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09.03.2009

Ein gutes Jahr für den Wald

Landsberg Neuwahlen standen zwar nicht an bei der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung (WBV) Landsberg, die Themen, die zur Sprache kommen sollten, waren für die Waldbesitzer allerdings von solch großem Interesse, dass der Saal im Gasthof Frank in Penzing voll war. Es ging um brisante Inhalte wie Verkaufsstrategien und aktueller Holzmarkt, um Waldumbau und nachhaltige Forstwirtschaft.

2008 sei ein gutes Jahr für den Wald gewesen, sagte erster Vorsitzender Tosso Geisenberger in seinem Sachstandsbericht. Es habe kein nennenswertes Käferholz gegeben, die Wasserversorgung sei, auch durch die aktuell ausreichende Winterfeuchtigkeit, gesichert. Dass die Schnelligkeit der Auszahlung des Holzgeldes seitens der Handelspartner zeitweise zu wünschen übrig lässt, bezeichnete Geisenberger als Wermutstropfen in der ansonsten derzeit befriedigenden Preissituation. Erfreulich für die Waldbesitzer sei der neue Markt "Energieholz" mit Großabnehmern wie dem Heizwerk Kaufering, aber auch Sankt Ottilien und Ammersee-Gymnasium.

WBV-Geschäftsführer Martin Mall erklärte, der aktuelle Holzmarkt laufe, auch wegen der Wirtschaftskrise, zurzeit nicht rund. "Aufgrund gesunkener Bautätigkeit ist Schnittholz rückläufig, Säger können nicht mehr bezahlen." Zu den derzeitigen Holzpreisen sagte Mall, sie seien schon weitaus schlechter gewesen, der Wald müsse preisunabhängig behandelt werden. "Pflege ist unverzichtbar, Stabilität und Vitalität der Wälder müssen erhalten bleiben." Markus Romer, Geschäftsführer der WBV Kempten, plädierte in seinem Referat für forstliche Zusammenschlüsse, um gegenüber der Holzindustrie als Handelspartner auf Augenhöhe auftreten zu können. Holz sei knallharter Tageskampf, habe verloren gegen Glas und andere Werkstoffe. "Holz segelt frei am Weltmarkt." Die Holz verarbeitende Industrie sei derzeit am finanzkräftigsten. "Sie bietet heute die komplette Palette, hat nachgelagerte Produkte aufgeatmet."

Nicht zum Warenlager verkommen

Ein gutes Jahr für den Wald

Jetzt versuche die Industrie, sich vor dem Sägewerk einzunisten, Waldarbeit unter Vertrag zu nehmen. "Wir Waldbesitzer müssen aufpassen", warnte Romer, "dass wir nicht zum Rohstoffwarenlager verkommen." Chancen sich dagegen zu wehren, sieht der Kemptener in der Einigkeit. "Forstliche Betriebsgenossenschaften (FBG) müssen sich zu einer großen Allianz zusammenschließen." Gebündelt sei der bayerische Privatwald der größte Forstbetrieb Europas und als solcher ein ernst zu nehmender Verhandlungspartner. Romer warb deshalb für einen Beitritt der WBV Landsberg zur "in. Silva eG", einer 2004 gegründeten Holzhandels- und Logistikgenossenschaft. Großer Vorteil einer Genossenschaft in der Größe von in. Silva: Sie garantiert durch Bündelung feste Preise auch für kleine Holzmengen. An Kosten fallen für ihre Dienstleistungen zirka 1,50 Euro pro Festmeter Holz an.

Nicht mehr zeitgemäß ist die aktuelle Rechtsform "e.V." für die WBV. Das machte Roman Fischer vom BBV deutlich. Die Vereinigung sei nicht mehr nur ideell tätig, sondern finanziere sich zum überwiegenden Teil aus der Holzvermarktung und -vermittlung. Fischer empfahl die Umwandlung in einen "WV" (Wirtschaftlicher Verein), was von der Versammlung in großer Mehrheit gutgeheißen wurde. Amtschef Hans-Jürgen Gulder vom ALF Fürstenfeldbruck informierte zum Verbissgutachten, das heuer zum neunten Mal durchgeführt wird. Der Wildverbiss hat laut Gulder seit 2003 bei allen Baumarten deutlich zugenommen. In diesem Zusammenhang empfahl er den sogenannten Weiserzaun aus dem diesjährigen Aktionsprogramm des ALF.

Fünf mal zehn Meter reichen laut Gulder aus, damit könne wunderbar verglichen werden, was innerhalb und was außerhalb des Zauns passiert. "Zeigen Sie das Ihrem Jagdpächter", sagte der Leitende Forstdirektor, "denken Sie an den Nutzenentgang und an die Kosten, die Ihnen durch Zäune entstehen, die Sie wegen Wildverbiss errichten."

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