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Ausstellung

12.06.2018

Ein durchaus kritischer Einblick

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Ein ungewöhnlicher Blick in die Stadtverwaltung. Der Regionalverband Bildender Künstler verschönert das Verwaltungsgebäude und die Besucher konnten sich von der Qualität der Werke überzeugen.

Regionalverband Bildender Künstler feiert 30 Jahre Kunststücke. Ein Redner, der weiß, wovon er spricht

Es war der Tag des RBK und seiner Künstler: Zur feierlichen Eröffnung der Ausstellungstrilogie „30 Jahre RBK Kunststück“, letzter Teil, im neuen Verwaltungsgebäude der Stadt Landsberg empfing Hausherr Mathias Neuner am Donnerstagabend die Mitglieder und ihre zahlreichen Gäste persönlich.

Und es war auch der Tag von Silvia Großkopf: Der Oberbürgermeister würdigte ihr Engagement als Vorsitzende des Künstlerverbands, besonders „jetzt im Jubiläumsjahr, mit einer kraftraubenden Doppelausstellung im Februar und nun einer weiteren, sehr schönen, hier in der Verwaltung“. Da komme etwas zusammen, was „wir zusammenhaben wollen: Menschen in diesem Raum, der nicht nur Amtstube ist, sondern uns allen gehört“.

30 Jahre der Zusammenarbeit verschiedener Künstlerpersönlichkeiten nahm der frühere Leiter der städtischen Museen, Hartfrid Neunzert, in seiner Einführungsrede zum Anlass, einiger „wichtiger Mitglieder zu gedenken, die aus dem Leben gerissen wurden“. Neben Roger Krötz, Hajo Düchting, Ulrike Albert, Kurt Hammer, dem „gerade vor dem Durchbruch“ stehenden Glaskünstler Harry Zengeler sowie Monika Schaab erinnerte Neunzert besonders an die „rote Socke“ Bertram Graf, wie er den „wortgewaltigen“ ersten Vorstand des anfangs nur zehn Mitglieder zählenden RBK, „Bertl“, freundschaftlich bezeichnete.

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Begegnungen oder Unternehmungen mit Künstlern, Erinnerungen an die ersten Ausstellungen des RBK im Stadtmuseum, deplatzierte Kunstkommentare und die verblüffende Reaktion darauf – Neunzert beließ es mit seinen Anekdoten jedoch nicht beim unterhaltsam vorgetragenen, nostalgischen „Festdekor“. Vom vor langer Zeit über ein Ofenrohr durchs offene Museumsfenster abgeleiteten Rauch aus einem selbst gebauten Lehmofen leitete er über zu einem „brand“aktuellen Thema: der Schließung der oberen Etagen des Stadtmuseums aus feuerschutzrechtlichen Gründen seit nunmehr über vier Jahren. „Wir alle wollen auch nicht undankbar erscheinen“, sagte er mit Blick auf die Örtlichkeit Stadtverwaltung.

„Aber Raum, um der Gegenwartskunst eine Chance zu geben, muss angemessen sein. Denn Kunst erzeugt Schwingungen, die eben ganz anders sind als Steuererklärung, CO2-Ausstoß oder Tagespolitik.“ Dem RBK, den, wie Silvia Großkopf erinnerte, Hartfrid Neunzert von „Anbeginn begleitet und gefördert“ hat, wünschte dieser für die nächsten Jahre deshalb „wieder einen dem Rang und der Wertigkeit einer solchen Vereinigung angemessenen Rahmen“. Bis dahin aber heißt es für die Künstler kreativ sein nicht nur im eigenen Metier, sondern auch im Umgang mit nur bedingt geeigneten Ausstellungslokalitäten. Wie geübt sie darin sind und verstehen aus dem Gegebenen das Beste zu machen, beweist die Hängung: Dass großformatiger Kunst (die über die oben durchlaufenden Schienen hinausragt) starre Aufhängungsvorrichtungen da buchstäblich zum „Klotz am Bein“ werden können, muss hingenommen werden – es sei denn, man würde ganz darauf verzichten, entsprechende Werke zu zeigen. Wer „Kunststück III“ auf diesen kuratorischen Aspekt hin ins Auge nimmt, wird einige solcher Not-, aber auch eine ganze Reihe wirklich klug gefundener Lösungen für eine schlüssige Hängung sehr unterschiedlicher Werke in nicht immer einfacher Umgebung entdecken. Ohne ein Thema vorzugeben, zeigt die Ausstellung eine persönliche Auswahl an Arbeiten von 38 Künstlern in einer spannenden und sehenswerten Gegenüberstellung von Gründungs-, langjährigen und in jüngerer Zeit hinzugekommenen Mitgliedern.

ist „30 Jahre RBK Kunststück“, Teil III, noch bis 6. Juli, Montag, Dienstag, Freitag, 8 bis 16 Uhr sowie Mittwoch, 8 bis 12 Uhr und Donnerstag von 8 bis 18 Uhr.

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