Newsticker
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: Lockdown bis Mitte Februar verlängern
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Ein ungewöhnlicher Weg zum Abitur

Kaufering

25.07.2020

Ein ungewöhnlicher Weg zum Abitur

Fiona Baur aus Hagenheim hat den Verein Abitur Kaufering gegründet und jetzt ihren Abschluss gemacht. 
Bild: Baur

Plus Fiona Baur hat den Verein Abitur Kaufering gegründet, der eine Alternative zum Gymnasium bietet. Sie ist die erste Absolventin. Warum sie ihren eigenen Weg geht.

Fiona Baur aus Hagenheim wollte nach dem Mittelschulabschluss an der Montessorischule in Kaufering noch einen höheren Bildungsabschluss erwerben und entschloss sich deswegen zu einem ungewöhnlichen Schritt, den sie nun erfolgreich gemeistert hat.

Die jetzt 19-Jährige besuchte zunächst die Fachoberschule, ging dort aber schnell wieder ab und gründete den Verein Abitur Kaufering. „Ich habe gemerkt, dass ich das freie Lernen, wie ich es von der Mittelschule kannte, einfach gut finde und auf diese Weise auch mein Abitur ablegen möchte.“ Sie fand Unterstützer, die bereit waren, diesen Weg mitzugehen. Im ersten Jahr war sie noch ganz alleine. Dieses Jahr hatte sie bereits fünf Mitstreiter, die auf diese Weise das Abitur schaffen wollen und ab dem kommenden Schuljahr sind es sieben, sagt sie gegenüber dem LT.

Einmal die Woche kommen Pädagogen und Fachkräfte dazu

Die Jugendlichen haben sich montags bis donnerstags von 9 bis 14 Uhr getroffen und den Stoff durchgesprochen. Einmal die Woche wurden sie von Lehrern der Montessorischule oder Fachleuten unterstützt, konnten ein bis zwei Stunden lang Fragen stellen und mit ihnen diskutieren. „Alle Tutoren verfügen über pädagogische Erfahrung“, betont Baur. In der Gruppe lernten alle voneinander, was jeden Einzelnen voranbringe, so Baur. Das Konzept des Vereins ist so ausgelegt, dass die Abschlussprüfungen nach drei Jahren erfolgen. Es ist aber auch möglich, dies in nur zwei oder vier Jahren zu absolvieren, beispielsweise, wenn man noch längere Zeit ins Ausland möchte.

Weil Fiona Baur ihr Abitur extern abgelegt hat, musste sie zu acht Prüfungen antreten. Bei den anderen Absolventen, die heuer ihre Prüfungen geschrieben haben, waren es fünf. Die Hagenheimerin meldete sich im Herbst 2019 beim Kultusministerium an. Dort wurde entschieden, dass sie ihre Prüfungen am Ignaz-Kögler-Gymnasium in Landsberg schreiben soll. „Ich hatte die Gelegenheit, alle Lehrer zu treffen und darüber zu reden, welcher Stoff prüfungsrelevant ist.“ Welche Note am Ende herausgekommen ist, will sie nicht verraten. „Das wissen nicht mal meine Eltern, aber ich bin sehr zufrieden damit. Für mich ist es auch deswegen ein großer Erfolg, weil im Vorfeld viele an meinem Weg gezweifelt haben“, sagt die 19-Jährige.

Überzeugt von der Idee des freiwilligen Lernens

Dass Fiona Baur nun auch noch ein Studium beginnt, kann sie sich sehr gut vorstellen, allerdings erst in einem Jahr. Jetzt möchte die Hagenheimerin erst einmal reisen. Ihr Ziel sind Montessorischulen in verschiedenen Ländern. Die Abiturientin ist überzeugt von dem Konzept des freiwilligen und unabhängigen Lernens, betont sie. „Eigentlich ist es echt cool, in die Schule zu gehen, aber nicht in dem engen Rahmen, in dem es aktuell klassischerweise stattfindet.“ Und sie will sich weiter der Arbeit im Verein Abitur Kaufering widmen.

Lesen Sie dazu auch: Auf ins Abenteuer Abitur

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren