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Soziales

20.08.2020

Ein Mitbewohner auf vier Pfoten

Eugenia S., hier mit ihrem Freund Daniel F., streichelt Hauskatze Luna, die bei den Bewohnern im Wohnheim 7 der Landsberger Lebenshilfe wohnt.
Bild: Hollrotter

Katze Luna lebt seit acht Jahren im Wohnheim 7 der Landsberger Lebenshilfe und hat dort wichtige Aufgaben

Luna ist eine ganz besondere Katze: Sie ist hübsch getigert mit viel Weiß, hat eine schlanke Figur, große grüne Augen – und laut Pressemitteilung gleich fünf Besitzer. Denn die Katzendame lebt seit acht Jahren im Wohnheim 7 der Lebenshilfe Landsberg.

„Da ist sie ja“, ruft Christoph H. erfreut, als Luna mit hoch aufgestelltem Schwanz über den Rasen stolziert. Schnell nimmt er sie auf den Arm und freut sich über ihr Schnurren. Als winziges Kätzchen kam Luna ins Wohnheim, erzählt er. Eine damalige Bewohnerin hatte sich für den Stubentiger eingesetzt und wirkte wochenlang als „Katzenmama“. „Luna durfte bei ihr im Zimmer schlafen“, erinnert sich Christoph H.. Aber auch die anderen Bewohner hatten sich für den Vierbeiner ausgesprochen. „Es gibt sogar einen Katzenvertrag“, berichtet der 32-Jährige stolz.

Derzeit sind es fünf Bewohner, die sich nach einem genauen „Luna-Plan“ um die Katze kümmern. Jeden Donnerstag gibt es eine Gruppenbesprechung, bei der die Dienste eingeteilt werden: Füttern, Wasser auffüllen, das Katzenklo reinigen und andere Aufgaben. „Anfangs war das viel Arbeit“, sagt Angelika S. Doch inzwischen haben sich die Bewohner daran gewöhnt. Außerdem wechsle man sich ja ab.

Luna ist eine Freigängerin. „Sie miaut, wenn sie raus oder rein will“, erklärt Angelika S.. Manchmal wisse sie aber auch nicht, was sie will. Eugenia S. (31), die heute Luna-Dienst hat, fragt die Katze dann. Und oft zeigt ihr Luna durch ihr Verhalten, was sie möchte. Manchmal dirigiert die Katze sie zum Beispiel zu ihrem Napf, weil sie beim Fressen gerne Gesellschaft hat.

Ihre Streicheleinheiten holt sich Luna relativ gleichmäßig bei allen Bewohnern im Wohnheim 7. Bei Christoph schlief sie schon einmal eineinhalb Stunden selig auf dem Schoß, an Angelika S. schmiegt sie sich oft an. Außerdem kuschelt die Kätzin sich gerne auf dem Bett ein und hält ein Nickerchen. Ihr Schlafplatz ist allerdings auf dem Stuhl oder dem Kratzbaum im Wintergarten, erzählt Christoph.

Luna sei vor allem seit ihrem Unfall sehr anhänglich, manchmal sogar ängstlich, berichtet Angelika S.. Vor fünf Jahren war eine Baustelle in der Straße, und die Katze hatte sich vermutlich an einem scharfen Metallteil den Bauch verletzt. Sie musste in eine Transportbox und zum Tierarzt, erzählt die 46-Jährige: „Dort war sie dann sehr einsam.“ Bei der anschließenden Pflege zu Hause wechselten sich Eugenia S. und Christoph ab.

Jeder Bewohner zahlt jede Woche zwei Euro in eine gemeinsame Kasse ein. Davon werden Tierarztkosten, Katzenfutter und -streu beglichen, erklärt Betreuer Gerald „Gerry“ Schelling. Er unterstützt die Bewohner bei der Pflege und behält die Übersicht über notwendige Entwurmungen oder Zeckenmittel.

Ein Leben ohne Luna können sich die Bewohner gar nicht mehr vorstellen. Denn die Katze ist pflegeleicht, verschmust und „ganz lieb, die tut keinem was“, sagt Eugenia. Außerdem steht Luna meist schon parat, wenn die Bewohner gegen 16 Uhr von der Arbeit ins Wohnheim zurückkommen. (lt)

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