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Dießen

21.07.2019

Eine Dießener Bootstaufe und die Augsburger Rettungshunde

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3 Bilder
Sie waren begeistert von der Jungfernfahrt mit der "Karolina". Von links: Andrea Wessely (1. Vorsitzende der Wasserwacht), Taufpatin Schwester Karolina und Bürgermeister Herbert Kirsch.
Bild: Uschi Nagl

Plus Auch am Ammersee wurde gefeiert und man hatte gleich zweimal Grund dazu. Die Ortsgruppe feierte den 50. Geburtstag und „Karolina“ hatte ihre erste besonder Fahrt.

Bei strahlendem Sommerwetter wurde am Samstag am Dampfersteg in Dießen „Karolina“ getauft. Gleich nach der Bootstaufe startet das neue, leistungsstarke Rettungsboot der Wasserwacht Diessen – flankiert von den Booten der Wasserwacht-Ortsgruppen aus Utting, Schondorf, Stegen, Eching und Herrsching – zu einem beeindruckenden und rasanten Bootscorso auf den See. Um die Bootstaufe und das 50. Jubiläum der Ortsgruppe zu feiern, hatte die Wasserwacht Dießen keine Mühen gescheut, um ein fröhliches Fest mit schönen Angeboten für die ganze Familie auf die Beine zu stellen, die besonders bei jungen Zuschauern Interesse für die ehrenamtliche Arbeit der Retter weckten.

Eine besondere Bootspatin

Bereits beim ökumenischen Wortgottesdienst zur Bootstaufe, der von den Fahnenabordnungen der Feuerwehren Dießen und St. Georgen, der Wasserwacht Utting und der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft Dießen begleitet wurde, waren die jungen Mitglieder der Wasserwacht beteiligt. Sie trugen die Fürbitten für ihr neues Boot vor, das viele Menschen retten möge und auch bei stürmischer See immer wieder gut nachhause kommen soll. So wie im Lukas-Evangelium das Boot mit Jesus uns seinen Jüngern auf dem stürmischen See Genezareth. Das Gottes Segen so manchem Sturm Einhalt gebieten kann, davon zeigte sich auch die Bootspatin, Benediktinerschwester Karolina aus dem Kloster St. Alban überzeugt.

Eine großartige Nachbarschaft

Sie sei zunächst überrascht gewesen, dass sie als Bootspatin ausgewählt worden sei, berichtete die Religionspädagogin, die im Kinderheim St. Alban, gemeinsam mit ihren Mitschwestern, mehr als 60 Kinder betreut. Einige davon sind in der Jugendgruppe der Wasserwacht aktiv. Doch ihr sei schnell klargeworden, dass diese Patenschaft ein gutes Sinnbild für die großartige Nachbarschaft zwischen ihrem Kloster am See und der benachbarten Rettungsstation der Wasserwacht im Freizeitgelände sei: „Die Wasserwacht rettet Menschen aus Seenot, wir retten Familien, die Schiffbruch erlitten haben. Die Wasserwacht ist auch für uns und unsere Kinder da, und wir begleiten die Retter mit unserem Gebet, wenn sie hinausfahren.“

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Gottesdienst, Segnung und Jungfernfahrt

Nach Gottesdienst, Segnung, Bootstaufe und Jungfernfahrt, zu der neben der Taufpatin auch die beiden Pfarrer Josef Kirchensteiner und Christoph Jokisch, sowie Bürgermeister Herbert Kirsch und die 1. Vorsitzende der Wasserwacht, Andrea Wessely ins neue Boot stiegen, wurde schließlich bei Speis und Trank ausgiebig gefeiert. Viele Besucher waren insbesondere von der Vorführung der Wasserrettungshundestaffel Augsburg begeistert, die bei Übungen und Einsätzen in engem Kontakt mit der Wasserwacht Dießen steht. Die vierbeinigen Helden der Staffel heißen Bella, Chewy, Boss, Dusty, Aqua oder Lara und sind zwischen einem und acht Jahren alt.

Zwei Jahre dauert die Ausbildung zum Rettungshund, an der als jüngste Rettungshund-Schülerin auch die Leonberger-Hündin Chewy teilnehmen darf. „Sie ist der geborene Rettungshund“, schwärmte die Moderatorin der Show, Saskia Greiner. „Wenn Chewy groß ist, kann sie ein Boot inklusive Besatzung bis zu 1,5 Tonnen Gewicht abschleppen“. „Die Hunde sind unser Motor“, betonte Greiner. Bis zu vier Kilometern kann ein Rettungshund schwimmen, der einen „Patienten“ im Schlepptau hat. Währenddessen haben die menschlichen Retter die Hände frei und können bereits mit ersten Maßnahmen, wie zum Beispiel der Beatmung beginnen. Vorgeführt wurden Rettungsmanöver, in denen ein Hund bis zu zwei Personen oder mehrere Hunde eine komplette Bootsbesatzung retteten. Dabei konnten es die freundlichen Tiere kaum erwarten, von Land oder auch vom Boot aus ins Wasser zu springen, um zielstrebig zu den vermeintlich Hilfsbedürftigen zu schwimmen, die von Mitgliedern der Wasserwacht Dießen überzeugend gespielt wurden. „Unser Rettungshund Buddy springt sogar vom Helikopter ins Wasser um Leben zu retten“, so die Moderatorin.

„Cool“, war ein häufiger Kommentar der Kids die die Manöver der Taucher im Tauchcontainer der Wasserwacht beobachteten. Diese waren mit einer Rettungsleine und einer Sprecheinheit mit ihrem „Signalmann“ an Land verbunden. Von ihm werden die Taucher im Einsatz und bei Übungen begleitet und auch dirigiert. Über die Sprecheinheit durften auch die jungen Zuschauer mit den beiden Tauchern kommunizieren, die sich das Becken mit zwei blitzschnellen Forellen teilten. Auf Wunsch der kleinen „Signalmänner“ wurden Saltos geschlagen oder unter Wasser Luftballone aufgeblasen, während ab und zu eine Wasserfontäne über den Containerrand spritzte, die den begeisterten Besuchern eine willkommene Abkühlung verschaffte. Und wer genau wissen wollte, wie man Taucher bei der Wasserwacht werden kann, konnte sich das von Thomas Forstner, technischer Leiter der Wasserwacht Dießen, und dessen Tochter Alina erklären lassen. „Besonders viel Spaß macht mir die Erste-Hilfe-Ausbildung bei der Wasserwacht. Und bald möchte ich einen Schnorchelkurs machen, um vielleicht später Taucherin zu werden“, erklärte die 13-Jährige.

Lesen Sie dazu auch: Mann will Hund retten und stirbt: Nicht das erste Unglück an der Stelle

Teils tragische Rettungseinsätze sind auch Thema unserer Podcast-Folge mit Wasserretter Marco Greiner. Hier können Sie reinhören.

 

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