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Denklingen

26.06.2017

Ein Tag der musikalischen Glanzlichter

Beim Festumzug präsentierten sich die Musiker aus den Ortschaften zwischen Lech und Ammersee am Sonntagnachmittag den Besuchern des Bezirksmusikfests in Denklingen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Denklinger wissen ein Bezirksmusikfest zu feiern. Am Sonntagnachmittag wurde es dann noch richtig spannend, bevor die Leistungsschau der Blasmusik am Abend entspannt ausklang

3500 Gäste und Aktive aus über 90 Musikgruppen, Kapellen und Vereinen haben am Sonntag das 46. Bezirksmusikfest in Denklingen besucht. Ausrichter war der dortige Musikverein, der zugleich sein 60-jähriges Bestehen feierte.

Der Auftakt zum Festsonntag fand im liebevoll geschmückten Festzelt statt: Musikalisch umrahmt von den Partnerkapellen aus Renningen (Kreis Böblingen) und Bischberg (Kreis Bamberg), einer Alphorngruppe und dem Musikverein Denklingen feierte Dekan Oliver Grimm mit zahlreichen Gottesdienstbesuchern eine Messe.

Spontaneität bewiesen die Denklinger, als der Regen die Durchführung der geplanten „Marschwertung“ bedrohte: Kurzer Hand wurde die Veranstaltung in eine Halle auf dem Gelände der Firma Hirschvogel verlegt. Die „Marschwertung“ ist eine Form der Wertungsspiele, bei der die Jury nicht nur das exakte und Musizieren bewertet. Besonderes Augenmerk richten sie auf das synchrone Marschieren, das Auf- und Abnehmen der Instrumente, das Halten, Stehenbleiben und Wenden gemäß den Anweisungen des Stabführers. Je nach gewählter Anforderungsstufe (A bis D) zeigten die Kapellen ihr marschtechnisches Können. Sieben Kapellen stellten sich dieser Herausforderung nun: Im Bezirksverband Lech-Ammersee wird die Marschwertung von den Kapellen noch nicht lange in Anspruch genommen, und so war es umso spannender, den Formationen zuzusehen.

„Was gibt es schöneres, als bei einem Musikfest so viele Musiker beim Gemeinschaftschor begrüßen zu dürfen?“, freute sich der Leiter des Bezirks Lech-Ammersee im Musikbund von Ober- und Niederbayern (MON), Bernhard Weinberger. „Die Denklinger wissen zu feiern. Mit viel Engagement und unglaublichem persönlichen Einsatz haben sie das Fest vorbereitet.“ Dafür belohnten Musiker und Zuhörer den Vorsitzenden des Musikvereins, Jürgen Waldhör, mit seinem Festausschuss und allen Helfern mit einem gewaltigen Applaus.

Auch die Schirmherren, Bürgermeister Michael Kießling und Dr. Thomas Goppel, der Präsident des Bayerischen Musikrates, lobten die Gastgeber: „Es ist beeindruckend, was unser Musikverein alles auf die Beine gestellt hat.“ Und wie von Goppel gewünscht, gab es „in der Früh Regen, dann ist die Kirche voll und am Nachmittag Sonne, dann ist das Zelt voll.“

Einen seltenen Ohren- und Augenschmaus bereiteten die Musikkapellen nun unter freiem Himmel: Unter der Leitung von Gerhard Linder aus Denklingen spielten rund 1000 Musiker zuerst den Coburger Marsch, danach dirigierte Sandra Linder den Festlichen Choral. Den beliebten Marsch Laridah leitete Franz Jäger aus Denklingen. Verbandsdirigent Franz Kellerer dirigierte die Bayernhymne und das Deutschlandlied erklang unter der Leitung des Bezirksdirigenten Andreas Grandl. Den Zuhörern bot sich nicht nur ein großes Klangerlebnis, beim traditionellen „Musikergruß“ konnten Zuschauer und Musiker ein funkelndes Meer an Blasinstrumenten bestaunen.

Dann startete der Festumzug mit 90 Gruppen, den die Vorreiter des Reitvereins und die Standarte des Musikvereins Denklingen anführte, gefolgt vom Gastgeber selbst. Besonders beeindruckten die 15 Festwagen und in den Straßen klang und schallte es, Spielfreude und Festtagslaune waren weithin hör- und spürbar. Beim Einzug ins Zelt spielte die Blaskapelle Hohenfurch auf, die vom 9. bis 13. Mai 2018 das Bezirksmusikfest ausrichten wird.

Spannend wurde es, als Weinberger die Bekanntgabe der Wertung sspielergebnisse ankündigte: Schon im Mai hatten sich 48 Kapellen den Wertungsspielen gestellt. Sie präsentierten zwei oder drei vorbereitete Musikstücke. 41 Dirigenten entschieden sich mit ihren Kapellen für die Beurteilung in der Kategorie „Konzertwertung“, wobei es fünf Anforderungsstufen gibt: Grundstufe, Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe und Höchststufe; maximal zu erreichen sind 100 Punkte: jeweils zehn Punkte in zehn Kategorien, wie zum Beispiel Intonation und Stimmung, Rhythmik und Zusammenspiel, technische Ausführung, Dynamik und Klangausgleich sowie Ton- und Klangqualität.

Das Prädikat „Mit ausgezeichnetem Erfolg“ vergab die Jury 18-mal. Spitzenreiter waren der Musikverein Unter-Oberdießen (Konzertwertung, Mittelstufe) und die Musikkapelle Bernbeuren (Marschwertung, Stufe D), die jeweils 95 Punkte erzielten. 94 Punkte erspielten sich der Musikverein Blonhofen (Oberstufe) und die Musikkapelle Waalhaupten (Mittelstufe).

Nach viel Jubel und Freude über die Ergebnisse klang der Sonntagnachmittag entspannt aus. Gleich im Anschluss sorgten „Die Hurlacher“ für anhaltend gute Stimmung und einige Kapellen feierten ihren Wertungsspielerfolg noch in der Abendsonne an der Weizenbar, in der Stadl-Schnapsbar oder ausgelassen tanzend bis in den späten Abend.

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