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Fuchstalbahn

05.10.2013

Eine Alternative für Pendler

Nicht alle sind begeistert von der Idee, dass die Fuchstalbahn auch für den Personenverkehr wieder reaktiviert werden soll. In Landsberg befürchtet man zum Beispiel eine zusätzliche Belastung des innerstädtischen Verkehrs.
Bild: Andreas Hoehne

Die Landkreise Landsberg und Weilheim-Schongau beteiligen sich an einem Anschlussgutachten. Auch der DGB befürwortet die Reaktivierung des Personenverkehrs. Landsberg hält Sicherung des Güterverkehrs für wichtiger

Landsberg Die Reaktivierung der Fuchstalbahn für den Personenverkehr ist wieder vermehrt in den Fokus aktueller Diskussionen zurückgekehrt. Die Ansicht, der Eisenbahnbetrieb habe sich seit der Einstellung der Personenbeförderung auf dieser Strecke im Jahr 1984 verändert, teilt inzwischen auch die Verkehrs- und Strukturkommission des Landkreises. Sie sagte der Initiative Fuchstalbahn die Beteiligung an einem Gutachten zu.

Wenn auch dadurch wieder vermehrt Bewegung in die Idee komme, sieht der Vorsitzende der Initiative Fuchstalbahn die Möglichkeiten einer schnellen Umsetzung der Pläne sehr realistisch: „Das Thema wird zwar nicht morgen, aber übermorgen von Bedeutung sein.“ Ein Anschlussgutachten zu dem bereits existierenden aus dem Jahr 2002 halten sowohl er als auch Landrat Walter Eichner dennoch für wichtig: „Wir sollten uns nichts verbauen.“ Die gesellschaftlichen Voraussetzungen hätten sich im Laufe der vergangenen Jahre drastisch geändert, seit 2002 sei einiges passiert. Tyll Patrick Albrecht: „Auf der einen Seite gehen die potenziellen Nutzerzahlen durch die Reduzierung der Bundeswehr, zum Beispiel in Altenstadt, zurück. Andrerseits erfahren wir gerade im Landkreis Landsberg weiterhin ein Bevölkerungswachstum.“ Dazu kommen die ständig steigenden Benzinpreise, die vor allem Pendler belasten. Auch die neue B 17 falle inzwischen ins Gewicht. Zudem sei ein Teil der Maßnahmen wie etwa die Sicherung der Bahnübergänge ohnehin erforderlich, um den wirtschaftlich bedeutsamen Güterverkehr nach Schongau aufrechtzuerhalten.

Dr. Manfred Rapp (CSU) kann das nachvollziehen. Er unterstützt das Gutachten, allerdings favorisiert er den Ringschluss über Geltendorf nach Kaufering, um die Anbindung aus dem Ammerseegebiet nach Landsberg zu verbessern.

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Die Parallelwege sind inzwischen gut ausgebaut

Für Landsbergs Bürgermeister Norbert Kreuzer ist das Argument „B17 neu“ allerdings eher ein Gegenargument für eine Reaktivierung des Personenverkehrs, wenngleich er die Strecke Augsburg-Landsberg-Schongau für wichtig hält – allerdings ausschließlich für den Güterverkehr. „Für den Personenverkehr sind die Parallelwege inzwischen zu gut ausgebaut.“ Er befürchtet eine zunehmende Verkehrsbelastung durch den Schienenverkehr, der durch die Stadt führe. Norbert Kreuzer: „Die Schranke schließt jetzt schon vier Mal am Tag und staut dadurch den Verkehr zurück.“

Walter Eichner möchte jedoch keine Lösung verpassen, die es „morgen nicht gibt, wenn wir uns heute nicht rühren.“ Angesichts der Ausweitung der Metropolregion München und des Themas „Ausweitung des MVV“ sollte zumindest ein Anschlussgutachten für die Fuchstalbahn erstellt werden. „Das verstehe ich unter vorausschauender Kommunalpolitik.“ Zudem hatte er für die Kreisräte die Information mitgebracht, dass auch der Landkreis Weilheim-Schongau beim Gutachten mit dabei wäre. Dr. Albert Thurner stimmte ihm zu: „Weilheim-Schongau braucht uns.“

Unterstützung kam auch von Josef Lutzenberger (Utting), der Manfred Rapps Anregung eines Ringschlusses nachdrücklich favorisiert: „Die Verbindung zur eigenen Kreisstadt muss eindeutig besser werden.“

Mit der Fuchstalbahn beschäftigte sich inzwischen auch der DGB-Kreisverband Landsberg. Dabei sprachen sich die Gewerkschaftsvertreter klar für eine Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Strecke von Schongau nach Landsberg aus. „Gerade für die Berufspendler aus dem südlichen Landkreis könnte dieser Schienenweg eine Alternative zum Auto darstellen“, meinte der stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende Roman Filgertshofer. Bei steigenden Benzinpreisen spiele für viele Arbeitnehmer auch der finanzielle Aspekt für den Weg zum Arbeitsplatz eine wichtige Rolle. Eine im Stundentakt verkehrende Fuchstalbahn würde attraktive Übergänge zu den Zügen nach Augsburg, München und in den Wirtschaftsraum Weilheim schaffen.

Roman Filgertshofer versprach, die Initiative künftig auch vonseiten des DGB bei deren Arbeit zu unterstützen.

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