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Landsberg

25.02.2018

Ein bisschen Gold und Silber für Landsberg

Oleg Znarok spielte früher in Landsberg Eishockey. Als Trainer der Olympischen Athleten von Russland holte er jetzt Gold im Finale gegen Deutschland.
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Oleg Znarok spielte früher in Landsberg Eishockey. Als Trainer der Olympischen Athleten von Russland holte er jetzt Gold im Finale gegen Deutschland.

Viele verfolgen am Fernseher das Eishockey-Finale zwischen Deutschland und Russland. Dabei sehen sie auch zwei ehemalige Landsberger Spieler.

„Wer kann sich noch erinnern? Zu Zeiten, als Oleg Znarok mit dem EVL so tolle Siege erzielte, kam dieses Lied (Ich schick’ Dir eine weiße Rose“ von Julio Iglesias) als Abschluss, wenn es mega faire, tolle Spiele waren ...und in diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch nach Russland! Doch ich bin heute so mega stolz auf unsere Deutschen Jungs! Ihr habt mit diesem tollen Turnier Eishockey-Geschichte geschrieben!“ Nicht nur Edelgard Dörre ließ via Facebook ihrer Freude über das packende Eishockey-Finale bei den Olympischen Spielen freien Lauf.

Gleich mehrere Gründe zur Freude

Schließlich hatte man in Landsberg gleich mehrere Gründe zur Freude: Nicht nur die Silbermedaille der Deutschen – bei denen mit Dennis Endras ein Torhüter in der Mannschaft war, den man auch in Landsberg noch sehr gut kennt – Gold hat ein Trainer gewonnen, der hier noch in aller Munde ist: Oleg Znarok.

Von 1992 bis 94 spielte Znarok in Landsberg und bildete zusammen mit Igor Pavlov das Traumduo beim damaligen EV Landsberg. „Oleg war schon immer ein Leader-Typ“, erinnert sich Markus Weiss, 51, der mit beiden noch zusammen gespielt hat. „Oleg hat zusammen mit Igor und Mandi Korb in einer Reihe gespielt, aber er hatte das Sagen“. Aber bei allem Ehrgeiz, Znarok „hat schon auch die Zeit in Landsberg genossen, und sagen wir mal so: Er kennt den Wodka gut“, verrät Weiss mit einem Schmunzeln.

Nichtsdestotrotz sei er „mit der beste Ausländer, den Landsberg je hatte“, und stets absolut erfolgsorientiert gewesen – deshalb, so Weiss, habe er auch „damals einen Anruf von Putin erhalten, dass er die russische Nationalmannschaft übernehmen soll, als diese so schlecht spielte“.

Kurt Stürmer hat ihn nach Landsberg geholt

Verantwortlich dafür, dass Oleg Znarok in Landsberg spielte, war der damalige EVL-Vorsitzende Kurt Stürmer. Er war nach Riga geflogen und hatte Znarok zusammen mit Pavlov engagiert. „Er war nicht nur ein hervorragender Eishockeyspieler, sondern auch ein sehr guter Kamerad.“ Damals, als Znarok nach Deutschland kam, sei seine Frau schwanger gewesen und „seine Tochter ist im Landsberger Krankenhaus zur Welt gekommen. Er war immer sehr fürsorglich gegenüber seiner Familie“. Überrascht hat ihn der Erfolg nicht, „ich freue mich für ihn“, sagt Stürmer, der von Znarok in dessen Landsberger Zeit immer „Papa“ genannt wurde.

Markus Weiss hatte mit Oleg Znarok auch in den vergangenen Jahren immer wieder mal getroffen, denn die Verbindung mit den ehemaligen Spielern blieb meist irgendwie erhalten. Damit „hat auch Landsberg ein kleines bisschen Gold gewonnen“, sagt er schmunzelnd und schiebt aber sofort nach: „Aber in erster Linie hat Deutschland Silber gewonnen. Die Mannschaft hat sich so gut verkauft wie noch nie.“

Markus Haschka kennt Znarok noch aus seiner aktiven Zeit

Dem kann Markus Haschka, Vorsitzender des HC Landsberg, nur zustimmen, der natürlich auch früh morgens vor dem Fernseher saß. „Als ich Oleg Znarok gesehen habe, kamen gleich Erinnerungen hoch“, erzählt er, denn „Die Frisur, der Bart, er hat sich nicht viel verändert.“ Als Nachwuchsspieler durfte er mit der ersten Mannschaft mittrainieren und „Oleg war immer supernett und hat sich um uns gekümmert“, erzählt Haschka, der sich etwas ärgerte, als der Fernsehkommentator bei Znaroks Stationen in Deutschland ausgerechnet Landsberg vergessen hatte.

„Für Oleg freue ich mich natürlich auch, aber in erster Linie bin ich begeistert, was für eine Leistung unsere Jungs aufs Eis gebracht haben. Nach den ersten Spielen wurde doch schon wieder kritisiert, dass man gleich den Rückflug buchen könnte – und dann das.“ Umso bitterer sei die Niederlage gewesen, denn „eigentlich waren wir die bessere Mannschaft.“

Der Kapitän der Riverkings hofft auf eine Signalwirkung

Wie diese Momente sich anfühlen, kann Andreas Geisberger, Kapitän der Landsberger Riverkings, gut nachfühlen. „Die Enttäuschung nach so einem Spiel ist ganz natürlich, vor allem, wenn es so knapp ist.“ Hätte Russland nach dem zweiten Drittel 6:1 geführt, „dann hätte man schon ein Drittel Zeit gehabt, sich darauf einzustellen, dass nichts mehr geht“, sagt Geisberger, „aber ich bin mir sicher, ein, zwei Stunden nach Spielende ist spätestens die Freude gekommen.“ Er würde sich auch eine Signalwirkung für das Eishockey in Deutschland wünschen. „Zuletzt war die deutsche Mannschaft ja in allen Medien vertreten, ich hoffe, dass das länger anhält.“

Thomas Berghofer, Stadionsprecher beim HC Landsberg, hat sich die Partie zusammen mit Freunden angesehen. „Es war natürlich toll, Oleg auf der Leinwand zu sehen, ich kenne ihn noch, als er zusammen mit Igor in Landsberg spielte. Ich bin schon ein bisschen stolz, dass er in Landsberg gespielt hat. Aber wichtiger ist Silber für Deutschland.“

„Fix und fertig“ war Olaf Benirschke nach der Partie. Der „Mann für alle Fälle“ beim HCL dürfte vielen aus der Seele sprechen: „Für mich war Gold nur eine Sekunde verloren, aber ich hatte Tränen vor Glück in den Augen, da Deutschland Silber gewonnen hat.“

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