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Landsberg

04.02.2017

Ein Grabmal, das neugierig macht

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5 Bilder
Das Grabmal des Mediziners Cyriacus Weber befindet sich etwas versteckt hinter dem Hochaltar der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Landsberg. Zum Ende der Restaurierung Ende 2010 konnte LT-Fotograf Thorsten Jordan einige Aufnahmen ohne das Schutzgitter machen.
Bild: Thorsten Jordan

Heuer steht Johann Baptist Baader im Mittelpunkt der Landsberger Geschichtsblätter. Doch das ist nicht alles.

War es im vergangenen Jahr Dominikus Zimmermann, so wird heuer in den Geschichtsblättern des Historischen Vereins Landsberg in spezieller Weise an Johann Baptist Baader erinnert. Dem „Lechhansl“ wurde ein eigener Teil gewidmet, unter anderem mit einer Spurensuche an seinem Geburtsort und einer Abhandlung über sein Deckenfresko in Rott. Doch auch heuer bietet das von Schriftleiter Werner Fees-Buchecker zusammengestellte Werk viel mehr.

Dagmar Dietrich, die frühere Hauptkonservatorin, kennt aus beruflichen Gründen in Landsbergs Altstadt jedes Haus und jede Kirche. Darunter auch das hinter dem Hochaltar in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt versteckte Epitaph des Arztes Cyriacus Weber, das dieser im Jahr 1570 für sich und seine Familie errichten ließ. Es zählt zu den bedeutendsten Grabdenkmalen der Kirche und war vor sechs Jahren mit finanzieller Beteiligung des Historischen Vereins restauriert worden. Das aus Sandstein gehauene Epitaph weckt mit seinem lebensgroßen Totengerippe die Neugier, seiner Geschichte weiter nachzuspüren, als dies bisher geschehen ist, schreibt Dietrich. In ihrem Beitrag stellt sie unter anderem dar, welchen Einfluss der flämische Anatom Andreas Vesalius auf die Gestaltung des Grabdenkmals hatte.

Mit den Heiratsmatrikeln der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt der Jahre 1584 bis 1742 hat sich der ehemalige Stadtheimatpfleger Anton Lichtenstern beschäftigt. Für ihn sind sie eine wichtige Quelle über die Zuwanderung nach Landsberg in dieser Zeit. Lichtenstern betreibt in seinem Artikel Mobilitätsforschung, schreibt über Eheschließungen, die Herkunft von Neubürgern und die Berufe der Einwohner. Sein Untersuchung habe vor allem eines gezeigt: Von Anfang an war die Landsberger Stadtgesellschaft offen für die Zuwanderung von Männern und von Frauen.

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Den Landsberger Burgfrieden hat ein Beitrag von Thomas Pfundner zum Inhalt. Der Ausdruck bezeichnete im Mittelalter einen Hoheitsbereich um eine Burg. Auch die aufstrebenden Städte waren daran interessiert, Gewalt, Raub, Unrecht und streitlustige Gesellen von ihren Mauern fern zu halten. In Landsberg wird der Burgfrieden erstmals 1528 erwähnt. Burgfriedsteine und Friedsäulen markierten die Grenze des Gebiets. Einige davon gibt es heute noch, etwa am Kauferinger Weg oberhalb von Sandau oder aber in unmittelbarer Nähe zum großen Verteilerkreisel im Osten der Stadt.

Bilder und Fotos mit Landsberger Motiven

Ein bedeutender Landsberger war Hubert von Herkomer. An ihn erinnern zwei Artikel in den aktuellen Geschichtsblättern. Franz Xaver Rößle stellt Bilder und Fotos mit Landsberger Motiven vor, die von dem in England und Deutschland lebenden Künstler stammen. Wolfgang Weiße schreibt über die Ehrenschale der Stadt München für die Herkomer-Konkurrenz des Jahres 1905. Weiße bezeichnet es als Glück, dass dieser zweite Preis entdeckt wurde, da die Siegertrophäe im Dritten Reich eingeschmolzen wurde und nur noch das Porträt des Siegers an die Rallye erinnere.

Über die Entwicklung der katholischen Jugendarbeit in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gründung des Bundesrepublik im Jahr 1955 berichtet Viola Kohlberger. Es war Josef Hartlmaier, der die während des nationalsozialistischen Regimes aufgewachsenen Jugendlichen um sich versammelte und mit ihnen die Jugendarbeit in Landsberg aufbaute. Er sei Vorbild, Unterstützer, Mentor und Fürsprecher gewesen. Projekte wie der Bau eines Jugendheims, große Theateraufführungen oder Auslandsreisen seien weit über das Maß einer gewöhnlichen Pfarrjugendarbeit hinaus gegangen.

Der zweite Teil der Geschichtsblätter nimmt den Maler Johann Baptist Baader ins Visier. Sein Geburtstag jährt sich, wie bereits berichtet, heuer zum 300. Mal. Geboren wurde der in der Bevölkerung später nur „Lechhansl“ genannte Künstler in Lechmühlen, einem Ortsteil der Gemeinde Fuchstal. Dort haben sich Albert Thurner und Günther Kraus auf Spurensuche gemacht und gefragt, was vor Ort heute noch an Baader erinnert.

In der Kirche St. Johann in Rott hat sich ein Deckenfresko des Malers erhalten. Doch es war nicht immer zu sehen. 100 Jahre nach seiner Fertigstellung, im Jahr 1877, wurden die Gemälde überpinselt. Wie es dazu kommen konnte und warum die Kirche später wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt wurde, darüber informiert Konrad Erhard in seinem Beitrag.

Mitglieder des Historischen Vereins erhalten die Geschichtsblätter in der Geschäftsstelle des Vereins im Reisebüro Vivell. Im freien Verkauf sind sie im Fremdenverkehrsamt sowie im Landsberger Buchhandel erhältlich.

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