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19.10.2009

Ein Experiment, auf das man sich einlassen musste

Landsberg Strange, indeed - so kann man die Tanzveranstaltung im Stadttheater Landsberg zusammenfassen. Strange wird oft mit fremd, skurril, verquer, seltsam, unüblich, verdreht, mysteriös, unbekannt, sonderbar, ungewohnt oder verkorkst übersetzt und all diese Begriffe und Empfindungen kann die Tanztheaterproduktion "Strange days, indeed" des "jungen theaters basel" hervorrufen.

Manche Zuschauer verlassen die Vorstellung vorzeitig, andere zeigen sich begeistert von dem jugendlichen Elan, mit dem die jungen Künstler (allesamt Laien) auf der Bühne tanzten. Manch einer fühlt sich an die vorherige Fitnessstunde erinnert, für den anderen ist das engagierte Projekt eine erfrischende und experimentelle Abwechslung im Kulturalltag.

Moderne akrobatische Übungen

Zu sehen gibt es moderne (manchmal akrobatische) Übungen, junge Menschen, die sich freuen, gegenseitig anfeinden und auf der Suche nach ihrem Platz im Leben sind. Umgeben sind sie von Zetteln mit seltsamen Nachrichten, vielen Klamotten und jeder Menge Handys, die sie immer wieder benutzen und zeigen, wie "strange" das Leben manchmal sein kann, wenn etwa ein Inder seinen Hund heiratet, um sich von der Schuld loszueisen, weil er vorher zwei getötet hatte.

Ein Experiment, auf das man sich einlassen musste

Geschichten, wie man sie immer wieder im täglichen Leben hört, mit denen jeder Mensch andere Empfindungen verbindet, oder die einfach nur komisch sind, etwa wenn bei ebay eine Gitarre ersteigert wird, und man feststellt, dass es sich um eine 17 Jahre alte Luftgitarre handelt. Das Ensemble kann durch die Authentizität, Dynamik und die Freude, die von den Personen ausgeht, überzeugen. Auch die Musik bietet fetzige Unterhaltung. Was man auf der Bühne sieht, befindet sich in aber in der Experimentierphase. Doch das ist durchaus gewollt und die jungen Tänzer machten mangelnden tänzerischen Ausdruck und Können oft durch ihre erfrischende Vitalität wett.

Kein Tanzerlebnis

Ein Abend, den man nur genießen konnte, wenn man sich auf diese Experimentierfreudigkeit einließ und kein ausgereiftes Tanzerlebnis (im Sinne der früheren Tanzfestivals in Landsberg) erwartete. Es spielten: Suna Gürler, Sina Keller, Elena Manuel, Nives Onori, Arzu Saglam und David Speiser. Choreografie: Ives Thuwis.

Er studierte an der Tanzakademie von Tilburg und war danach einige Jahre aktiv als Tänzer bei verschiedenen Compagnien. Nach seiner ersten eigenen Choreografie "Royaal Lyrisch" (1992) verlegte er sich mehr und mehr auf die Erarbeitung von Tanztheaterproduktionen für Jugendliche. Bisher kreierte er laut einer Pressemitteilung an die 35 Produktionen. In den letzten 10 Jahren erarbeitete er mehr und mehr Produktionen mit Jugendlichen. Dazu gehören "Mannen" (Kopergietery), "àdieu" (FFT-Düsseldorf) und "Brief" (eine Zusammenarbeit von JES-Stuttgart, Dschungel Wien, Theaterhaus Gessnerallee Zürich und Kopergietery Gent).

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