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16.09.2009

Ein Besuch auf der Burg

Thaining "Oedenburg" steht auf einem handgemalten Schild am Waldrand. Doch dieses Ziel zu finden, ist nicht unbedingt leicht. Um als nicht Ortskundiger zum ehemaligen Schlossberg zu gelangen, benötigt man die Hilfe eines Einheimischen, wie Gertrud Töpfer. Am Toteisloch vorbei geht es im Wald zunächst rechts, dann links und wieder rechts - bis etwa eineinhalb Kilometer vom Dorf entfernt ein neuerlicher Wegweiser auf einen mit Stufen befestigten Weg hinweist. Er schlängelt sich um eine heute von hohen Bäumen verborgene Erhöhung nach oben und wurde Anfang der 1990er Jahre vom Heimatverein angelegt. "Als ich 1960 hierher kam, konnte man die Kuppe noch gut sehen", erinnert sich Gertrud Töpfer. Sie war Lehrerin in Thaining und später in Issing und ist Vorsitzende des Heimatvereins. Im 11. Jahrhundert saßen auf der Burg Taining die Herren von Taningen. Rund 1000 Jahre später ist die einstige Turmburg im Wald nordöstlich des Ortsrandes nur noch zu erahnen. In der Mitte einer mächtigen Erhebung tut sich ein tiefer Trichter auf nach unten schmaler werdend, etwa sechs bis sieben Meter tief und mit einem Rand-Durchmesser von 15 bis 20 Metern. "Hier war vermutlich das Burgverlies", sagt Gertrud Töpfer. Als Lehrerin hat sie im Heimatkundeunterricht vielen Kindern die Sagen erzählt, die sich um die einstige Burg ranken. "Ich bin immer mit den Schülern hierher gegangen", erzählt sie, "und wenn das Wetter schlechter war, haben sich manche ganz schön gegruselt."

Am Rand des Trichters steht eine rustikale Bank, gezimmert von einer Pfandfindergruppe im Rahmen einer "Zeit für Helden-Aktion". Die Jugendlichen gestalteten eine Infotafel mit den wichtigsten Fakten, bauten den Weg zur Burgruine aus und machten ihn mit Stufen trittsicher.

Perfekte Rundumsicht

Mit viel Fantasie kann man sich hier in die Zeit der Raubritter zurückversetzen lassen, die an dieser Stelle gehaust und ihr Unwesen getrieben haben sollen. Am Knotenpunkt von ost-westlich und süd-nördlich verlaufenden Handelsstraßen gelegen, hatten sich die Unholde einen strategisch günstigen Standpunkt ausgesucht. Der zu ihrer Zeit noch unbewaldete Höhenrücken bot eine perfekte Rundumsicht. Feinde und Opfer konnten rechtzeitig erspäht werden.

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Der Adel musste ins Verlies

Einer Sage nach überfielen Raubritter nach der Zeit des Adelsgeschlechtes derer von Taningen Händler, plünderten sie aus und warfen sie ins Verlies (den heutigen Trichter).

Ihren Erfolg feierten sie lautstark, so laut, dass ihre Schreie, Flüche und der Klang ihrer Becher bis ins Dorf hinein zu hören waren. Das wilde Treiben hielt an bis zum mitternächtlichen Glockenschlag. Nach einem fürchterlichen Krach war es plötzlich totenstill. Als die verängstigten Dörfler am nächsten Morgen die Lage auskundschafteten, stellten sie fest, dass die Burg mit Mann und Maus wie vom Erdboden verschluckt war.

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