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Denklingen/Epfach

26.05.2015

Ein Komma stiftet Verwirrung

Für die Deckenbauarbeiten im Epfacher Baugebiet Eichat sollte auf Wunsch des Ingenieurbüros eine Schongauer Firma verpflichtet werden. Bis zur Auftragsvergabe kam es in der jüngsten Gemeinderatssitzung aber nicht.
Bild: Manuela Schmid

Eine Schongauer Firma soll für Arbeiten im Epfacher Neubaugebiet verpflichtet werden. Das Angebot sorgte aber zunächst für Irritationen.

Irritationen gab es im Denklinger Gemeinderat, als es um die Vergabe der Deckenbauarbeiten im Epfacher Neubaugebiet Eichat ging. Der Tagesordnungspunkt wurde daher erst mal verschoben. Bürgermeister Michael Kießling hatte dem Gemeinderat die Vergabe an eine Schongauer Firma zum Angebotspreis von 28130 Euro empfohlen – so, wie es das zuständige Ingenieurbüro geraten hatte. Die Schongauer Baufirma hatte von vier Bietern das günstigste Angebot für das Aufbringen des Asphaltfeinbetons vorgelegt.

Doch nicht alle Gemeinderäte waren mit dem Vergabevorschlag ganz einverstanden. So mancher war nicht ganz glücklich darüber, dass keine heimische Firma zum Zug kommen würde, sondern eine Schongauer. Diesbezüglich war einigen auch eine Formulierung nicht klar, die das Ingenieurbüro zur Bewertung eines (etwas teureren) Angebots einer ortsansässigen Firma gewählt hatte: Die heimische Firma habe „bei detaillierter Betrachtung ein durchaus als interessiert zu wertendes Angebot abgegeben“, hieß es in dem Vergabevorschlag.

Der Bürgermeister räumte ein, dass zwar nicht ausgeführt sei, warum dieses Angebot als interessiert gewertet werde. Aber nichtsdestotrotz sei die Schongauer Firma die günstigste. Und bei einer Ausschreibung müsse die Gemeinde ja jeden Bieter gleich behandeln.

Entscheidend für die Vertagung war aber letztlich der Hinweis von Anita Gropp: Im Angebot des günstigsten Bieters seien bei einer Position für den Vorarbeiter nur 4,60 Euro Stundenlohn angegeben. „Das ist ja deutlich unter dem Mindestlohn“, bemerkte Gropp verwundert. Außer ihr war das aber offenbar bisher niemandem aufgefallen. Bürgermeister Kießling versprach, die Sache vom zuständigen Ingenieurbüro nochmals prüfen zu lassen und schlug vor, die Sache erst einmal zu vertagen.

Mittlerweile hat das Ingenieurbüro Buchner bei der Bieterfirma nachgehakt und teilte dem LT auf Nachfrage mit: „Das war ein Kommafehler. Es sollte 46 Euro heißen, nicht 4,60 Euro.“ Aber die Schongauer Firma sei bereit, die Arbeiten trotzdem zu dem im Angebot angegebenen Preis (sprich mit den kalkulierten 4,60 Euro Stundenlohn) auszuführen. Es spreche also nichts dagegen, der Firma den Auftrag zu geben, heißt es vom Ingenieurbüro. Nur dann, wenn es um eine so hohe Summe gehe, dass die Firma aufgrund dessen in Insolvenz gehen könnte, müsste er der Gemeinde Denklingen eine andere Empfehlung geben, erklärte der zuständige Ingenieur. Da es aber lediglich um einen Gesamtbetrag von etwas mehr als 200 Euro gehe, sei das hier nicht der Fall. Die Firma hat bei einer Position für fünf Stunden Arbeitszeit insgesamt nur 23 Euro statt 230 Euro verlangt.

Zudem habe die Firma das Baugebiet bereits ausgebaut, heißt es weiter: Es sei also nur logisch, sie nun auch mit den übrigen Arbeiten zu betrauen. Schon allein deswegen, da es im Falle von eventuell auftretenden Mängeln bei zwei beteiligten Firmen oft schwierig sei, den Verantwortlichen auszumachen.

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