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Hofstetten

03.07.2018

Ein Bücherschrank für alle

Ulli Högenauer hatte die Idee zum öffentlichen Bücherschrank in Hofstetten.
Bild: Ulrike Reschke

Das Motto lautet: „Nimm eins – gib eins“. Der öffentliche Bücherschrank in Hofstetten ist gestartet.

„Bei Gefallen teilen.“ Das funktioniert nicht nur in der virtuellen Welt. In Hofstetten wird diese Aufforderung jetzt auch beim Lesestoff praktiziert. An einem öffentlichen Bücherschrank kann man sich an den Wochenenden mit frischer Lektüre versorgen und im Gegenzug gelesene Bücher anderen Literaturliebhabern zur Verfügung stellen. Von Freitagfrüh bis Sonntagabend können alle Leseratten das Angebot in einer Garage beim Parkplatz an der Alten Schule nutzen. Montag bis Donnerstag bleibt der Bücherschrank geschlossen. Er verfügt tatsächlich über ein Schloss.

Appell an die Fairness

Krimis, Romane, Lach- und Sachgeschichten sowie Bücher für Kinder und Jugendliche sind in dem Schiebetürenschrank einsortiert. Im unteren Regalfach liegen Gartenzeitschriften und populärwissenschaftliche Zeitschriften, die ausdrücklich zum Mitnehmen gedacht sind. Die Idee zum öffentlichen Bücherschrank hatte Gemeinderätin Ulli Högenauer. Sie ist auch eine der Ansprechpartnerinnen für alle Fragen rund um das soziale Bücherregal. „Es soll ein ausgeglichenes Verhältnis von Geben und Nehmen sein“, appelliert sie an die Fairness.

Für das Projekt entstanden keine Kosten. Vielmehr sei es ein ideales Beispiel für Wiederverwertung. Der Holzschrank stammt aus der Alten Schule, die kürzlich für den bevorstehenden Umbau ausgeräumt wurde. Die Bücher wurden gespendet. „Es ist eine bunte Mischung mit wirklich schönen Bücher aus sämtlichen Literaturrichtungen entstanden“, freut sich Ulli Högenauer. Da der Bücherschrank bereits gut gefüllt ist, werden derzeit keine Spenden angenommen. Damit dies weiterhin so bleibt, sollte jeder, der Bücher entnimmt, sei es zur Ausleihe oder für das heimische Bücherregal, auch Exemplare aus dem eigenen Bestand hineinstellen.

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An die Öffnungszeiten halten

Während der Schalterzeiten werde die Garage, in der der Bücherschrank zu finden ist, von der örtlichen Bankfiliale genutzt, sagt Rupert Käser, der neben Ulli Högenauer als Ansprechpartner fungiert. Er appelliert deshalb an alle, sich an die Öffnungszeiten Freitag bis Sonntag zu halten. Nach dem Umbau der gegenüberliegenden Alten Schule zum Rathaus und Gemeindezentrum werde der Bücherschrank dort untergebracht, und dann uneingeschränkt Tag und Nacht zugänglich sein, so Högenauer.

Öffentliche Bücherschränke dienen dem Austausch von Literatur, auch „Bookcrossing“ genannt. An öffentlich zugänglichen Orten oder Einrichtungen, dann jedoch meist mit eingeschränkten Öffnungszeiten, ermöglichen sie Literaturliebhabern, Lesestoff jeden Genres „für lau“ zu erhalten und gelesene Bücher anderen zur Verfügung zu stellen. Im Hofgarten im Augsburger Domviertel existiert seit 2003 ein öffentlicher Bücherschrank. Entstanden ist er aus einem Kunstprojekt im Jahr 2001.

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