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Epfenhausen

31.07.2020

Ein echtes Kuckuckskind in Epfenhausen

Eine Bachstelze hat in Epfenhausen einen jungen Kuckuck gefüttert.
Bild: Nöth

Plus In Epfenhausen muss eine kleine Bachstelze Schwerstarbeit verrichten. Vogelexperte Paul Schmidhofer ist fasziniert von dem Naturschauspiel.

So etwas hat Paul Schmidhofer noch nie gesehen und das, obwohl er sich schon fast sein ganzes Leben lang mit Vogelkunde beschäftigt. Im Garten eines Bekannten hatte sich eine ganz selten zu beobachtende „Fütterung“ ereignet.

In Untermühlhausen und weit darüber hinaus ist Paul Schmidhofer als Vogelexperte bekannt. „Ich bin schon über 60 Jahre im LBV“, erzählt der 81-Jährige, deshalb würden nicht nur Bekannte und Freunde bei ihm anklopfen, wenn beispielsweise ein kleiner Vogel aus dem Nest gefallen ist oder sich einer verletzt hat. Doch trotz all seiner Erfahrung beim Landesbund für Vogelschutz – was er im Garten von Erich Hafner in Epfenhausen erblickte, war auch für ihn eine Sensation: Eine Bachstelze fütterte einen schon fast erwachsenen Kuckuck. „Das sieht aus, als könnte der Kuckuck die kleine Bachstelze mit einem Happs fressen“, sagt Schmidhofer schmunzelnd.

Er hat alle Freunde angerufen

Sofort telefonierte er seine Freunde vom LBV durch, ob einer von ihnen von dem ungleichen Paar ein Bild machen könnte, hatte aber kein Glück. „Mein Freund Werner Nöth aus Untermühlhausen, den ich vom Gesangsverein kenne, hat dann das Foto gemacht“, erzählt er. An mehreren Tagen habe Erich Hafner das ungleiche Duo in seinem Garten gesehen – inzwischen allerdings würden sie nicht mehr kommen.

Ein echtes Kuckuckskind in Epfenhausen

Wo das Nest der Bachstelze ist, konnten die Vogelliebhaber nicht feststellen. Sicher ist aber, dass diese Bachstelze in dieser Brut nur den Fremdgänger großgezogen hat. „Der Kuckuck wächst so schnell, dass er die anderen Jungvögel aus dem Nest verdrängt“, sagt Paul Schmidhuber. Und schlüpft er als Erstes, entfernt er die restlichen Eier aus dem Nest. Ausgewachsen ist der Kuckuck etwa taubengroß.

Neben den Bachstelzen bevorzugen Kuckucke unter anderem auch die Nester von Rohrsängern, Grasmücken, Neuntötern oder Rotschwänzchen, um den eigentlichen „Besitzern“ ihre Eier unterzujubeln. Dabei ähneln die Eier des Kuckucks immer denen der Nestbesitzer, aber sie sind doch meist ein gutes Stück größer.

Brutzeit der Singvögel ist ein Problem für den Kuckkuck

Allerdings haben es die Zugvögel in den vergangenen Jahren immer schwerer, ihren Nachwuchs großziehen zu lassen. „In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Brutzeit bei den Singvögeln um ein, zwei Wochen nach vorne verlegt“, sagt Paul Schmidhofer – damit sind sie für den Kuckuck zu zeitig dran. Wird das Ei das Schmarotzers aber ausgebrütet, wird das Junge auch aufgezogen: „Es wird gefüttert, was im Nest ist“, erklärt Schmidhofer mit einem Schmunzeln.

Lesen sie dazu auch: Dennis allein im Stroh: Das Schwiftinger Minischwein hat einen Namen

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