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Landsberg

27.11.2016

Ein himmlisch lebhafter Auftakt

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3 Bilder
Einmal im Jahr treffen sich die beiden Freundinnen Daniela Wörle (links) und Brigitte Zwickel auf dem christkindlmarkt zu einem Plausch mit Heißgetränk.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der Christkindlmarkt, das erste Adventswochenende und der verkaufsoffene Sonntag sorgen für Besucherströme in die Stadt.

Die Zeitschrift in dem Rollwägelchen zweier junger Männer auf dem Hauptplatz versprach in der Schlagzeile den Einblick in den Himmel, wobei sicherlich ganz andere Anliegen damit verfolgt werden. Ließ man den Blick ein paar Meter weiter schweifen, hatte das Treiben dort, dem offenbar Hunderte Menschen bereits in den frühen Nachmittagsstunden entgegen strebten, thematisch durchaus auch mit himmlischen Dingen zu tun. Schließlich wurde der Landsberger Christkindlmarkt vom Christkind am Freitag eröffnet, begleitet von einer Schar kleiner Engelchen, der Heilige Nikolaus war ebenfalls schon da und die Händler, die ihre Waren noch bis zum 22. Dezember auf dem Hellmair- und Hauptplatz sowie in der Fußgängerzone anbieten, hatten sich mit der Ausgestaltung der Marktbuden teilweise sehr viel Mühe gegeben, dem tadellosen Ruf des Landsberger Weihnachtsmarktes gerecht zu werden.

Nicht wenige der Besucher, die teilweise sogar den kleinen, stimmungsvollen Markt in der oberbayerischen Kreisstadt dem größeren Augsburger Christkindlesmarkt vorgezogen hatten, versorgten sich zunächst einmal an einem der Stände mit kulinarischem Angebot, die etwas mehr als die Hälfte der rund 50 Marktstände ausmachen.

Doch wer lässt sich bei gefühlt frostigen Temperaturen nicht auch schon um 15 Uhr mal eine heiße Schokolade oder einen nicht weniger warmen Pfirsich-Marillen-Punsch schmecken. Brigitte Zwickel und Daniela Wörle jedenfalls haben das fruchtige Heißgetränk mit dem verheißungsvollen Namen „Landsberger Verführung“ zum ersten Mal geordert und sind begeistert. „Ich möchte jedes Jahr etwas Neues kennenlernen und damit ist mein Wunsch schon erfüllt“, lacht die ehemalige Landsbergerin, die nach fünf Jahren am Lech nun in Schwabmünchen zuhause ist. Sie kehrt jedoch einmal im Jahr auf jeden Fall nach Landsberg zurück, um sich dann mit ihrer Freundin Brigitte Zwickel auf dem Christkindlmarkt zu treffen. Punsch wird übrigens auch in für Kinder erlaubten Mischung ausgeschenkt und um zu verstehen, dass es sich bei Vinum Hippocraticum um ein durchaus wohlschmeckendes Getränk handelt, dazu benötigt man nicht unbedingt das große Latinum. Einer, dem das Verhältnis von gastronomischen zu Ständen mit Weihnachtsware nicht mehr gefällt, ist Hans-Jürgen Schulmeister, der ehemals mit dem Verschönerungsverein für den Markt zuständig war. „Wir haben einen Stadtratsbeschluss, wonach das Verhältnis Gastro zu Weihnachtsware ein Drittel zu zwei Drittel betragen soll.“ Derzeit dürfte dieses Verhältnis pari stehen. Dennoch freut er sich über die Atmosphäre und die vielen Leute, die auch viel gute Stimmung mitbrächten. Daniela Wörle will im Gros des Angebots der vergangenen Jahre allerdings kaum Veränderung feststellt haben. Dennoch ist sehr zufrieden: „In Landsberg ist das Angebot qualitativ sehr hochwertig.“

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Die genießt auch Diana Kurzweg vom Ammersee-Bienenhof mit ihren Kerzen und Naturpflegeprodukten, alles von der Biene stammend. Mit dem Zuspruch an diesem ersten Adventswochenende ist sie sehr zufrieden und der oft so vermisste Schnee, der fehlt ihr nun so gar nicht. „Dann ist es den Leuten oft zu kalt und sie bleiben weg.“

Privat unter die Gäste gemischt hat sich auch das Ehepaar Neuner. Mathias Neuner hatte die Mütze tief in die Stirn gezogen, nicht etwa um inkognito zu bleiben, sondern weil der Wind doch deutlich spürbar und kühl durch die Ludwigstraße pfiff. er genießt es, durch die Marktbereiche zu spazieren, zumindest eine Zeit lang. Der Oberbürgermeister hatte sich einen Outdoor-Artikel besorgt, allerdings nicht auf dem Christkindlmarkt, soweit geht der Branchenmix dort doch noch nicht. Er nutzte vielmehr die Tatsache, dass das Eröffnungswochenende gleichzeitig auch mit einem verkaufsoffenen Sonntag in der Stadt einherging. Die Einzelhändler werden sich daher über mangelnden Zuspruch wohl nicht beklagen, viele Christkindlmarktbesucher nutzten diese Gelegenheit weidlich aus und füllten die Öffnungsstunden über die Geschäfte. Erst gegen Abend zog dann wieder himmlische Ruhe ein.

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