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Dießen

26.04.2015

Eine Anerkennung für zwei erfreuliche Anblicke

Dieses Anwesen in der Propst-Herkulan-Karg-Straße haben Dr. Gerald und Dr. Astrid Krakauer restauriert.
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Dieses Anwesen in der Propst-Herkulan-Karg-Straße haben Dr. Gerald und Dr. Astrid Krakauer restauriert.
Bild: Krakauer

Heimatverein zeichnet „Häuser des Jahres“ aus: ein ehemaliges Bauernhaus in Dießen und ein früheres Schusteranwesen in Wengen

Seit über 30 Jahren zeichnet der Heimatverein Diessen vorbildlich renovierte oder sanierte Häuser mit der Bronze-Plakette „Haus des Jahres“ aus. Dies geschieht traditionsgemäß bei der Jahreshauptversammlung des Vereins (Bericht folgt). 2015 gibt es nun gleich zwei prämierte Objekte: ein vermutlich um 1900 errichtetes Bauernhaus in der Propst-Herkulan-Karg-Straße 8, das die Eheleute Dr. Gerald und Dr. Astrid Krakauer sanierten, sowie ein kleines Anwesen mit der Adresse Wengen 9, das im Kern aus dem 18. Jahrhundert stammt und von Ute und Michael Merkel erneuert wurde. Die Besitzer der beiden Häuser planen jeweils einen „Tag der offenen Tür“, um Interessierten einen Blick ins Innere zu ermöglichen.

Erst ziemlich marode, jetzt technisch modern

„Es ist ein wesentliches Anliegen des Preises, die Öffentlichkeit darauf hinzuweisen, wie reizvoll und absolut benutzbar ein gut saniertes älteres Gebäude sein kann“, und „eine Art öffentlicher Dank dafür, dass Privatpersonen von sich aus dazu beitragen, das gewachsene Ortsbild zu erhalten beziehungsweise zu verschönern“, erläuterte der Vorsitzende des Heimatvereins, Dr. Thomas Raff, in seiner Rede zur Verleihung der beiden Plaketten. Nun verbindet sich mit einer Auszeichnung dieser Art immer auch die Frage nach den Kriterien: Was genau bedeutet „vorbildlich renoviert oder saniert“ für die aus dem Vorstand des Heimatvereins bestehende Jury? Gemeint ist damit eine „Wiederinstandsetzung im Sinne des Denkmalschutzes“, unabhängig davon, ob das Gebäude offiziell denkmalgeschützt war oder nicht, so Raff und er fügt hinzu: „Besonders kleine und sehr einfache Häuser berücksichtigen wir gerne, wenn bei diesen auf die Erhaltung überkommener Elemente wie Fenster, Türen, Dachdeckung, Putzstrukturen und so weiter geachtet wird.“

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Im Fall des Hauses in der Propst-Herkulan-Karg-Straße 8 haben der begleitende Architekt, Christian Metzger aus Landsberg, sowie die ausführende Dießener Baufirma Mattex das „ziemlich marode Gebäude in ein technisch hochmodernes Wohnhaus“ umgewandelt, so Raff. Das Äußere des Hauses sei größtenteils erhalten worden, insbesondere der von der Straße leider nicht zu sehende, hölzerne Balkonvorbau auf der Ostseite. Zugemauerte Fenster wurden wieder geöffnet und einige neue, mit Blick auf eine möglichst authentisch wirkende Verteilung eingefügt. Tatsächlich sei es so, dass abgesehen von dem großen senkrechten Fensterband nach Süden, die Größe der Fenster sowie deren Aufteilung samt angebrachten Fensterläden einen gut sanierten „Originalzustand“ vermuten ließen. Damit habe die Familie Krakauer „ein Baudenkmal, das gar nicht in der Denkmalliste steht, „gerettet“ und so der Allgemeinheit einen erfreulichen Anblick geschenkt“, lobte Raff. Wer einen Blick auf den schmuckvollen, zweigeschossigen Holzbalkon werfen will oder das Haus begehen möchte, hat dazu am Sonntag, 3. Mai, zwischen 11 und 16 Uhr Gelegenheit.

Das zweite „Haus des Jahres 2015“ ist das Häuschen von Ute und Michael Merkel in Wengen. Beim Kauf stand es nicht unter Denkmalschutz und war „feucht und instabil“, dennoch entschied sich das Ehepaar Merkel für den Erhalt des Gebäudes. Das im 18. Jahrhundert errichtete und durch die folgenden Generationen erweiterte Haus, war seit der Erbauung „bis in die 1920er-Jahre im Besitz von Schustern“, informierte Raff die Vereinsmitglieder. Auch im Häuserbuch von Juliane Wörlein wird Hausgeschichte beschrieben. Um das nicht unterkellerte Gebäude trocken zu legen, mussten „die Mauern innen und außen freigelegt und dann Stück für Stück abgeschnitten“ werden. Zudem wurden die Böden im Inneren des Hauses tief ausgegraben, um eine angenehme Raumhöhe zu erreichen und eine Isolierung einzubringen. Im Zuge dessen konnte auch die Raumeinteilung verändert werden, sodass ein den heutigen Ansprüchen Rechnung tragendes Haus entstand.

Lobend schloss Raff: „Durch den enormen Aufwand, den das Ehepaar Merkel hier getrieben hat, blieb eine sehr liebenswerte, vormoderne „urbanistische“ Situation im Ortsteil Wengen weitgehend erhalten.“ Das Haus von Ute und Michael Merkel steht Besuchern am Sonntag, 10. Mai, zwischen 11 und 16 Uhr offen.

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