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Kaufering

25.01.2018

Ein Sanierer mit langfristigem Plan

Für den Bürgermeisterkandidaten der Kauferinger Grünen, Andreas Keller, hat ein Ortsentwicklungsplan oberste Priorität.
Bild: Julian Leitenstorfer

Andreas Keller ist seit vier Jahren richtig in der Kommunalpolitik aktiv. Diese Ziele verfolgt der Kauferinger Bürgermeisterkandidat der Grünen.

Am 4. März wird in Kaufering ein neuer Bürgermeister gewählt. Erstmals in der Geschichte der zweitgrößten Landkreiskommune könnte auch eine Frau Gemeindechefin werden. Denn unter den fünf Kandidaten sind drei Damen. Wir stellen die fünf Bewerber diese Woche vor. Heute: Andreas Keller (Grüne).

Im Jahr 2012 moderierte Andreas Keller im Vorfeld der Bürgermeisterwahl eine Podiumsdiskussion in Alt-Kaufering. Dass er nun sechs Jahre später selbst als Bürgermeisterkandidat Rede und Antwort steht und um den Einzug ins Rathaus kämpft – das hätte er damals nicht gedacht, wie er mit einem Schmunzeln zugibt. Seinen Einstieg in die Kommunalpolitik hatte er, als es vor einigen Jahren um die Zukunft des Schmitterbauerhofs ging. Personen aus dem alten Kauferinger Ortsteil sollten Ideen entwickeln, was mit der Hofstelle passieren soll.

Er ist Fraktionssprecher der Grünen im Marktgemeinderat

Andreas Keller war als Mitglied des Dorfvereins in der Schmitterbauer-Kommission. Dass das Gebäude im Sommer 2016 abgerissen wurde, kann er bis heute nicht wirklich nachvollziehen. Als im Vorfeld des Abrisses debattiert wurde, ob der alte Hof saniert wird, um dort Sozialwohnungen – unter anderem für Flüchtlinge – zu bauen, kochte die Stimmung damals hoch im Dorf. Keller trat als Vorsitzender des Dorfvereins zurück – heute ist für ihn das Thema abgehakt. „Die Wogen haben sich längst wieder geglättet“, so Keller, der sein ganzes Leben lang schon in Kaufering wohnt.

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Seit 2014 sitzt er für die GAL im Marktgemeinderat und ist seitdem Wortführer der fünfköpfigen Fraktion. Zwar ist der 51-Jährige Parteimitglied bei den Grünen, aber geht nicht immer mit allen Themen seiner Partei konform. „Deckungsgleich sind aber auf jeden Fall die Themen Klima- und Umweltschutz“, sagt Keller. Für den Bürgermeisterkandidaten der Grünen hat ein Ortsentwicklungsplan oberste Priorität.

Andreas Keller sieht viele Themen, die aktuell anstehen und auch noch kommen werden, in diesem Papier. „Der Ortsentwicklungsplan ist nicht an kleine Details gebunden, sondern ein strategischer Plan, in dem Ziele für die nächsten zehn bis 15 Jahre definiert werden.“ Wohnungsbau, Gewerbeansiedlung und -entwicklung, Verkehr und viele andere Dinge wie auch Sanierungen nennt Keller, die in diesem Plan unter Beteiligung der Bürger thematisiert werden sollen. Auch die Zukunft des maroden Kindergartens Don Bosco sieht er darin – eigentlich.

Betreibt die Gemeinde das Stromnetz irgendwann selber?

Aber: Dieses Projekt werde zeitnah realisiert werden müssen und könne nicht mehr auf die Aufnahme in den Ortsentwicklungsplan warten. „„Es wird wohl ein Neubau werden, der Bauzustand des Bestands ist einfach zu schlecht. Außerdem würden wir nur ein Provisorium sanieren, da der ursprüngliche Bau schon seit Jahren zu klein ist. Vielleicht kann man Synergieeffekte mit der Mittagsbetreuung im Franz-Senn-Weg nutzen. Da stecken wir jedes Jahr viel Geld in weitere Sanierungen. Und vielleicht kann man den Kindergarten in eine Mittagsbetreuung integrieren“, so Kellers Plan. Ein Ziel, das auch er verfolgt, ist eine mögliche Umgestaltung des Bereichs Bayernstraße/ehemalige B17. Momentan verlaufen beide Straßen noch auf zwei Ebenen. Bei einer Niveauangleichung würde eine große zusammenhängende Fläche entstehen. „Und dieses Areal bietet viel Potenzial für eine Bebauung mit Wohnungen und Büroräumen“, so Keller. Deshalb ist er dafür, die Feuerwehr nicht dort unterzubringen, sondern für einen Neubau am bestehenden Standort.

Auch das Thema Energie hat er im Blick. Eine Übernahme des örtlichen Stromnetzes durch die Kommune hält er nach Ablauf der Konzessionsverträge für möglich. „Aber solche Entscheidungen müssen langfristig vorbereitet werden“, sagt Keller und verweist auf ein ähnliches Prozedere hinsichtlich der Wartungsverträge für die Straßenbeleuchtung, die aktuell verhandelt wird (LT berichtete).

Ein bisschen Diskussion schadet ja nicht

Langfristige Planungen liegen ihm auch am Herzen, was zukunftsträchtige Entscheidungen im Marktgemeinderat anbelangt. „Das Problem ist oft zu wenig Vorbereitung. Das sieht man, wenn etwas vertagt wird. Es gibt Themen, die müssen langfristig vorbereitet werden mit den Fraktionen. Ich will auf jeden Fall die Ausschüsse wieder stärken und mehr vorberaten lassen.“ Ansonsten sei das Gremium alles andere als verstritten. „Die meisten Entscheidungen werden ordentlich abgehandelt. Und Streiten und Diskutieren gehört manchmal dazu.“ Mehr Transparenz will Keller als neuer Bürgermeister im Internet schaffen, indem Protokolle zeitnaher publiziert werden. Zudem soll der digitale Bürgerservice mit weiteren Online-Formularen verbessert werden.

Hinsichtlich der angeschlagenen Finanzen sagt der Grünen-Kandidat: „Ein Schuldenabbau wird schwer. Denn es steht zum Beispiel die Sanierung der Grundschule an. Aber wir müssen wirklich schauen, was man streicht, um sparen zu können und die Schulden nicht weiter ansteigen zu lassen.“

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