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Dießen

03.06.2019

Ein rekordverdächtiger Töpfermarkt in Dießen

Nur selten gab es in den vier Tagen des 19. Dießener Töpfermarkts so viel Platz für die Besucher, um die Exponate der hochwertigen Keramikausstellung in Ruhe zu betrachten.
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Nur selten gab es in den vier Tagen des 19. Dießener Töpfermarkts so viel Platz für die Besucher, um die Exponate der hochwertigen Keramikausstellung in Ruhe zu betrachten.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der 19. Dießener Töpfermarkt ist einer der erfolgreichsten seiner langen Geschichte. Inzwischen sind zunehmend junge Leute unter den Besuchern und den Ausstellern.

Es war in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnlicher Markt, dieser 19. Dießener Töpfermarkt. Zum einen war er eine der bestbesuchten Veranstaltungen seiner bisherigen Geschichte, zum anderen war er wie kein anderer seiner Vorgängerveranstaltungen von einer Schlechtwetterfront bedroht. Bis zum letzten Aufbautag füllte sich der Ammersee – und das bis zur Oberkante. Unerschütterliche Zuversicht aller Beteiligten sorgte jedoch dafür, dass der Markt von Donnerstag bis Sonntag Töpferfans aus nah und fern in die Seeanlagen zog.

Lesen Sie dazu auch: Trotz Hochwassergefahr: Für den Töpfermarkt wird aufgebaut

Und pünktlich zum Marktstart änderte sich das Wetter auch schlagartig, die Sonne sorgte für einen Bilderbuchauftakt mit traditioneller Dampferfahrt von Stegen nach Dießen. Marktleiter Wolfgang Lösche konnte überglücklich den Eröffnungsrundgang anführen und hatte mehr als nur Dank für all diejenigen parat, die das alles im Vorfeld mit ihrem Einsatz möglich gemacht hatten: „Der Bauhof hat eine grandiose Arbeit geleistet, die Marktleute sind zu uns und der Veranstaltung gestanden.“ Auch Karl Heinz Springer, Verwaltungschef der Marktgemeinde, war froh, dass es „genau zum richtigen Zeitpunkt“ aufgehört habe zu regnen. Der Bauhof habe Hackschnitzel ausgestreut, um Standplätze in den doch feuchten Wiesen trocken zu bekommen, das Wasser permanent aus der Unterführung unter der Bahn abgepumpt und so diesen wichtigen Zugang zu den Seeanlagen passierbar gehalten.

Ein Versorgungszelt musste verschoben werden

„Wir mussten lediglich das Trachtlerzelt etwas verschieben und eine Sitzbank im Uferbereich entfernen“, sagte Springer. Jeder der 165 Keramiker aus 16 Ländern, der es wollte, hätte auf Wunsch zudem einen Ausweichstandplatz angeboten bekommen. Die meisten hätten jedoch von diesem Angebot keinen Gebrauch gemacht. Es war nicht nur der 19., sondern auch der letzte Töpfermarkt unter der Führung von Bürgermeister Herbert Kirsch, der als Veranstalter der ersten Stunde zusammen mit Wolfgang Lösche und seinem Team die Entwicklung dieser keramischen Veranstaltung vorangetrieben hat.

Aus Asien kam eine Delegation

Kirsch wird im kommenden Jahr zumindest nicht mehr in der Hauptverantwortung stehen, denn als Bürgermeister stellt er sich im Frühjahr 2020 nicht mehr zur Wahl. Er habe den Markt in die Seeanlagen verlegt. Lösche: „Sein Name wird auf ewig mit dem Töpfermarkt verbunden sein.“

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Der Diessener Töpfermarkt in Bildern
Bild: Julian Leitenstorfer

Er selbst sei „sehr erschöpft, aber überaus glücklich“. Und das liege nicht nur an der hohen Anzahl an Besuchern – die Schätzungen lagen bei rund 64.000 Personen –, sondern auch an der Zusammensetzung des Publikums: „Auffällig waren die vielen unterschiedlichen Dialekte und sogar Sprachen.“ So weiß Wolfgang Lösche von Töpfermarkt-Fans aus der Schweiz, aus Österreich und aus Italien. Zudem machten sich zwei Delegationen aus China und Korea auf den Weg an den Ammersee. Sie kamen mit dem Ziel, zu erfahren, welche kulturelle Identität die Veranstaltung für einen Ort der Größenordnung Dießens entwickelt hat oder zu entwickeln vermag. Wolfgang Lösche ist nicht nur deshalb überzeugt: „Unser Marktkonzept hat Vorbildcharakter.“

Der Dießener Töpfermarkt steht immer unter einem besonderen Motto

Was Lösche an den vier Markttagen ebenfalls aufgefallen ist, war, dass einige der Besucher zum ersten Mal in Dießen waren und dass auch der Altersdurchschnitt spürbar gesunken sei – sowohl unter den Besuchern als auch unter den Ausstellern. Letzteres freut ihn ganz besonders. Denn das bedeute, dass viele junge Werkstätten ihre Arbeiten präsentierten. So sei die Keramik auch immer ein Spiegelbild der Gesellschaft und der Zeit. Und daraus leitet Lösche wiederum eine Entwicklung ab, die er seit Längerem aufmerksam verfolgt: „Handwerkliche Keramik ist wieder in.“

Dazu habe der Dießener Keramikmarkt mit seiner unglaublichen Strahlkraft maßgeblich beigetragen, ist er überzeugt: „Wir sind eine hochwertige Keramikausstellung.“ Das habe auch das aktuelle Sonderthema „Kochen, Essen, Trinken“ im Ausstellungspavillon gezeigt. Viele der Keramiken hätten inzwischen Einzug in die Hoch-Gastronomie gefunden, würden zum Teil ganz gezielt dafür in Kleinserien produziert.

Das Parkplatzproblem kommt noch mal auf den Tisch

Dass mit dem Parkplatz an der Rotter Straße die ersten beiden Tage eine wichtige Stellmöglichkeit für Pkw ausgefallen sei, ärgert Verwaltungschef Karl Heinz Springer. Doch sei nach Rücksprache mit der Polizei kein anderes Gelände als Ausweichplatz geeignet gewesen. „Wir sind verschiedene Möglichkeiten bis in Riederau oder Raisting gedanklich durchgegangen.“ Keine habe sich allerdings auf die Schnelle als durchführbar erwiesen. Glücklicherweise seien die anderen Wiesen gut befahrbar gewesen. Dieses Thema werde aber sicherlich Gegenstand einer noch abzuhaltenden Runde zur Manöverkritik im Hinblick auf die kommenden Jahre sein.

Denn schon das kommende Jahr bringe wieder ein besonderes Töpferjahr. Es ist das 20., also ein Jubiläumsjahr. Wolfgang Lösche hat zwar die runde Zahl im Hinterkopf, aber noch war er gestern erst einmal mit dem Abbau des 19. Töpfermarkts beschäftigt. Eines kann und will er aber jetzt schon versprechen: „Die Zahl wird sicher in der Planung und Präsentation eine wichtige Rolle spielen.“

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