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Landsberg

24.02.2016

Ehrenamtliche wollen drei Teilzeitstellen

Sie präsentierten die Integreat-App in Landsberg: (von links) Fritjof Knier, René Amado Lehmann und Daniel Kehne.
Bild: Thorsten Jordan

Die Integration soll verbessert werden. Eine App könnte helfen

Noch bis Ende März hat das Landratsamt Zeit, Mitarbeiter für die soziale Betreuung von Asylsuchenden zu finden. Wie berichtet, übernimmt dann der Landkreis diese Aufgabe, die bislang das Rote Kreuz inne hatte. Während die Kreistagsfraktion der Grünen weiterhin Kritik an dieser Entwicklung übt, nehmen Raffael Sonnenschein und seine Mitstreiter vom Integrationsprojekt LandsbergLäuft die neue Konstellation zum Anlass, ihren Wunsch nach einer Neuorientierung in der lokalen Flüchtlingsarbeit publik zu machen. Anfang März ist deswegen ein Gespräch mit dem Landrat terminiert.

Die bei LandsbergLäuft organisierten Ehrenamtlichen haben ihren Vorschlag unter dem Motto „Eine Plattform mit vielen Brücken und Chancen“ zusammengefasst. „Wir wollen nicht abwarten, sondern unseren Hut in den Ring werfen“, sagte Raffael Sonnenschein bei einem Treffen von Asylhelfern aus dem Landkreis im Sportzentrum. Viele Ehrenamtliche wüssten derzeit nicht, ob sie weitermachen. Ihre Arbeit sollte künftig mehr Wertschätzung erfahren. „Unsere zivilgesellschaftlichen Leistung sollte in Zukunft auf gleicher Augenhöhe begegnet werden“, so Sonnenschein.

Wolfgang Müller, der Pressesprecher des Landratsamtes, bestätigt den Termin mit dem Vertreter des Integrationsprojekts. Man werde sich die Vorschläge anhören und stehe dem Gespräch offen gegenüber. Was Raffael Sonnenschein und seine Mitstreiter wollen, haben sie bei ihrem Treffen in Landsberg bereits vorgestellt. Nach der Gründung eines Vereins sollten im Etat des Landkreises auch drei Teilzeitstellen für Mitglieder des Vereins Platz finden. Deren Arbeitsschwerpunkt wäre die Integration der Flüchtlinge. Denn bislang kümmert sich der Landkreis vor allem um die Unterbringung, Versorgung und soziale Betreuung der Asylbewerber.

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Wie die Integration erleichtert werden kann, stellten die Augsburger Studenten Daniel Kehne und Fritjof Knier im Sportzentrum vor. Sie haben die Integreat-App entwickelt. Eine mit dem Handy nutzbare Anwendung, die über alle notwendigen Adressen, Tipps und Hinweise in der neuen Umgebung verfügt und ab der Ankunft im Landkreis ein nützlicher Alltagsbegleiter sein kann. Über ihr Smartphone können sich die Flüchtlinge kostenlos informieren, wo der nächste Arzt ist, wer Deutschkurse anbietet oder wo welche Anträge abgegeben werden müssen. Besonders praktisch sei die App, weil sie, wenn sie einmal heruntergeladen ist, überall offline genutzt werden kann und somit kein Internetanschluss nötig sei. Dass an Feiertagen die Geschäfte geschlossen sind, erfahren die Nutzer der App ebenso wie die ersten Schritte zur Eröffnung eines Bankkontos.

Entwickelt wurde die App von einer Forschungsgruppe des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik an der Technischen Universität München mit Studenten sowie dem Augsburger Verein Tür an Tür. Die kommunalspezifischen Informationen sollen innerhalb des Asylhelferkreises von René Amado Lehmann aus Landsberg zusammengetragen werden. Der 25-jährige Daniel Kehne ist in vielen Kommunen unterwegs, um die kostenlose App für Flüchtlinge in der gesamten Bundesrepublik nutzbar zu machen. In Augsburg ist sie bereits seit Ende vergangenen Jahres im Einsatz.

An die 70 Städte und Landkreise haben bislang mit Daniel Kehne Kontakt aufgenommen. Zuletzt wurde die App in Kissing im Landkreis Aichach-Friedberg unter der Regie eines ehrenamtlichen Asylhelferkreises in Betrieb genommen. In Landsberg steht man noch in den Startlöchern, hofft aber, die dritte ehrenamtliche Initiative zu sein, die Flüchtlingen die App anbietet.

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