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Wahlkampf

10.06.2013

Ein entspannter Ministerpräsident

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Bierzelt, Bier, Brotzeit. Vor dem Auftritt des Ministerpräsidenten im Festzelt in Landsberg stärken sich (von links) Thomas Eichinger, Alex Dorow, Mathias Neuner, Josef Loy, Thomas Goppel, Horst Seehofer und Alexander Dobrindt.
Bild: Sibylle Seidl-Cesare

Horst Seehofer sprach vor über 700 Gästen im Bierzelt in Landsberg

So stellt man sich den Auftritt eines Ministerpräsidenten in einem Bierzelt vor. Ein Maßkrug neben dem Rednerpult, aus dem kein Schluck getrunken wird, deftige Spitzen gegen die politische Konkurrenz und ein dickes Lob für die eigene Politik und die Menschen im Freistaat. Über 700 Gäste wollten Horst Seehofer (CSU) heute Abend im Festzelt auf der Waitzinger Wiese in dieser Rolle sehen.

„Meine sehr geehrten Damen und Herren, mein Name ist Horst Seehofer“. Schon mit seinen ersten Worten hatte der Ministerpräsident die Zuhörer auf seiner Seite. Er freue sich auf einen entspannten Termin und präsentierte sich entsprechend locker. Ernst seien seine Besuche in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten Bayerns gewesen. Die Diskussion, ob seine Anwesenheit dort schon Wahlkampf ist, bezeichnete Seehofer als absurd. „Es ist meine Pflicht zu den Menschen in Not zu fahren.“ Beeindruckt hätten ihn Besonnenheit, Professionalität und Einsatzbereitschaft der Helfer sowie die Solidarität der Menschen.

Mitte September wird in Bayern gewählt. Horst Seehofer will danach weitere fünf Jahre an der Spitze des Freistaats stehen. Seinen Rechenschaftsbericht im Festzelt sehe er als eine Art Bewerbung. „Deutschland geht es gut, aber Bayern geht es besser“, so seine Worte. Stärker und gerechter sei das Land geworden – ein Verdienst der Christsozialen. „Bayern ist die Vorstufe zum Paradies“, sagte der 63-Jährige. Die Bevölkerung sei der größte Schatz, die Wirtschaft seiner Meinung nach ein wichtiges Gut. Und: „Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts.“ Dank wirtschaftlicher Stärke und solider Finanzen sei es möglich, Altschulden abzubauen. Bayern werde daher das erste Land Europas sein, dass auch seine Altschulden abbezahlen kann.

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Als eine „Todsünde“ bezeichnete der Ministerpräsident Forderungen, die Steuern für Arbeitnehmer zu erhöhen. Der Staat habe aktuell so viele Einnahmen wie nie zuvor. Die Besteuerung von Betriebsvermögen nannte Seehofer eine „gigantische Arbeitsplatzvernichtung“. Häme erntete Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Er sei der größte Flughafen-Architekt aller Zeiten und werde fürs Nichtstun von Bayern mit drei Milliarden Euro aus dem Länderfinanzausgleich belohnt. „Wir sind solidarisch, aber nicht blöd“, verteidigte Seehofer Bayerns Klage in Sachen Länderfinanzausgleich. Das Geld, das Bayern an andere Bundesländer zahle, könne auch im Freistaat investiert werden. In Bildung etwa. Reformen in der bayerischen Bildungspolitik schloss Seehofer aber aus. In den nächsten Jahren bleibe es ruhig an der „Schulfront“.

Neben Horst Seehofer sprachen auch Oberbürgermeister Mathias Neuner und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt kurz. Der lobte Neuner und sagte: „Er hat ein schweres Erbe angetreten. Die Sozialdemokraten haben die Stadt ruiniert, er gibt ihr neuen Glanz.“ Vorgestellt wurde der jüngst gekürte Landratskandidat der CSU, Thomas Eichinger aus Schondorf. Landrat Walter Eichner und dessen Stellvertreter Peter Ditsch (beide CSU) waren nicht ins Festzelt gekommen.

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