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Reichling

29.01.2014

Ein Haus für Senioren

Kurze Wege zum Einkaufen oder zum Friseur: An der neuen Straße Kinsfeld in Reichling soll ein zweistöckiges Haus mit acht barrierefreien Wohnungen für Senioren gebaut werden.
Bild: Thorsten Jordan

Die Zahl der älteren Menschen steigt in Reichling. Deshalb will die Gemeinde jetzt vorsorgen.

In Reichling könnte bald ein Mehrfamilienhaus entstehen, das genau auf Senioren zugeschnitten ist. Der Gemeinderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung einer entsprechenden Bauvoranfrage zu. Das zweistöckige Haus mit acht barrierefreien Wohnungen soll an der neuen Straße Kinsfeld gebaut werden. Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler bezeichnete das Vorhaben als „Bereicherung für Reichling“.

Der Geschäftsführer der ausführenden Baufirma, Hubert Kustermann, erläuterte in der Sitzung das Konzept. Er gehe aufgrund der Studie „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept“ davon aus, dass in 14 Jahren 395 Menschen über 65 Jahren in Reichling wohnen werden. 2008 waren es noch 255. Viele von ihnen, sagte Kustermann, lebten seit Jahrzehnten in ihrer Heimatgemeinde, wollen dort auch im Alter bleiben und den Kontakt zu den Jüngeren nicht verlieren – und deshalb nicht in ein Seniorenheim ziehen. Bürgermeisterin Horner-Spindler bestätigte seine Aussagen. Mehrere ältere Bürger hätten ihr bereits erzählt, dass es ihnen so ginge.

Doch die Senioren benötigten Kustermann zufolge nach einem Auszug meist weniger Wohnraum als in ihren bisherigen Häusern oder Wohnungen, außerdem seien sie auf Barrierefreiheit angewiesen. Beides würden die acht Zweizimmerwohnungen mit 50 bis 70 Quadratmetern, Balkon oder Terrasse bieten. In dem energieeffizienten Haus gebe es außerdem Platz für Lagerräume sowie einen Innenhof und einen Gemeinschaftsraum mit Küchenzeile und Balkon. Kustermann kann sich dort auch junge Alleinstehende und Paare vorstellen. Die jungen Leute könnten dann die Senioren beim Einkaufen unterstützen, die älteren Menschen im Umkehrschluss ab und an das Babysitten übernehmen.

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Bürgermeisterin Horner-Spindler betonte, dass durch die zentrale Lage sichergestellt sei, dass die Senioren keine weiten Wege zum Einkaufen, Nahverkehr oder zum Friseur hätten. Die Seniorenbeauftragte des Landkreises und der Seniorenbeauftragte der Gemeinde begrüßten das Vorhaben ebenfalls.

Hubert Kustermann sagte, dass seine Baufirma die Seniorenbeauftragten sowie die älteren Menschen selbst an der Planung und Gestaltung des Gebäudes beteiligen wolle. Außerdem würden sie in erster Linie regionale Handwerker einsetzen. Auch ortsansässige Unternehmen könnten beschäftigt werden.

Die Wohnungen sollen vorzugsweise an Interessenten „aus dem Ort und der Umgebung“ gehen, fügte Kustermann hinzu. Bei den Räten stieß die Präsentation auf Zustimmung. Lediglich über die Anzahl der Stellplätze wurde diskutiert. Der Wendehammer müsse etwas verkleinert werden, damit die Baufirma die gültige Stellplatzverordnung von 1,5 Plätzen je Wohnung einhalten kann. Dazu will Kustermann noch einen Nachtrag liefern.

Die Erschließungsstraße zu dem Gebäude wird privat gebaut. Falls die Gemeinde jedoch einmal ein neues Baugebiet dort erschließen möchte, will die Baufirma ihr die Straße überlassen.

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