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Denklingen

10.09.2019

Ein Herzträger aus Denklingen für die besten Maschinenbau-Studenten

Walter Pischel von der Frank Hirschvogel Stiftung übergibt eine Herzträger-Figur an den Künstler Josef Lang.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der Denklinger Bildhauer Josef Lang hat vor Jahren eine symbolträchtige Figur geschaffen. So wird sein Bronzeguss von der Firma Hirschvogel hochmodern vervielfältigt.

In Bronze gegossen steht der rund 40 Zentimeter große „Herzträger“ des Denklinger Bildhauers Josef Lang in jedem Hirschvogel-Werk weltweit. Im Hauptwerk der Hirschvogel Automotive Group in Denklingen, in Schongau, in China, Indien, Polen, Mexiko, den USA und in Eisenach. Künftig wird die Skulptur, die einen Menschen zeigt, der ein Herz in den Händen hält, auf einigen Schreibtischen oder in Regalen diverser Preisträger ebenfalls zu finden sein. Als etwa 1,2 Kilogramm schwere, etwa halb so große Abbildung des Originals, hergestellt im 3D-Drucker aus Edelstahl und montiert auf einen Jura-Kalkstein-Sockel.

Ein Symbol für das Unternehmen

Als äußeres Zeichen der Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen wird die Nachbildung an diejenigen vergeben, die mit ihren Dissertationen im Maschinenbau an den neun führenden Technischen Universitäten Deutschlands die besten Abschlüsse erzielen konnten. „Der Herzträger hat sich im Laufe der Zeit zu einem Symbol der Hirschvogel Automotive Group entwickelt“, sagt Walter Pischel, der Vorstandsvorsitzende der Frank Hirschvogel Stiftung. Die Figur stehe für eine Unternehmenskultur der gegenseitigen Wertschätzung verbunden mit der Empathie für die Belange sowohl der Firma als auch der Mitarbeiter.

Die bronzenen Herzträger wurden in Gedenken an den im Juli 2010 verstorbenen Firmengründer Dr. Manfred Hirschvogel in den Werken des Unternehmens aufgestellt. Entworfen hat die Skulptur Josef Lang. Um die Jahrtausendwende habe er seinen ersten Herzträger geschaffen, erinnert sich der Künstler zurück. Anlässlich einer Ausschreibung „Kunst am Bau“ habe er sich mit dem Thema Herz und Herzlichkeit auseinandergesetzt. In einer sehr technisch ausgerichteten Gesellschaft dürfe die Herzlichkeit nicht vergessen werden. „Ich habe die Ausschreibung zwar nicht gewonnen“, so Josef Lang, „das Thema aber hat mich nicht mehr losgelassen.“ Nicht nur in Bronze, sondern auch in Marmor und in Holz hat er seinen Herzträger geformt. Die große hölzerne Version ist derzeit in St. Ottilien zu bestaunen. Manfred Hirschvogel habe zwei Ausstellungen des Bildhauers gesehen, in denen auch der Herzträger präsentiert wurde und sei davon sehr angetan gewesen.

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Das Herz in der Hand halten

Zur Symbolfigur des Denklinger Unternehmens wurde der Herzträger dann anlässlich der Umbenennung der früheren Mühlstraße in Denklingen in die Dr. Manfred-Hirschvogel-Straße nach dem Tod des Firmengründers. 2018 sei die Stiftung, die jährlich an neun Preisträger einen Award vergibt, auf der Suche nach einem äußeren Zeichen der Anerkennung gewesen, in dem sich das Lebensmotto des Gründers widerspiegelt: „Der Mensch soll bei aller Business-Tätigkeit sein Herz in der Hand halten.“

Traditionelle Kunst mit innovativer Technik zu verbinden, sei das ehrgeizige Ziel gewesen, als er zum ersten Mal Kontakt mit Josef Lang aufnahm, erinnert sich Walter Pischel. Das war gegen Ende vergangenen Jahres. „Ich hatte die Idee, den Herzträger in kleineren Ausmaßen im 3D-Druck nachbilden zu lassen. Ein Bronzeguss wäre zu aufwendig gewesen.“

„Ich war zuerst sehr skeptisch“, gibt Bildhauer Lang zu. Die Sorge, an einem dreidimensionalen rein technischen Druck seines Werkes seien die „Spuren menschlichen Schaffens“ nicht mehr zu erkennen, habe ihn umgetrieben. Aber vom Ergebnis der ersten Figur in Edelstahl, die im Hirschvogel Tech Solutions am Penzinger Feld in Landsberg entstand, sei er genauso begeistert gewesen wie Walter Pischel. Jedes noch so kleine Detail seiner Original-Figur sei zu erkennen und zu erfühlen, freut sich Lang.

Bis zu acht Herzträger an einem Tag gedruckt

Auch Michael Dahme, der Leiter der Abteilung in Landsberg, zeigt sich begeistert. „Sieben bis acht Herzträger können wir an einem Tag drucken“, sagt er. Neun werden von der Frank Hirschvogel Stiftung jedes Jahr vergeben. Der erste wurde vor wenigen Wochen an der Technischen Universität Braunschweig überreicht. Er steht auf einem Sockel aus Jura-Kalkstein, auf den die Auszubildenden des Hirschvogel Trainings Centers die Figur montiert haben.

Die aus rostfreiem Edelstahl hergestellten Herzträger sind ausschließlich zur Verwendung für den Manfred-Hirschvogel-Preis vom Künstler und der Stiftung freigegeben worden. Mit nur einer Ausnahme. Im Atelier des Bildhauers Josef Lang überreichte Walter Pischel vor Kurzem zusammen mit Werner Brich vom Hirschvogel-Ausbildungszentrum, Michael Dahme und der Stiftungsmanagerin Stephanie Wolter einen kleinen Herzträger an den Künstler.

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