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Landsberg

21.04.2015

Eine Fußgängerzone auch im Vorderanger?

Zu wenig los für den Einzelhandel, zuviel Verkehr für die Anwohner? Nicht leicht wird es sein, in Sachen Hinter- und Vorderanger alle Interessen unter einen Hut zu bringen. Die ansässigen Geschäfte klagen über Umsatzeinbußen.
Bild: Thorsten Jordan

Einzelhändler und Anlieger diskutieren. Jetzt sollen die Bürger beteiligt werden. Dabei gibt es Kritiker

Die Idee ist nicht neu. Zuletzt war sie beim Runden Tisch Innenstadt Ende November wieder aufgetaucht: Erweiterung der Fußgängerzone bis in den Vorderanger. Jetzt wurde im gleichen Gremium erneut über Sinn und Unsinn dieser Idee, aber auch über deren konkrete Umsetzung diskutiert. Kritiker gibt es genügend aufseiten der Einzelhändler, dennoch soll sich jetzt die Bürgergruppe Urbanes Leben am Papierbach der Idee widmen und die Bürger daran beteiligen.

Oberbürgermeister Mathias Neuner hatte das Thema „Fußgängerzone im Vorderanger“ beim Runden Tisch Innenstadt im Schafbräu angesprochen. Rechtlich sei es möglich, die Straße für einen begrenzten Zeitraum, sozusagen als Testphase, für den Durchgangsverkehr zu sperren. Parallel dazu müsste aber eine Verkehrszählung erfolgen. Im vergangenen Jahr habe die Stadt folgende Zahlen erhoben: im Schnitt fahren täglich rund 2000 Fahrzeuge durch den Vorderanger, im Hinter-anger seien es 7000. Vor allem Anlieger und Parkplatzsuchende seien im Vorderanger unterwegs, so Neuner. Während der testweisen Sperrung könnten Einzelhändler ihre Kunden befragen und die Auswirkungen auf den Umsatz kontrollieren.

Manuela Huber-Kresin, die im Vorderanger ein Bekleidungsgeschäft führt, kritisierte eine vorschnelle Sperrung zu Testzwecken. „Das wäre ein Ausprobieren auf Kosten der Händler“, sagte sie. Es wäre fahrlässig und bedrohe Existenzen. Auch andere Einzelhändler und Anwohner waren dieser Meinung und schlugen vor, vorab Bürger und Einzelhändler zu befragen, was sie von einer Fußgängerzone im Vorderanger halten.

Boutique-Besitzerin Rosi Metzner berichtete von Gesprächen mit Kunden, denen es sehr wichtig sei, in der Altstadt parken zu können. Medardus Wallner, Stadtrat sowie Wein- und Tabakhändler, hätte liebend gerne eine erweiterte Fußgängerzone, allein es fehle seiner Meinung nach an der Kundenfrequenz. Dafür wären 15000 Kunden am Tag notwendig, eine Zahl, die Landsberg nicht einmal annähernd in der Ludwigstraße oder am Hauptplatz erreiche. „Wir brauchen mehr Kunden und mehr Parkplätze“, sagte Wallner.

Was passiert mit dem Hinteranger, wenn der Vorderanger zur Fußgängerzone wird? Eine Frage, die eine Anwohnerin beim Runden Tisch stellte. Architekt Thomas Riemerschmied sprach den schlechten Zustand der Fahrbahn im Hin-teranger an. Sie müsse verschmälert und mit einem Belag versehen werden, der den Lärm reduziert. Das würde die Wohn- und Aufenthaltsqualität steigern. Akuter Handlungsbedarf bestehe nach Auskunft des Tiefbauamtes nicht, sagte Rathauschef Neuner zu einer möglichen Sanierung der Fahrbahn.

Oberbürgermeister Mathias Neuner beauftragte beim Runden Tisch Innenstadt die Bürgergruppe Urbanes Leben am Papierbach, ein Konzept für eine Bürgerbeteiligung im Vorder- und Hinteranger zu entwickeln.

Einer der Delegierten, der vom Stadtrat eingesetzten Lenkungsgruppe, ist Wolfgang Hauck. Er sagte im Schafbräu, es sei wichtig die „Experten des Alltags“, also Anlieger, Einzelhändler und Kunden vorab zu befragen und danach Prioritäten herauszufiltern. Er schlug auch eine Zusammenarbeit mit dem Verkehrsplaner Christian Fahnberg aus Planegg vor, der in die Planungen an der ehemaligen Pflugfabrik involviert sei. Zunächst, so Wolfgang Hauck weiter, sollte ein Fragenkatalog erstellt werden.

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