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Penzing

17.02.2020

E-Sport-Cup in Penzing: Auch Gamer haben einen Fußballtrainer

Auf großer Bühne spielen (von rechts) Andreas Lipp, Pauls Erdt, Marc Jungwirth und Maximilian Ziegler.
Bild: Stephanie Millonig

Plus Im Cineplex in Penzing messen sich 32 Teams beim 1. E-Sport-Cup der Sparkasse Landsberg-Dießen. Die Teilnehmer sehen sich durchaus als richtige Sportler. Frauen sucht man beim Turnier vergeblich.

Ein dunkler, hoher Raum mit vielen Bildschirmen und Stühlen davor, in dem sich über 80 Personen drängen. Draußen scheint die Sonne. Im Event-Saal des Cineplex Penzing veranstaltet die Sparkasse Landsberg-Dießen den 1. E-Sport-Cup im Landkreis, 32 Teams mit je zwei Spielern gehen an den Start.

Zu Beginn gibt es eine kurze Einführung von Organisatorin Nicole Hilper von der esport event GmbH. Zwei Mal sechs Minuten in Realzeit wird gespielt, doch auf dem Bildschirm laufen währenddessen 90 fiktive Minuten ab. Mit welcher Elf gespielt wird, das können sich die Wettkampfteams aussuchen. FC Bayern, Manchester City, FC Liverpool, FC Barcelona und die französische Nationalmannschaft – das sind die Teams, die von vielen Teams während des Wettkampfs gewählt werden. An acht Bildschirmen fighten jeweils zwei E-Sportler gegen ein gegnerisches Duo. Fernseher Nummer eins steht erhöht auf einer Tribüne. Dort sitzen sich die gegnerischen Gamer an zwei Bildschirmen gegenüber, ihr Match wird auf eine große Leinwand übertragen.

Lino Martini (von rechts) aus Eresing begleitet seine Freunde Arthur Wittermann und Josef Heininger als Coach zum 1. E-Sport-Cup der Sparkasse Landsberg-Dießen.
Bild: Stephanie Millonig

Obwohl sich viele Menschen im Raum aufhalten – die E-Gamer, die gerade nicht an der Reihe sind, schauen sich zumeist Spiele der anderen an -, hört man nur leise Gespräche oder mal einen Ausruf. Konzentriert blicken die Spieler auf das Geschehen vor ihnen am Bildschirm, in den Händen den Controller der Playstation, der die real nachgebildeten Fußballstars in der Computersimulation steuert. Pascal Stroehl aus Hofstetten hat seinen eigenen Controller mitgebracht. An dem kleinen Steuergerät hat er die Sticks verändert und schwört darauf, dass sie so besser zu nutzen sind. Der 24-Jährige spielt mit seinem Bruder Justin (22) und ist anhand seines FC-Hofstetten-Trikots als „echter“ Fußballer erkennbar.

E-Sport-Cup in Penzing: Auch Gamer haben einen Fußballtrainer

Ist E-Sport ein richtiger Sport? Die beiden Brüder sehen das so. Körperliche Fitness sei notwendig, um die Konzentration für das Computerspiel zu finden. „Es ist nicht nur der Daumen“, sagt Pascal in Anspielung auf den Finger, der den Stick bedient. Es helfe aber nicht unbedingt, wenn man aktiver Fußballer sei, es komme mehr auf ein Fußballverständnis an. „Es ist eine Kopfsache und es kommt auch auf Reaktion an“, sagt auch Halil Arslan aus Leeder. Der 28-Jährige hat 2013 begonnen, Fifa zu spielen und vor zwei Jahren einen Fifa-Cup bei einem Elektronikfachmarkt in Landsberg gewonnen. Wenn ein Spiel vorbei sei, sehe er sich an, was er für Fehler gemacht habe und wie er sie verbessern könne. Sein Teampartner ist Oktay Simsek, beide haben auch in Vereinen Fußball gespielt.

Einige Zocker haben die gleichen Trikots an

An ihren Trikots sind auch fünf Jungs als Spieler des SF Windach erkennbar. Die beiden 19-jährigen Josef Heininger und Arthur Wittermann bilden ein Team. „Ich bin der Coach“ sagt Lino Martini und grinst. Auch für sie ist E-Sport ohne Frage ein Sport. Mit zu dem Windacher Quintett zählen auch Paul Erdt und Andreas Lipp. Vereinzelt streifen auch Frauen durch den Saal, aber nur als Zuschauerinnen. Sarah Leirer aus Obermühlhausen ist gekommen, um ihre Brüder und den Freund zu unterstützen. Selbst gespielt hat die 26-Jährige noch nie. Keine einzige Frau nimmt am Spiel in Landsberg teil, am parallel verlaufenden Wettkampf der Sparkasse in Gifhorn ist es eine, wie Organisatorin Nicole Hilpert verrät. Sie kennt nur in Österreich eine erfolgreiche E-Gamerin, ansonsten gebe es in diesem Bereich kaum Frauen.

Sie sind die Besten: Christoph Häckl (links) und Oliver Schmalfuss gewinnen den 1. E-Sport-Cup der Sparkasse Landsberg-Dießen.
Bild: Stephanie Millonig

Große Wettkampferfahrung haben die wenigsten der Gamer, mit denen das LT gesprochen hat. Auch der 23-jährige Christoph Häckl hat erst einmal live bei einem Wettkampf in München mitgespielt. Aber er hat sich vorbereitet mit seinem Teamkollegen Oliver Schmalfuss (24). „Wir haben am Freitag zwölf Stunden online gespielt.“ Das Üben hat sich gelohnt: Schmalfuss und Häckl setzen sich beim Abschlussspiel um 17.25 Uhr gegen Niklas Jörg und Simon Mauerhafen durch. Auf Platz drei landet das Team Paul Erdt und Andreas Lipp. Die Reischer Tobias Sießmeir und Matthias Keller, mit denen das LT im Vorfeld gesprochen hatte, werden Vierte.

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