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Fuchstal

20.03.2020

Ein Bauwerk sorgt in Fuchstal für Irritationen

An diesem Standort östlich von Leeder werden der Wärmetopf und die weiteren Einrichtungen des Projektes „Energiezukunft“ gebaut. Im Vordergrund sind die von den Windkraftanlagen führenden Stromkabel zu sehen.
Bild: Andreas Hoehne

Plus Der Wärmetopf, der in Fuchstal Wärme aus der Biogasanlage speichern soll, wird 16 Meter hoch. Das sorgt für Kritik. Der Planer erklärt, warum eine Versenkung im Boden nicht möglich ist.

Die Gemeinde Fuchstal treibt das Fünf-Millionen-EuroProjekt „Energiezukunft Fuchstal“ voran. In der jüngsten Gemeinderatssitzung äußerten sich aber einige Räte irritiert hinsichtlich des geplanten Wärmetopfs, in dem überschüssige Wärme aus der Biogasanlage auch für längere Zeit gespeichert werden kann. Stein des Anstoßes ist die Höhe des Bauwerks aus Metall.

Die Höhe des Wärmetopfs beträgt bei einem Durchmesser von 20 Metern immerhin 16 Meter. Bürgermeister Erwin Karg verwies darauf, dass eine Absenkung um zwei Meter vielleicht möglich, aber mit hohen Kosten verbunden sei. Lukas Kiermeier vom planenden Büro Robert Sing sagte auf Nachfrage des LT, dass ein Versenken des Topfes aus technischen Gründen nicht möglich sei, da man die Höhe der Wassersäule als Druck benötige.

Ein Wall umgibt den Wärmespeicher

Es werde in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde ein sechs Meter breiter Streifen um die Projektfläche angelegt, auf dem gebietsheimische winterlaubtragende Bäume und Sträucher gepflanzt werden, sagte Kiermeier im Gemeinderat. Der Wärmespeicher selbst werde in Absprache mit der Landkreisbehörde in einem dunklen, unauffälligen Grün gehalten und mit einem zwei Meter hohen Wall umgeben, auf den zusätzlich hochwachsende Weißbuchen oder Pappeln gepflanzt werden sollen. Die Höhe sei zudem „relativ“ zu sehen, schließlich seien auch Maschinenhallen im freien Gelände um die elf Meter hoch, äußerte der Bürgermeister. Letztlich sei der Wärmetopf ähnlich wie ein Sendemast oder eine Windkraftanlage nicht völlig zu verbergen, schränkte Karg ein.

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Der Gemeinderat vergab in seiner Sitzung mehrere Aufträge für das Projekt. Für rund 610.000 Euro wurde der Auftrag für den 5000 Kubikmeter fassenden Wärmetopf vergeben. In ihm wird die überschüssige Wärme aus der Biogasanlage gespeichert und bei Bedarf in das Fuchstaler Fernwärmenetz abgegeben. So ist dann auch dessen Erweiterung möglich, was weitere CO2-Emissionen durch die Heizungen in den Häusern einsparen würde. Ausgewählt wurde unter sechs Angeboten eine Heizungsbaufirma aus Nordrhein-Westfalen, die sich auf die Errichtung von Großspeichern spezialisiert hat.

Der Wärmetopf soll Schwankungen ausgleichen

Notwendig wird auf dem bereits abgeschobenen Gelände östlich von Leeder zusätzlich noch der Bau eines Pendelspeichers und die Einbindung des Wärmespeichers in das hydraulische Netz, was nochmals etwa 300000 Euro kosten wird, so Karg in der Sitzung. Lukas Kiermeier erläutert hierzu, dass der etwa 200 Kubikmeter fassende Druck-Pendelspeicher sich neben dem Wärmetopf befinde. Seine Aufgabe sei es, kurzfristige Schwankungen im Wärmenetz auszugleichen. Er werde auch bei der Wärmezuführung vorrangig bedient. Der Wärmetopf selbst wird durch eine Fachfirma mit vollentsalztem Wasser befüllt.

An der Wärmeleitung, die von der Biogasanlage in Richtung Asch und Leeder führt, wird auf der Höhe des Wärmetopfs in einem Gebäude eine Weiche installiert. Dort wird für den Fall, dass im Fernwärmenetz kein oder wenig Bedarf besteht, die überschüssige Wärme über zwei Wärmetauscher in den Speicher übertragen, so der Planer.

Aus dem Strom wird Wärme erzeugt

Das zweite Bein des Projekts ist die Speicherung des von den Windkraftanlagen fließenden, im Netz nicht benötigten Stroms. Die dazu notwendigen Kabel wurden im Herbst verlegt. Der Strom gelangt entweder in die Batteriespeicher, für die ein Budget von knapp zwei Millionen Euro zur Verfügung steht und die in Containern untergebracht sind, oder zu der in einem weiteren Gebäude untergebrachten „Power-to-Heat-Anlage“, die rund 200.000 Euro kosten wird. Dort wird aus dem Strom Wärme erzeugt, die wiederum in den Pendelspeicher und den Wärmetopf gelangt. Die beiden bereits bestehenden Gasthermen werden an den Projektstandort verlagert, so Kiermeier, und schon wie bisher für Spitzenlasten genutzt.

Für die Batteriespeicher mit einer Kapazität von fünf Megawatt und das „Power-to-Heat-Modul“ befinde man sich in den Bietergesprächen, sodass eine Auftragsvergabe noch im April möglich sei, berichtete der Planer. Abhängig von den Lieferzeiten hoffe er auf einen Start des Projekts, das zu 75 Prozent aus Bundesmitteln gefördert wird, für Anfang des Jahres 2021. Vergeben wurde mittlerweile auch der Auftrag für die Standorterkundung, die rund 3000 Euro kostet.

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