Newsticker

Teil-Lockdown bis 10. Januar 2021 verlängert - Söder deutet Verschärfung an
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Ein Kompromiss für den Mühlbach

Windach

17.11.2017

Ein Kompromiss für den Mühlbach

So wie in dem Beispielbild könnte die „Raue Rampe“ am Mühlbach aussehen.
Bild: Andreas Ringler

Ein Bauwerk soll den Fischen den Aufstieg am Windacher Wehr erlauben. Jetzt sind ausführliche Gespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt nötig.

Der Windacher Gemeinderat setzt immer noch darauf, dass der Mühlbach wieder mit Wasser aus der Windach versorgt werden könnte. In der jüngsten Gemeinderatssitzung informierte Andreas Ringler vom Ingenieurbüro Wasserbau Ringler aus Landsberg über die technische Möglichkeit einer sogenannten „Rauen Rampe“ und die Stabilisierung des maroden Windachwehrs. Auslöser war ein Antrag, den die Bilo im Sommer gestellt hatte. Darin ist unter anderem thematisiert, dass sich bei der jetzigen Situation die Windach immer weiter eingrabe, der Auwald trocken falle und so die Sicherung der Ufer gefährdet sei.

Seit das Wehr an der Windach 2015 in sich zusammenbrach, wird der Mühlbach nur noch von Hangwasser gespeist und führt teilweise kaum mehr Wasser. Das Wasserrecht der Oberwindacher Mühle hat das Wasserwirtschaftsamt erworben und die Weilheimer Behörde behandelt die Windach mit Priorität: Sie soll durchlässig sein für Fische, was die biologische Qualität des Gewässers steigert. Die marode Wehranlage soll abgebaut werden.

Das Bauwerk soll rund 20 Meter breit sein

Im Augenblick liegen die Planungen des Wasserwirtschaftsamtes aber auf Eis, wie es in der Sitzung hieß. Der Ingenieur Andreas Ringler stellte dem Gremium die technische Möglichkeit einer Rauen Rampe vor. Ähnlich einer Fischtreppe erlaubt dieses Bauwerk, das das Wasser in Art Serpentinen nach unten führt, dass Fische gegen den Strom schwimmen. „Es geht darum, an einer Gefällestufe die Durchlässigkeit herzustellen.“ Gegen die Fließrichtung bräuchten die Tiere eine Hilfe. Ringler schlägt vor, dass auf einer Breite von rund 20 Metern neben dem Wehr eine solche Raue Rampe gebaut werde. Durch die Querriegel komme es zu einer längeren Fließstrecke auf diesem Stück, sodass die Fische gegen die Fließrichtung schwimmen könnten.

Die vorhandenen Betonstrukturen des ehemaligen Wehrs müssten ebenfalls gestützt werden, beispielsweise durch eine Spundwand. Der Wasserbauer geht davon aus, dass diese Baumaßnahme 100.000 bis 200.000 Euro kosten wird. Für Ringler wird die Funktion der Windach insgesamt nicht beeinträchtigt, wenn der Mühlbach durch die Ertüchtigung der Wehranlage wieder eine gewisse Menge an Wasser zugeteilt bekommt. Das Wasserwirtschaftsamt hatte dies bisher abgelehnt. Das Wasserrecht für den Mühlbach liegt laut Michl bei 615 Litern pro Sekunde, nach Auffassung von Ringler würden aber 100 Liter pro Sekunde ausreichen, „um die wichtigsten biologischen Parameter aufrechtzuerhalten, das heißt, dass der Bach seinen Fließwassercharakter behält und sich im Sommer nicht zu sehr erwärmt“.

Die Gemeinde würde sich auch finanziell beteiligen

Auch wenn der Mühlbach kein Wasser aus der Windach mehr erhält, trocknet er nicht völlig aus, da er auch von Hangwässern gespeist wird. Ringlers Einschätzung nach muss deswegen auch ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden, wenn das Wasserwirtschaftsamt das Wasserrecht aufgibt. Denn dadurch gehe die Unterhaltspflicht für den Mühlbach als Gewässer Dritter Ordnung auf die Gemeinde über. Somit seien von der Änderung Dritte betroffen. „Ich bin aber kein Jurist.“ Könnten sich Gemeinde und Wasserwirtschaftsamt dagegen auf eine Weiterversorgung des Mühlbachs einigen, dann ließen sich Baumaßnahmen möglicherweise über ein weniger langwieriges Planfeststellungsverfahren erreichen.

Der Gemeinderat erteilte Bürgermeister Richard Michl mit 8:5 Stimmen den Auftrag, mit dem Wasserwirtschaftsamt in Verbindung zu treten und über eine mögliche Kompromisslösung zu sprechen. Die Gemeinde ist auch bereit, sich finanziell zu beteiligen. Es wurde aber auch angesprochen, dass es der Weilheimer Behörde nicht um die Finanzen geht. Ringer sagte, dass das Wasserwirtschaftsamt von der Prämisse ausgehe: „Wir haben nicht genügend Wasser für beide.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren