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Kreis Landsberg

19.04.2015

Ein Mädchen aus Obermeitingen schafft es in Hollywood

Stefanie Michova hat Werbung für Konzerne wie Coca-Cola Zero, Adidas oder Reebok gemacht. Jetzt will sie auch als Schauspielerin durchstarten. Eine erste Hauptrolle hat sie bereits ergattert.
Bild: Stefanie Michova

Stefanie Michova ging mit 18 Jahren nach Los Angeles und begann zu modeln. Jetzt hat sie ihre erste Hauptrolle.

Stefanie Michova führt ein Leben, von dem viele junge Frauen träumen. Sie wohnt inmitten von Los Angeles, wird zu Partys von Leonardo di Caprio oder Justin Bieber eingeladen, ist bei einer großen Modelagentur unter Vertrag, hat schon zahlreiche Aufträge eingeheimst und nun sogar ihre ersten Schauspielrollen ergattert. Sie hat es geschafft, möchte man meinen. Aber das will die sympathische 23-Jährige gar nicht hören. „Ich würde nie von mir sagen, dass ich es geschafft habe. Ja, ich weiß, ich habe etwas erreicht. Aber ich bin wie auf einer Reise. Ich will immer weiter. Ich will langfristig Karriere machen“, sagt sie und weiß, was das für ein harter Weg ist.

Stefanie Michova will eigentlich Polizistin werden

Dieser beginnt im heimischen Obermeitingen. Dort wächst Stefanie gemeinsam mit Bruder Michael, ihren Eltern, Verwandten und Freunden auf. „Es war alles sehr beschaulich. Ich hatte eine wunderschöne Kindheit mit Baumhaus, Ausritten, Streifzügen durch den Wald“, erinnert sie sich. Ihre Nachbarn kennt sie, ihre Freunde sind in der Nähe.

Stefanie Michova will nach der Schule die Fachoberschule besuchen und anschließend Polizistin werden. Das ist ihr Wunsch, als sie die Realschule in Schwabmünchen besucht. Natürlich will sie auch gerne Model werden, aber dazu fehlen ihr einige Zentimeter an Körpergröße. „In Deutschland habe ich mich bei einigen Agenturen beworben, aber mit meiner Größe von 1,71 Meter wollte mich keine nehmen. Zu klein, hieß es da nur“, sagt sie.

Dann kommt doch alles anders: Mit 18 Jahren, den Realschulabschluss in der Tasche, folgt sie ihrem damaligen Freund nach L.A. „Das war eine harte Zeit und plötzlich ein ganz anderes Leben. Ich kannte niemanden, hatte keine Freunde, keinen Führerschein und habe meine Familie total vermisst.“ Es ist anfangs nicht leicht für sie, in den Staaten Fuß zu fassen. Es ist nicht nur eine völlig andere Kultur in der sie nun lebt, es ist auch eine Mega-Metropole. Die Sehnsucht ist groß: nach ihrer Familie aber auch Gewohnheiten wie Brot und Brezen.

Stefanie Michova beißt sich durch. Sie verfolgt ihren früheren Traum: Model werden. „Die Amerikaner sind offener, was die Größe betrifft“, sagt sie. Dennoch läuft sie sich erstmals die Hacken ab, kassiert eine Absage nach der anderen. Eine kleine Agentur nimmt sie unter Vertrag. Doch Aufträge hagelt es anfangs nicht. „Ich hatte ein Fotobuch mit gerade einmal zwei Bildern. Das hat bei den Castings niemand beeindruckt“, erzählt sie.

Sie lässt aber nicht locker. Sie besucht regelmäßig ihre Agentur, um sich in Erinnerung zu rufen, fragt immer wieder nach Casting-Terminen nach und versucht dort ihr Glück. „Meine Einstellung ist, dass ich nichts halb mache. Wenn ich etwas will, dann richtig“, sagt sie und bleibt dran. Mit Erfolg: Nach und nach wird sie als Model gebucht, erhält immer häufiger Aufträge. Heute ist die hübsche Blondine mit den Katzenaugen sehr gut im Geschäft: Sie arbeitet für Werbekampagnen von Produkten wie Coca-Cola Zero, Adidas oder Reebok, wird von koreanischen Auftraggebern genauso gebucht wie von deutschen. „Es hat sich entwickelt. Es gibt Fotografen, die einen wieder fotografieren wollen oder man wird von Auftraggebern empfohlen.“

Michova spielte im Film Hooked mit- vielleicht wird er zu Serie

Ihr Spektrum hat sich ebenfalls weiterentwickelt. Neben Musikvideos spielt sie erste kleinere Rollen in Serien und zuletzt sogar in ihrer ersten Hauptrolle. In „Hooked“ ist sie neben Filmbösewicht Danny Trejo als obdachloses Teenie-Girl, das in Venice Beach den Verlockungen von Drogen und schnellem Geld nicht widerstehen kann, zu sehen. „Ich habe zwei Jahre lang an einer privaten Schauspielschule Unterricht genommen. Bei unserer Abschlussfeier sprach Tom Cruise“, erzählt sie. Ob aus dem abgedrehten Pilotfilm von „Hooked“ eine Serie wird, wird sich bald entscheiden.

Momentan befindet er sich im Rohschnitt – wenn er fertig ist, bietet die Produktionsfirma ihn den verschiedenen Sendern an. „Mein Ziel ist dass ich Rollen angeboten bekomme, weil ich so bin wie ich bin und nicht in eine Schublade gesteckt werde.“ Dafür arbeitet sie hart und lässt auch die meisten Partys sausen. „Ich bin nicht hier, um einen drauf zu machen. Das ist mir zu viel Trubel.“ Nur bei Leonardo di Caprio konnte sie nicht nein sagen und ging auf seine Fete („Ein netter Kerl“). Ihre Zeit verbringt sie mit Castings, Besuchen bei ihrer Agentur, Sport und dem Schmieden von neuen Ideen. „Mit meiner Mitbewohnerin schreibe ich einen Kurzfilm. Ein Kochbuch über gesundes Essen würde ich auch gerne herausbringen.“ Und wenn es die Zeit zulässt, besucht sie ihre Familie und Freunde in Obermeitingen. Dann gibt es ihre geliebten Brezen, Zwetschgendatschi oder gebrannte Mandeln...

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