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Landsberg

24.12.2020

Ein Paradies für Naschkatzen mitten in Landsberg

Bei Christine Schelz in der Zuckerdose in der Landsberger Altstadt gibt es gebrannte Mandeln und viele andere Süßigkeiten.
Bild: Thorsten Jordan

Plus In der Zuckerdose in der Landsberger Altstadt gibt es nicht nur Süßes, sondern auch originelle Geschenke. Wie Inhaberin Christine Schelz mit dem Lockdown umgeht.

Wer die Zuckerdose suchte, brauchte in der Vorweihnachtszeit nur dem Duft frisch gebrannter Mandeln zu folgen: von der Fußgängerzone durch die Passage oder aus der Salzgasse in den nördlichen Arm des Zedermarkts. Gerade 2020, als auch der Christkindlmarkt abgesagt wurde, versuchte Inhaberin Christine Schelz mit der täglichen Zubereitung der knackigen Süßigkeit ein wenig adventliche Stimmung zu verbreiten.

In der Vorweihnachtszeit war es auch in der Zuckerdose ruhiger – anders als in all den Jahren zuvor, als die ganze Familie, inklusive Schwiegerkinder, einspringen musste, um den Stand auf dem Christkindlmarkt parallel zum Laden am Laufen zu halten. Schokonikoläuse hatte die Einzelhändlerin aufgrund der Erfahrung von Ostern ohnehin weniger als in den Vorjahren bestellt. Lebkuchen mit Band zum Aufhängen, auch hier war Christine Schelz bei der Bestellung zurückhaltend, waren bereits nach dem dritten Advent reduziert.

Die Arbeit ist eine "ewige Versuchung"

Ihre Arbeit ist eine „ewige Versuchung“, sagt Schelz, die von all den Süßigkeiten in ihrer Zuckerdose Gummibärchen am liebsten mag und immer mal wieder nascht. 2014 übernahm sie die Zuckerdose im Zedermarkt. Das Sortiment veränderte sich seither beständig. Wichtige Umsatzbringer seien inzwischen die Non-Food-Artikel. „Nur mit Süßigkeiten würde es nicht mehr gehen“, sagt die Geschäftsfrau. Als Laden überleben könne zudem nur, wer ein besonderes Einkaufserlebnis bietet. Bei der Zuckerdose liegt dies im nostalgischen Flair: die 100 Jahre alte Ladeneinrichtung, die dunkelrot gemusterte Tapete, die Decke im Schachbrettmuster, an der Rückwand hinter der Theke das Regal für die Gläser mit Bonbons, die man hier noch nach Gewicht bekommt.

Leckere Zuckerstangen gehören auch zum Angebot.
Bild: Thorsten Jordan

Für den zweiten Lockdown trennte sie der Einfachheit halber die links vom Eingang gelegene Boutiqueabteilung ihres Lädchens ab und ließ dort das Licht aus. „Keiner konnte mir sagen, wie das Verhältnis von Lebensmitteln zu Non-Food sein muss, damit ich komplett weiter offen halten kann, ohne Schwierigkeiten zu bekommen“, sagt Christine Schelz. Süßes geht immer – und scheint gerade in der schwierigen Pandemiezeit die Leute bei Laune zu halten. Wie ihre Nachbarn vom Käseladen stellt auch die 57-Jährige fest, dass die Menschen vermehrt das Gespräch suchen und sich mehr Zeit beim Einkaufen nehmen. Schelz hofft darauf, dass die Landsberger sich darauf zurückbesinnen, „wenn alles vorbei ist“.

Biergläser mit Landsberger Motiven

Seit Christine Schelz, die eine geringfügig beschäftigte Mitarbeiterin als Verstärkung hat, das bunte Paradies für Naschkatzen übernommen hat, nimmt sie jedes Jahr neue Produkte ins Sortiment auf. Lange erfolgreich laufen bereits – für Touristen oder als Mitbringsel bei einem Schüleraustausch geeignet – Biergläser und Krüge mit Landsberger Motiven, gefüllt mit gelben und weißen Gummibärchen, sowie Landsberg-Taschen, die Christine Schelz exklusiv von einer Firma in Pflugdorf bezieht.

Das Sortiment umfasst auch Bonbons mit Glühwein-Geschmack.
Bild: Thorsten Jordan

Im derzeit in der Dunkelheit liegenden Nebenraum finden sich zahlreiche Geschenk- und Dekoartikel. Beispielsweise aparte Blechdosen, die sich zum Füllen mit den Zuckerdose-Süßigkeiten eignen, Blechschilder, Kerzen oder Heliumballons für Geburtstage und Hochzeiten. Erst kürzlich neu hinzugekommen ist Schmuck aus Edelstahl und Holz, der in der Steiermark gefertigt wird. Neben der Vitrine präsentiert Christine Schelz unter einer Glasglocke Hingucker, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen: bunte Pralinen in Cupcake-Form.

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