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Geschichte

17.03.2015

Eine Kinderoper mit traurigem Hintergrund

Der Kauferinger Kinderchor „DoReMi“ der evangelischen Paulusgemeinde.
Bild: Romi Löbhard

Der Kauferinger Chor „DoReMi“ hat für die Gedenkwoche etwas einstudiert und hofft auf einen Preis

Seit Januar wird intensiv geprobt, und auch Chortage fanden bereits statt: Die Evangelisch-Lutherische Pauluskirche Kaufering beteiligt sich mit der Kinderoper „Brundibár“ am Rahmenprogramm der Gedenkwoche 2015 des Marktes, die ja heuer wegen des 70. Jahrestags der Befreiung der Kauferinger Lager eine besondere ist. Am 1. Mai ist in der Aula der Realschule Kaufering Premiere der Oper, weitere Aufführungen sind am 2. und 3. Mai. Das Projekt der Pauluskirche ist außergewöhnlich, weil sich viele Gemeindemitglieder aller Altersstufen einbringen und weil es in besonderer Weise an die unselige Zeit des Dritten Reiches erinnert.

Mitwirkende sind einmal der von Silvia Elvers geleitete Kinderchor „DoReMi“. Dieser wurde im Juni 2013 von Silvia Elvers gegründet. Seit dieser Zeit ist der Chor auf über 100 Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren angewachsen. Dazu kommen, wie Silvia Elvers berichtet, Jugendliche aus den sehr aktiven Gruppen der evangelischen Gemeinde. Die Titelrolle in der Oper übernimmt mit Chorkind-Vater Manuel Scherer ein professioneller Schauspieler. Ein Orchester aus Eltern, Geschwistern und Freunden der Kinderchormitglieder begleitet den Gesang. Bühnenbild, Kostüme und Requisiten machen Kinder, Jugendliche und Eltern gemeinsam, Pfarrer Stefan Ranke hat die Oper in eine Rahmenhandlung gepackt. Letztere soll die Entstehungsgeschichte der Kinderoper verdeutlichen.

Die Kinderoper „Brundibár“ hat Hans Krása komponiert, das Libretto stammt von Adolf Hoffmeister. Mit der Oper wird die Geschichte eines Geschwisterpaars erzählt, das singend versucht, an Geld zu gelangen, um der kranken Mutter gute Nahrung besorgen zu können. Leierkastenmann Brundibár verjagt die Kinder, aber mithilfe starker Freunde gelingt es ihnen, den Griesgram zu besiegen. Komponist Hans Krása war tschechischer Jude, der 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert wurde. Aus dem mit ins Lager geretteten Klavierauszug verfasste Krása erneut eine Partitur und führte die Oper mehr als 50 Mal mit den Kindern im Lager auf. Die Rollen mussten wegen der ständigen Abtransporte ins Vernichtungslager Auschwitz immer wieder neu besetzt werden. Hans Krása selbst starb im Oktober 1944 in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau.

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„Mit dem Projekt Brundibár haben wir uns bei dem mit einem Preisgeld verbundenen Wettbewerb ,Gemeinde des Jahres’ der Zeitschrift Chrismon beworben“, berichtet Silvia Elvers. Bis 22. März läuft ein Internetvoting, danach werden die 30 Gemeinden mit den meisten Klicks einer Auswahljury vorgestellt. „Beim Voting können wir natürlich jede Stimme gebrauchen“, meint Silvia Elvers und wirbt um möglichst viele Unterstützer. Einmal täglich könne geklickt werden. (löbh)

Im Internet

www.chrismon.evangelisch.de

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