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Dießener Bürger

05.07.2012

Eine Genossenschaft soll den Bahnhof betreiben

Die Wählergemeinschaft „Dießener Bürger“ hat die Gründung einer Bürger-Genossenschaft angeregt, die den Bahnhof in Erbbaurecht übernehmen und bewirtschaften könnte.
Bild: Stephanie Millonig

Wählergruppe regt an, das Stationsgebäude in Bürgerhand zu geben

Der im vergangenen Jahr von der Marktgemeinde gekaufte Dießener Bahnhof könnte vielleicht in absehbarer Zeit wieder seinen Besitzer wechseln. Die Wählergemeinschaft „Dießener Bürger“ hat auf einer Versammlung am Mittwochabend die Gründung einer Bürger-Genossenschaft angeregt. Ein solches Unternehmen könnte den Bahnhof in Form eines Erbbaurechts übernehmen und bewirtschaften.

Wie das gehen könnte, zeigte Christian Skrodzki auf. Der Unternehmer ist ehrenamtlicher Vorstandschef einer Genossenschaft, die den Bahnhof in Leutkirch erworben und saniert hat und betreibt. Die Bahnhofsgenossen brachten ein Eigenkapital von mehr als 1,1 Millionen Euro auf. Mit den Denkmalfördermitteln und einem Landeszuschuss samt kommunaler Kofinanzierung wurde dann die 2,3 Millionen Euro teure Bahnhofssanierung und -wiederbelebung geschultert. Im Frühjahr wurde der sanierte Bahnhof eröffnet. Derzeit werde eine Jahresmiete von 105000 Euro erwirtschaftet, die Stadt erhalte eine jährliche Erbpacht von 10000 Euro, das seien vier Prozent des bei Vertragsabschluss ermittelten Buchwertes Buchwertes. Das Leutkircher Modell könnte jetzt auch in Dießen Nachahmer finden, das stellt sich zumindest Gemeinderat Roland Kratzer vor. Für ihn, so machte er klar, müsse sich der Betrieb eines solchen Gebäudes auch rechnen, er müsse finanziell, ökologisch und sozial nachhaltig sein. Bürgermeister Herbert Kirsch zeigte sich solchen Überlegungen gegenüber aufgeschlossen. „Wenn die Bürger das wollen, bin ich überzeugt, dass sich im Gemeinderat eine Mehrheit findet. Entscheidend wird dabei die Konzeption sein.“

Zumindest an dem Vortrag über das Beispiel Leutkirch zeigten für die Veranstalter überraschend viele Bürger Interesse. Der locker bestuhlte Saal des Gasthofs „Drei Rosen“ war annähernd mit deutlich mehr Besuchern als in der Bürgerversammlung gefüllt.

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