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15.06.2009

Ein Teil wichtiger Geschichtsarbeit

Landsberg Monika Groß, die Leiterin der Justizvollzugsanstalt Landsberg, war überrascht und begeistert zugleich. Überrascht, dass nahezu alle Asservate, die bei der Ausstellung "100 Jahre JVA Landsberg" gezeigt werden, aus dem eigenen Haus stammen - begeistert, wie umfangreich und interessant die Ausstellung ausgefallen ist, die gestern mit einem offiziellen Festakt im Freigängerhaus II am Hindenburgring 24 eröffnet wurde.

Auch Landrat Walter Eichner zählte zu den ersten Gästen und war von der Ausstellung sehr angetan. Er bedankte sich zunächst bei Klaus Weichert und seinem Team, die in monatelanger Arbeit diese Ausstellung, die sich über zwei Stockwerke zieht, zusammengestellt hatten ("Eine wichtige Geschichtsarbeit"). Für Klaus Weichert, Pädagoge im Strafvollzug, begann die Auseinandersetzung mit der 100-jährigen Geschichte der JVA Landsberg allerdings schon im Jahr 2005, als er im Rahmen einer internen Fortbildung zusammen mit einem Insassen einen Film zum Thema drehte. Daran schlossen sich umfangreiche Recherchen, die allesamt in einer Chronik mündeten, die in der JVA und auch beim Besuch der Ausstellung bestellt werden kann.

Von Januar dieses Jahres an war er dann mit der Konzeption der Ausstellung beschäftigt, die einen durchaus intensiven Einblick in den Strafvollzug gewährt, so, wie er in den vergangenen 100 Jahren in Landsberg praktiziert wurde.

So weiß er zu berichten, dass für die in panoptischer Bauweise (sternförmige Anlage mit rundem Zentralbau) erstellte Anlage zwischen 1904 und 1908 2,6 Millionen Reichsmark für den Bau und noch einmal eine halbe Million Reichsmark für die Inneneinrichtungen ausgegeben wurden. "Nutznießer" dieses damals modernsten Gefängnisses in Bayern waren 550 "katholische Gefangene", die während ihrer Haftzeit unter anderem auch mit Tütenkleben oder Besenbinden beauftragt wurden. Doch nicht nur die offiziellen Arbeitsfelder der Häftlinge sind in der Ausstellung beschrieben, sondern auch diejenigen, die den Augen der anfangs 36 Bediensteten der Gefangenenanstalt - zumindest eine Zeit lang - verborgen blieben.

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Ein breites Spektrum an Exponaten

So bietet die "Asservatenkammer" im ersten Stock des Freigängerhauses ein breites Spektrum an Ausstellungsstücken wie Attrappen von Handfeuerwaffen, technisch abenteuerlich ausgeführten Tauchsiedern oder Tätowiergeräten.

Probleme, mit denen nicht nur die JVA Landsberg heutzutage besonders zu kämpfen hat (Überbelegung, unterschiedliche Nationalitäten und Drogenmissbrauch), symbolisieren unter anderem die verschiedensten Heroinspritzen, Haschischpfeifen (aus Abflussrohren und anderen Resten gefertigt) oder auch eine Enzyklopädie über "Russian Criminal Tatoos".

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