Fläche, die über die Duswinkelbrücke angefahren werden, sind das laut Albrecht 24 Cent pro Quadratmeter.

14 Anlieger sind im Duswinkel Grundeigentümer, das größte Einzeleigentum sind 13.000 Quadratmeter. Ein erheblicher Teil davon ist, wie Albrecht erläuterte, „Unland“. Also Land, das nicht nutzbar ist (Nassflächen an der Windach). Dort auch zehn Prozent zu verlangen, wurde teilweise als problematisch angesehen. Franz Bichler schlug deshalb vor, generell nur fünf Prozent zu verlangen, hatte damit aber keinen Erfolg. Der Gemeinderat beschloss mehrheitlich, zehn Prozent zu veranschlagen.

Steht der Aufwand in einem Nutzen?

Die Überlegung, den Fußgängerdurchgang von der Bahnhof- zur Landsberger Straße barrierefrei zu erneuern, wird hingegen nicht weiter verfolgt. Der Vorschlag war in einer der vergangenen Sitzungen angesprochen und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden. Diese stellte Planer Thomas Glatz in der jüngsten Sitzung vor. Und machte gleich von vornherein klar, dass das mit vielen Schwierigkeiten und hohen Kosten verbunden ist. „Wir haben bei dem Durchgang eine mittlere Steigung von 14,8 Prozent und einen Höhenunterschied von 4,20 Metern.“ Bei vorschriftsmäßigem Ausbau mit höchstens sechs Prozent Steigung und alle paar Meter einer ebenen Ruhezone von 1,50 Metern Tiefe wäre eine 45 Meter lange und drei Meter breite Rampe notwendig, was einen Flächenverbrauch von 140 Quadratmetern bedeute. Zudem müsste die Treppe, die zur Landsberger Straße hinaufführt, versetzt werden.

Bei einer möglichen Alternative „Aufzug“ müsse die Treppe ebenfalls umgebaut werden und auch die Schwierigkeiten wären dieselben. Immer müsse die Bahn mit eingebunden werden „und das macht die Maßnahme richtig teuer“, so Glatz. Zu genauen Kosten allerdings, konnte der Planer keine Aussage machen. Ein solcher Eingriff wäre für Harry Huck nur gerechtfertigt, wenn es die einzige Verbindung wäre. „Aber es geht ja auch außen herum.“ Dieter Sohn sieht das genauso. „Bei 45 Metern Rampe kann auch der andere Weg genommen werden“, meinte der Gemeinderat. Im Übrigen stehe die doch nicht allzu häufige Nutzung des Durchgangs in keinem Verhältnis zum vermutlich beträchtlichen finanziellen Aufwand.

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