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Kaufering

15.12.2017

Ein eigenes Stromnetz für Kaufering?

Übernimmt die Marktgemeinde künftig das Stromnetz in Kaufering. Diese Überlegung kam in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats auf, als es darum ging, den Konzessionsvertrag mit den Lechwerken bis ins Jahr 2034 zu verlängern.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Die Lechwerke haben der Marktgemeinde Kaufering einen neuen Vertrag mit längerer Laufzeit für die Nutzung öffentlicher Wege gemacht. Das stößt auf breite Ablehnung.

Die Stadtwerke Landsberg betreiben seit einigen Jahren das Stromnetz in der Stadt selbst. Ein Vorbild für die Marktgemeinde Kaufering? Die Überlegung, es dem Nachbarn gleich zu tun, kam in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats auf. Die Lechwerke hatten angeboten, den Konzessionsvertrag bis ins Jahr 2034 zu verlängern. So lange festlegen wollte sich die Mehrheit der Räte aber nicht. Ein eigenes Stromnetz hatte dabei wohl so mancher im Hinterkopf.

Konzessionsverträge werden in der Energiewirtschaft abgeschlossen, um Versorgungsunternehmen wie den Lechwerken, die Nutzung öffentlicher Verkehrswege in einem Ort zu ermöglichen, damit Stromkabel verlegt werden können und der Betrieb der Leitungen und anderer Einrichtungen möglich ist. Dafür, dass die Kommunen ihre Wege zur Verfügung stellen, erhalten sie die Konzessionsabgabe.

Die Grünen sprechen von einem „dreisten“ Angebot

Derzeit hat der Konzessionsvertrag zwischen der Marktgemeinde und den Lechwerken eine zehnjährige Laufzeit bis Ende 2024. Weil es mittlerweile einen neuen Mustervertrag gibt, der nach Meinung der Lechwerke verbesserte Konditionen für die Kommunen bereithält, bietet der Energieversorger aus Augsburg an, die Mustersatzung zu übernehmen. Allerdings verbinden die Lechwerke dieses Angebot mit einer Verlängerung der Vertragslaufzeit bis Ende des Jahres 2034.

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Bürgermeister Erich Püttner sprach sich dafür aus, die nachträgliche Vereinbarung mit einer Verlängerung der Laufzeit zu unterzeichnen. „Wenn wir nicht vorhaben, in den nächsten zehn Jahren das Stromnetz zu übernehmen, spricht nichts dagegen“, sagte er in der Sitzung. Die Konditionen seien aber nicht verhandelbar. Kritik an den Bedingungen gab es vor allem von der Fraktion der GAL.

Nur ein Fünftel der Räte ist dafür

Fraktionssprecher Andreas Keller bezeichnete das Angebot der Lechwerke als „dreist“. Die angepriesenen verbesserten Konditionen seien selbstverständliche Änderungen. Hans-Jörg Pilz sprach von einem „Knebelvertrag“. Er regte an, auch mit Blick auf den selbst erzeugten Strom der Fotovoltaikanlage und des Heizkraftwerkes, Lösungen zu suchen, wie das Stromnetz selbst betrieben werden kann. Alex Glaser brachte die Stadtwerke Landsberg ins Spiel, die vorgemacht hätten, wie das Stromnetz wieder in die Hand einer Kommune kommen kann. Das könnten die Kauferinger Kommunalwerke auch versuchen.

Vor allem an der langen Laufzeit störte sich Patrick Heißler. „Der Strommarkt ändert sich so schnell. Wir wissen nicht, was 2034 ist.“ In die gleiche Richtung zielte Hans-Jörg Pilz. „Wenn wir einen Vertrag bis 2034 haben, wird die Ablöse höher, wenn wir aus dem Vertrag raus wollen“, sagte er. Besser sei es, sich bis ins Jahr 2024 zu überlegen, ob man das Stromnetz nicht selbst übernehmen möchte.

In ihrem Schreiben an die Marktgemeinde erinnerten die Lechwerke an die „bewährte und langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit der Marktgemeinde. Im Netzgebiet hätten rund 220 Kommunen bei Vertragsabschluss die Höchstlaufzeit von 20 Jahren mit den Lechwerken vereinbart, 69 Kommunen eine zehn Jahre geltende Laufzeit. Zwischenzeitlich hätten 63 davon die neuen Verträge unterzeichnet, darunter im Landkreis Egling, Fuchstal, Kinsau, Obermeitingen, Penzing, Reichling und Windach.

Kaufering gehört nicht dazu. Bei der Abstimmung in der jüngsten Sitzung sprachen sich lediglich vier von 20 Marktgemeinderäten dafür aus, die Nachtragsvereinbarung mit den Lechwerken zu unterzeichnen. Der Konzessionsvertrag gilt damit weiterhin bis Ende 2024.

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